Braucht ihr YouTube als Gründer? [inkl. fünf Tipps zur Nutzung]



YouTube ist mittlerweile zur zweitgrößten Suchmaschine der Welt geworden. Kein Wunder angesichts der schieren Content-Masse: Pro Minute werden 400 Stunden Videomaterial bei YouTube hochgeladen. Lohnt es sich da überhaupt noch, als Gründer selbst dort aktiv zu werden? Kurze Antwort: ja. Hier kommt eine ausführlichere Begründung sowie eine Fünf-Tipp-Anleitung, mit der ihr sofort auf YouTube durchstarten könnt.

Wofür YouTube sich lohnt

Euren eigenen Channel bei YouTube zu haben, lohnt sich vor allem aus den folgenden zwei Gründen:

1. Verkauf ankurbeln

Eine Minute an Video-Content ersetzt 1,8 Millionen Worte. Mit Videos bringt ihr eure Markenbotschaften also ohne Umschweife auf den Punkt. Daher ist es wenig überraschend, dass Videomarketing extrem effektiv ist. So bevorzugen 83 Prozent der Konsumenten weltweit YouTube, um Video-Content zu schauen. Achtet jedoch darauf, nicht nur Werbevideos zu euren Produkten bei YouTube hochzuladen. Sehr beliebt sind auch Erklärfilme, worauf wir gleich noch eingehen werden.

2. Bekanntheit steigern

Eine der größten Herausforderungen für junge Unternehmen ist es, auf sich und die eigenen Produkte beziehungsweise Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Dabei verschlingen klassische Marketingmaßnahmen wie Werbeanzeigen oder Plakate Unsummen an Geld. Auch die sozialen Netzwerke sind inzwischen überflutet mit Postings.

YouTube
Lohnt es sich, als Gründer einen YouTube-Kanal einzurichten? Ja! (Foto: piktochart)

Bei YouTube funktioniert die Sache anders, da Nutzer dort nicht nur berieselt werden, sondern ähnlich wie bei Google über die Suchleiste gezielt nach Videos suchen. Das ist eure Chance! Wenn ihr eure Videos hochwertig und nutzbringend produziert, sowie korrekt verschlagwortet, werdet ihr immer bekannter im YouTube-Universum und damit auch über die Grenzen des Internets hinaus.

Muss ich unbedingt bei YouTube sein?

Video-Content hat gegenüber allen anderen Content-Formaten (Texte, Bilder, Podcasts) die Nase vorn. Denn unser Gehirn liebt Bewegtbild: 80 Prozent der durch Videos aufgenommenen Informationen bleiben hängen. Zum Vergleich: Bei gehörten Infos sind es nur zehn Prozent.

Also antworten wir mal so: Wenn ihr von eurer Zielgruppe online wahrgenommen und nicht in der Versenkung verschwinden beziehungsweise von Anfang an horrende Marketingausgaben haben möchtet – ja, dann solltet ihr unbedingt bei YouTube sein. Doch keine Angst: Wenn ihr und eure Mitarbeiter kamerascheu seid, müsst ihr euch nicht dazu zwingen. Es gibt auch andere Video-Formate, zu denen wir in der nun folgenden Anleitung kommen.

Anleitung: In fünf Schritten bei YouTube durchstarten

Ihr wollt sofort bei YouTube loslegen? Mit diesen fünf Steps gelingt es euch.

#1 Account anlegen

Klar, das kommt wenig überraschend. Entscheidend ist aber, dass ihr euren Account von Anfang an sorgfältig anlegt. Verlinkt euer Impressum, kümmert euch um einen optisch coolen Header. Zur Erstellung mit den richtigen Maßen könnt ihr mit Canva arbeiten. Dort findet ihr zahlreiche Templates. Achtet auch darauf, eure Social-Media-Profile zu verlinken und einen aussagekräftigen Text in eurer Kanalinfo zu veröffentlichen, damit die Nutzer wissen, wer ihr seid und worum es auf eurem Channel geht.

#2 Videoformate festlegen

Hier beginnt nun der wirklich spannende Teil eurer Arbeit bei YouTube. Viele Nutzer denken, dass Videos auf dieser Plattform nur aus Aufnahmen einer Person vor einer Kamera bestehen. Doch gibt es viel mehr Möglichkeiten, darunter Erklär-, Image- und Animationsfilme. Weiterhin könnt ihr Whiteboard-Videos oder coole Motion Graphics produzieren. Dafür müsst ihr nicht tausende Euro ausgeben, sondern könnt Tools nutzen. Diese haben eine Bandbreite an Comicfiguren oder anderen Vorlagen, die ihr zusammen mit Musik, Text etc. nach Lust und Laune miteinander kombinieren könnt.

