Die erfolgreichsten 50 Geschäftsideen von Start-ups im Jahr 2018



Die Top 50 Gewinner aus über 160 Gründerwettbewerben des Jahres 2018 stehen fest. Die Start-ups kommen aus allen möglichen Bereichen. Wir stellen euch heute die fünf Bestplatzierten und ihre Geschäftsideen vor – und zeigen, dass auch Social Entrepreneurship bei den Juroren punkten kann.

Im Jahr 2018 hatten Start-ups die Möglichkeit, an zahlreichen Gründerwettbewerben in ganz Deutschland teilzunehmen. Wir haben die Wettbewerbsgewinner des vergangenen Jahres analysiert und die Top 50 Start-ups 2018 ermittelt.

Die Top 5: Welche Geschäftsideen waren 2018 am erfolgreichsten?

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Folgende Start-ups haben 2018 auf Gründerwettbewerben am meisten abgeräumt! (Foto: piktochart)

In den Top 50 sind Start-ups aus so gut wie allen Bereichen vertreten: von Food über Social Entrepreneurship und maritime Wirtschaft bis hin zu Medizintechnik. Doch woher stammen die drei erfolgreichsten Geschäftsideen des vergangenen Jahres?

And the Winner is… Numaferm!

Das Düsseldorfer Biotech Start-up Numaferm ist der große Gewinner des Jahres 2018. Die Ausgründung aus dem Institut für Biochemie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf beschäftigt sich mit der Herstellung von Peptiden. Aufgrund der hohen Produktionskosten, des langen Herstellungsprozesses und der Unzuverlässigkeit bei der Herstellung von Peptiden, waren die Anwendungsgebiete bislang stark eingeschränkt. Das könnte sich dank des neuen Verfahrens von Numaferm in Zukunft ändern. Der von Numaferm erdachte Bioprozess soll vor allem drei entscheidende Vorteile bringen:

  1. Erstens soll der Herstellungsprozess deutlich günstiger werden. Diese belaufen sich derzeit auf ca. eine Million Euro pro Kilogramm. Dies liegt nach Numaferm neben der aufwändigen Herstellung auch daran, dass rund 25 Tonnen teils toxischer Roh- und Hilfsstoffe für die Produktion eines Kilogramms Peptid benötigt werden.
  2. Zweitens verkürzt sich die Dauer des Produktionsverfahrens signifikant. Wo bislang mehrere Monate benötigt wurden, liefert das neue Verfahren innerhalb einer Woche.
  3. Drittens kann Numaferm nach eigenen Angaben problemlos beliebig lange Peptide herstellen. Mit der chemischen Synthese war dies bislang ein großes Problem, mit wachsender Länge nahmen deshalb auch die Kosten der Herstellung rasant zu.

Silber geht an: Aipark

Das sechsköpfige Gründerteam von Aipark musste sich bei der Teilnahme an Gründerwettbewerben bestimmt keine Sorgen um die Parkplatzsuche machen. Das Start-up erfasst nämlich die Verfügbarkeit von Parkplätzen – und das mittlerweile in über 200 Städten in 15 Ländern. Die Daten von Millionen von Autofahrern, Verkehrskameras und anderen Quellen werden in einer Live-Park-Map verwertet. Zauberwort: Künstliche Intelligenz.

Aipark kann außerdem relativ präzise Voraussagen zur Parksituation machen. Dabei müssen nicht von Stadt zu Stadt alle Daten neu erfasst werden. Denn wiederkehrende Muster im alltäglichen Verhalten lassen sich weltweit anwenden – beispielsweise, dass viele Werktätige zu bestimmten Zeiten arbeiten und währenddessen den Parkplatz vor der Haustüre nicht nutzen.

Die Dritten auf dem Siegertreppchen: ChargeX

ChargeX ist ein Start-up aus München, das sich mit dem Laden von Elektroautos beschäftigt. Genauer gesagt hat das Unternehmen ein modulares Ladesystem entwickelt, welches das Aufladen von mehreren E-Autos erleichtert. Auf den ersten Blick erinnert das ChargeX-Ladesystem “Aqueduct” ein bisschen an eine Mehrfachsteckdose. Und das zurecht, denn Aqueduct ermöglicht es, mehrere E-Autos zugleich an ein bereits installiertes Ladesystem anzuschließen, sodass nicht umständlich neue Ladesäulen errichtet werden müssen.

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Das Ladesystem “Aqueduct” von ChargeX sieht nicht außergewöhnlich aus, leistet jedoch umso mehr. (Screenshot: ChargeX)

Mehrere Autos zeitgleich zu laden würde eine solche Ladesäule jedoch überfordern. Hier endet die Parallele zwischen Aqueduct und Mehrfachsteckdose. ChargeX hat einen intelligenten Ladealgorithmus entwickelt, der ans System angeschlossene Fahrzeuge automatisch nach deren Bedarf auflädt.

