Individuell und exquisit: Vier außergewöhnliche Barkonzepte



Was macht eure Lieblingsbar besonders? Ob urige Raucherkneipe oder exquisite Cocktailbar, eines steht fest: Es gibt etwas, was sie einzigartig macht. Sich ein außergewöhnliches Barkonzept einfallen zu lassen, ist allerdings leichter gesagt als getan. Wir stellen vier Beispiele vor, die euch als angehende Bar-Inhaber bei der Ausarbeitung eurer Geschäftsidee inspirieren könnten.

Sich mit der eigenen Bar selbstständig machen – mit diesem Gedanken spielen viele Leute im Laufe der Zeit mehr oder weniger ernsthaft. Wenn aus diesem Traum allerdings eine Existenzgründung werden soll, müssen einige Dinge bedacht werden.

In erster Linie solltet ihr eine Sache bedenken: Es gibt bereits viele Bars. Um diesen Konkurrenz machen zu können, müsst ihr euch schon etwas Besonderes einfallen lassen: Ein außergewöhnliches Barkonzept muss her.

Außergewöhnliches Barkonzept – was heißt das eigentlich?

Sich von anderen Bars abzuheben, ist leichter gesagt als getan. „Dasselbe in grün“ reicht in den meisten Fällen nämlich nicht aus, ihr solltet euch schon ein stimmiges und ganz eigenes Konzept überlegen. Vielleicht inspirieren euch dabei ja diese vier Beispiele.

Fairytale Bar – Drinks im Märchenland

Um Aufmerksamkeit zu erregen, müssen neu eröffnete Bars oftmals durch Einfallsreichtum und Individualität glänzen. Ein besonders ausgefallenes Barkonzept steckt beispielsweise hinter der Berliner Fairytale Bar.

Wie der Name bereits vermuten lässt, dreht sich hier alles um das Thema Märchen. Das startet bereits an der Tür. Da es sich bei der Fairytale Bar um ein sogenanntes Speakeasy, zu Deutsch oft auch als Flüsterbar bezeichnet, handelt, könnt ihr die Lokalität nicht einfach betreten, sondern müsst erst klingeln. Daraufhin werdet ihr an der Türe stilgerecht von im Märchenlook verkleidetem Personal empfangen – und betretet dann scheinbar eine ganz eigene Welt.

außergewöhnliches Barkonzept; Fairytale Bar
Die Fairytale Bar bietet leckere Drinks in düsterer Märchen-Atmosphäre. (Foto: Natalia Kepesz)

Im Inneren erwartet euch dann ein durch Vorhänge etc. aufgeteilter Nichtraucher-Raum. Die Bar selbst sowie die gesamte Atmosphäre sind recht düster gehalten, das gehört jedoch bewusst zum Konzept. Anders als in Kinderbüchern dargestellt, sind viele Märchen nämlich durchaus gruselig und oft auch blutrünstig.

Wem es nach Blut dürstet, der wird hier nicht fündig. Dafür gibt es jedoch diverse verschiedene Cocktails, die natürlich alle ebenfalls dem Märchen-Thema folgen – auch dem Namen nach.

Dripbar – Cold Brew Cocktails

Durch ein außergewöhnliches Barkonzept hebt sich auch die Hamburger Dripbar hervor. Um den angebotenen Alkoholika eine ganz spezielle Geschmacksnote zu verleihen, wird in der Bar auf sogenannte Cold Brew Dripper zurückgegriffen. Diese Apparaturen kennt man eigentlich vom amerikanischen Trend-Kaffeegetränk Cold Brew. Hier wird in einem langwierigen Prozess kaltes Wasser durch Kaffeebohnen geleitet, sodass es deren Geschmack und Aroma annimmt.

außergewöhnliches Barkonzept; Dripbar
Individuelle Getränke nach Cold-Brew-Art gibt es in der Dripbar in Hamburg. (Screenshot: Dripbar)

Dieser Prozess kann jedoch auch anderweitig gebraucht werden, in der Dripbar wird beispielsweise Gin, Rum oder Wodka durch die Dripper geleitet. Auch hier nimmt die Flüssigkeit die jeweiligen Aromastoffe der anderen Zutaten auf. So kommen einzigartige Cocktails zustande.

Die Dripper überzeugen natürlich nicht nur geschmacklich. Denn bekannterweise isst – oder in diesem Falle trinkt – das Auge ebenfalls mit. Und die seltsam anmutenden Gestelle machen auch optisch einiges her.

The Kinly Bar – Diamant in wenig glanzvoller Lage

Während in vielen Branchen Laufkundschaft als A und O betrachtet wird, gilt dies in der Bar-Szene nicht mehr unbedingt. Der offene Auftritt nach außen kann zwar von Vorteil sein und viele neue Kunden bringen. Allerdings hat es auch seinen ganz eigenen Charme, als Geheimtipp zu gelten.

Da mittlerweile auf diversen verschiedenen Blogs etc. genau solche Geheimtipps angepriesen werden, bedeutet dieser Status nicht unbedingt, dass es euch an Kundschaft mangelt. Das Gegenteil kann sogar der Fall sein. Das mag einer der Gründe sein, weshalb Speakeasy-Bars immer mehr an Popularität gewinnen.

Auch The Kinly Bar im Frankfurter Bahnhofsviertel ist ein solche Geheimtipp. Von außen ist die Bar eigentlich nicht zu erkennen, nur wer weiß, wonach er sucht, findet auch den Eingang. Trotz des wenig vertrauenserweckenden Eingangsbereichs kann die Bar von sich überzeugen und wurde bereits mehrfach durch das Bar-Magazin Mixology ausgezeichnet.

Der Reiz des Unbekannten allein macht natürlich noch keine erfolgreiche Bar. Ganz nach dem Motto „außen pfui, innen hui“ glänzt die versteckte Bar mit qualitativ hochwertigen Drinks und einer ganz speziellen, exklusiven Atmosphäre.

Tap-House – Bierverkostung im rustikalen Ambiente

Wer statt ausgefallener Cocktails und Longdrinks doch lieber auf ein Glas Bier zurückgreift, wird vielleicht im Münchener Tap-House fündig. Hier wird schnell klar, dass das Deutsche Kultgetränk alles andere als eindimensional ist. Eine stolze Auswahl aus 200 verschiedenen Craft-Bieren wartet auf die Gäste.

außergewöhnliches Barkonzept; Tap-House
Sowohl der Fokus auf Craft-Beer als auch das Interieur der Bar ist stark angelehnt an amerikanische Vorbilder. (Foto: Tap-House)

Damit ihr auch den Überblick darüber behaltet, was ihr da eigentlich gerade trinkt, wird der Bier-Genuss durch die Tap-House App unterstützt. Hier könnt ihr nicht nur durch die Auswahl stöbern, ihr erhaltet auch Empfehlungen und erfahrt im Bierlexikon alles Wissenswerte über das jeweilige Bier. Eure Eindrücke könnt ihr ebenfalls festhalten – so wisst ihr immer, welches Bier ihr bereits getestet habt und welches euch besonders gut oder eben nicht so gut geschmeckt hat.

Die eigene Bar eröffnen

Diese Beispiele könnten kaum unterschiedlicher sein, sie zeigen jedoch allesamt, dass die Individualität eures Barkonzepts der Schlüssel zum Erfolg ist. Das heißt im Klartext: Bevor ihr euer Vorhaben in die Tat umsetzt, guckt euch genau an, was in eurer Umgebung bereits angeboten wird.

Was ihr sonst noch bei der Eröffnung eurer Bar beachten solltet, erfahrt ihr in diesem Beitrag.