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Die Zielgruppen, die ihr über YouTube erreicht, sind wahrscheinlich qualitativ hochwertige Videos gewohnt. Achtet darauf, diesen Standard einzuhalten! (Foto: piktochart)

Oder wie wäre es mit einer Q&A-Reihe, in der ihr Fragen eurer Kunden zu Produkten beantwortet? Spannend sind auch Interviews mit Gästen, die eure Zielgruppe interessieren könnten. Und genau da sind wir am wesentlichen Punkt der richtigen Auswahl für Videoformate angelangt: den Nutzungsgewohnheiten eurer Zielgruppe. Davon ist abhängig, welche eurer Videos gut performen. Immer geht es dabei um den Mehrwert eurer Zuschauer.

#3 Entwickelt eine Strategie

Für welche Arten von Videos ihr euch auch entscheidet: Deren Produktion ist immer mit einem hohen Aufwand verbunden. Das gilt insbesondere für Realfilme und noch stärker für moderne 360-Grad-Produktionen. Diese kommen zwar besonders gut an und werden von anderen Netzwerken wie Facebook prominent in den Newsfeeds präsentiert. Allerdings sind diese Produktionen äußerst zeit- und ressourcenintensiv.

All das sollte vorab in eure YouTube-Strategie miteinfließen. Welchen Content wollt ihr hochladen und wie oft? Wie und in welchen Social-Media-Kanälen sollen die Videos geteilt werden? Kommen einige von ihnen als Einbettung auf eure Website?

#4 Spart nicht an der Vorbereitung

Die Anforderungen an Bewegbild sind hoch. Denn Nutzer sind es gewohnt, bei YouTube auf Hochglanz polierte, perfekt ausgeleuchtete und gestochen scharfe Videos zu sehen. Alles darunter fällt negativ auf. Insbesondere dann, wenn ihr eine Zielgruppe ansprecht, die mit Videos in optischer und akustischer Spitzenqualität groß geworden ist. Achtet daher von Anfang an auf eine gute Ausleuchtung, zu der mehrere Lichtquellen wie Softboxen und Strahler mit Stativen gehören.

Kümmert euch weiterhin um eine gute Akustik. Ein Interview kann noch so toll abgefilmt werden. Wenn keine oder schwache Mikrofone dafür sorgen, dass Zuschauer das Gespräch nicht oder nur mit Hall verstehen, verschenkt ihr enorm viel Potenzial.  Dazu gibt es noch weitere Fragen, die wichtig sind:

  • Wo wollt ihr drehen (Drehort)?
  • Nutzt ihr eine, zwei oder noch mehr Kameras? Mehrere Perspektiven peppen an sich langweilige Bildausschnitte auf, beispielsweise bei Interviews, in denen wenig visuelle Abwechslung stattfindet.
  • Haltet es kurz. Die durchschnittliche Länge eines YouTube-Videos beträgt 15 Minuten. Generell gilt: Die Aufmerksamkeit der Nutzer ist schnell verflogen. Wenn ihr möchtet, dass eure Videos angenehm leichter “snackable Content” sind und irgendwann sogar einmal viral gehen, liegt daher in der Kürze die Würze.

#5 Plant ausreichend Zeit für Schnitt und Upload ein

Videocontent birgt in hochauflösender Form (Ultra HD und 4K sind mittlerweile Standard) gigantische Datenmengen. Je nach Upload-Speed eures Providers kann es schon eine Weile dauern, bis eure Videos online sind. Auch der Schnitt kostet je nach Aufwand mehrere Stunden und braucht ein geübtes Auge. Mit der Zeit werdet ihr schneller sein, doch ist eine Postproduction nicht zu unterschätzen.

Wie geht es nach den ersten ein, zwei Videos weiter?

Wie bei jedem Marketingkanal ist die Arbeit an eurem YouTube-Channel eine konstante. Ein oder zwei Videos werden daher nur in den seltensten Fällen ausreichen, um Zuschauer langfristig auf euren Kanal zu ziehen. Doch auch wenn die Produktion aufwendig ist, verzweifelt nicht: Mit eurem Engagement bei YouTube nehmt ihr an einer der beliebtesten Plattformen unserer Zeit teil.

Zusätzlich werden eure Videos bei der Google-Suche indexiert und sind über die Bewegtbild-Suchmaschine, wie YouTube auch genannt wird, über Jahre auffindbar. All das motiviert euch hoffentlich, coolen Video-Content mit praktischen Tipps, Use Cases zu euren Produkten und viele weitere Formate zu erstellen. Auf längere Sicht wird euch das steigende Bekanntheit, Reputation und mehr Verkäufe bringen.

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