Das modulare Ladesystem eignet sich insbesondere für die Installation in Parkhäusern oder für Unternehmen mit einer eigenen Flotte von E-Fahrzeugen.

Platz 4: Toposens

Toposens aus München belegt den vierten Platz unserer Top 50 Start-ups des Jahres 2018. Das Unternehmen entwickelt Sensoren, die, ähnlich wie eine Fledermaus, die unmittelbare Umgebung via Ultraschall in 3D erfassen. Ein zentrales Anwendungsgebiet dieser Technik findet sich im Autonomen Fahren. Hier können die Sensoren beispielsweise in unübersichtlichen, engen Situationen und beim Einparken eingesetzt werden. Auch in der Robotik sieht Toposens großes Potenzial.

Der große Vorteil der Technologie besteht darin, dass die Sensoren relativ unabhängig von äußeren Faktoren wie beispielsweise schlechten Sichtverhältnissen sind. Bestehende Sensoren sollen jedoch nicht ersetzt, sondern ergänzt werden. Die bisherige Technik eignet sich nämlich meist für das Erfassen weiter entfernter Objekte und vernachlässigt das Nahfeld. Die Toposens-Sensoren arbeiten genau umgekehrt und bilden damit ein ideales Pendant für die Rundumerfassung der Umgebung.

Platz 5: MotionMiners

Auch wenn das Stichwort Digitalisierung seit längerem in aller Munde ist, spielt der Mensch noch immer eine zentrale Rolle in vielen Arbeitsprozessen, so auch im Logistikbereich. Das hat auch das Start-up MotionMiners aus Dortmund erkannt. Das dreiköpfige Gründerteam, bestehend aus CEO Sascha Feldhorst, CTO René Grzeszick und COO Sascha Kaczmarek, möchte diese Arbeitsprozesse effektiver gestalten und verbindet damit Digitalisierung und händische Arbeit.

Erreichen wollen die drei Gründer das über eine automatische, voll anonymisierte Auswertung der manuellen Arbeitsprozesse. Was das genau heißt? MotionMiners stattet Personen mit tragbaren Sensoren, sogenannten Wearables, aus und analysiert so deren Bewegungen. Auf diese Weise sind nicht nur Aussagen über die Effektivität der einzelnen Arbeitsschritte möglich, das Start-up will außerdem zur Gesundheit der Beschäftigten beitragen. Die Sensoren analysieren nämlich auch die ergonomischen Bedingungen am Arbeitsplatz und helfen somit, Verletzungen und andere Negativauswirkungen vorzubeugen.

Nicht nur High-Tech in den Top 50

Eine erfolgreiche Geschäftsidee muss nicht zwingend eine wissenschaftliche Neuerung mit sich bringen oder einen ganzen Wirtschaftszweig auf den Kopf stellen. Auch Engagement im sozialen Bereich bietet der Gesellschaft einen großen Mehrwert, den auch die Jurys anerkannten.

Aus dem Bereich Social Entrepreneurship

Im Bereich Social Entrepreneurship tat sich unter anderem das gemeinnützige Berliner Unternehmen R3solute hervor. Das Unternehmen hilft Flüchtlingen bei der gewaltfreien Bewältigung von Konfliktsituationen in Flüchtlingsunterkünften. Dabei setzt das vierköpfige Gründerteam rund um CEO Helen Winter auf das Prinzip ‘Hilfe zur Selbsthilfe’. Das Start-up landete auf Rang elf der Top 50 Start-ups 2018.

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R3solute bildet Flüchtlinge aus, um selbst Konflikte in Flüchtlingsunterkünften abzubauen. (Foto: R3solute)

In Workshops können sich Teilnehmer zu sogenannten Peer-Mediatoren ausbilden lassen. In dieser Ausbildung lernen sie, zwischen mehreren Konfliktparteien zu vermitteln und idealerweise Lösungen zu erarbeiten. Zentral dabei ist, dass die Mediatoren ausschließlich anleiten und vermitteln, die Entscheidungsgewalt liegt nach wie vor ausdrücklich bei den Streitparteien. So soll ein eventuelles Gefühl der Bevormundung von Vornherein verhindert werden.

R3solute unterstützt Flüchtlinge außerdem bei der Bewältigung von Traumen. Ein wesentlicher Teil der Flüchtlinge hat aufgrund verschiedenster Erfahrungen mit unterschiedlichen mentalen Belastungen zu kämpfen. Dazu gehören zum Beispiel Angstzustände und Depressionen – ernstzunehmende Probleme also, die oftmals nicht behandelt werden. R3solute bildet Menschen dazu aus, Anzeichen solcher Probleme frühzeitig zu erkennen und Betroffenen zum Beispiel dabei zu helfen, sich an Dritte zu wenden und so gegebenenfalls professionelle Hilfe zu erhalten.