Was ist neu auf Kickstarter? Vier nachhaltige Projekte für In- und Outdoor



Nachhaltig, gut für die Umwelt, nützlich im Urlaub oder einfach nur ein cooles Gadget. Kickstarter versorgt uns ständig mit neuen Geschäftsideen aus aller Welt, zu allen möglichen Themen. Wir haben euch bereits mehrfach abgedrehte und teils auch erstaunlich erfolgreiche Kampagnen vorgestellt. Auch jetzt haben wir uns wieder auf der weltgrößten Crowdfunding-Plattform umgesehen und stellen euch vier coole Kickstart-Projekte aus der letzten Zeit vor.

Hive Explorer

Welche Wünsche und Träume hattet ihr als Kinder? Vielleicht habt ihr euch nichts sehnlicher gewünscht als ein Haustier, mit dem ihr in eurer Freizeit spielen könnt? Oder wolltet ihr als Forscher die Wunder der Natur entmystifizieren?

Beide Träume könnt ihr euch dank dieses Kickstarter-Projekts endlich erfüllen! Mit Hive Explorer habt ihr die Gelegenheit, euch eine eigene smarte Insektenfarm zuzulegen. Besonders kuschelig sind Mehlwürmer zugegebenermaßen wohl nicht, dafür aber ziemlich nützlich. Die Insektenfarm übernimmt für euch die Entsorgung des Bio-Mülls – und gibt hochwertigen Bio-Dünger zurück. Laut Projekt-Initiator LIVINfarms können die Würmchen aber nicht nur Gemüsereste verputzen, sie sollen sogar Styropor verdauen können. Hierbei beruft sich das Unternehmen auf eine Studie der renommierten Stanford University.

Die Insektenfarm entsorgt jedoch nicht nur Lebensmittelreste, sie produziert auch Lebensmittel. Mehlwürmer sind nämlich essbar. Laut der Food and Agriculture Organization der Vereinten Nationen (FAO) sind Insekten essenziell, was die Bekämpfung des Welthungers betrifft. Nach Herstellerangaben wirft die smarte Insektenfarm wöchentlich zehn bis zwanzig Gramm Mehlwürmer ab, geeignet für den Verzehr von Mensch und Tier. Eine satte Mahlzeit ist das zwar höchstens für Schildkröte Bertha, für einen kleinen Protein-Snack reicht es jedoch allemal. Rezepte für die Zubereitung bekommt ihr zu eurem Hive Explorer gleich dazu.

Für Juniorforscher ist der Hive Explorer ein gefundenes Fressen (Pun intended). Da die vier Lerngebiete Science, Technology, Engineering und Mathematiks bedient werden, ist der Hive Explorer als STEM-Projekt mit dem Lehrplan vieler Schulen konform.

Kelp Jerkey

Die Suche nach neuen Nahrungsquellen, die idealerweise auch noch in der Produktion umweltschonend sind, hört bei Insekten nicht auf. Das Start-up akua greift mit Kelp Jerkey ebenfalls auf ein bereits bekanntes Nahrungsmittel zurück: Algen. Spätestens nach der großen Sushi-Hype-Welle sind wahrscheinlich viele von euch mit den Unterwasserpflanzen bekannt.

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Der vegane Snack Kelp Jerkey aus dem Hause akua. (Foto: akua)

akua verarbeitet das Seegras zu Kelp Jerkey, einem veganen Snack, der sich sowohl vom Namen als auch von der Konsistenz am beliebten amerikanischen Snack Beef Jerkey orientiert.

Zu den zahlreichen positiven Eigenschaften von Algen zählt akua das hohe Maß an Vitaminen, Calcium und Proteinen. Außerdem sind Algen im Anbau nicht nur unkompliziert, da gänzlich auf den Zusatz von beispielsweise Dünger verzichtet werden kann, sondern hilft auch der Unterwasser-Fauna.

  • Mit letztlich über 70.000 US-Dollar übertraf akua das selbstgesteckte Funding-Ziel von 25.000 US-Dollar.

Genusee

Das Thema Nachhaltigkeit steht derzeit hoch im Kurs. Die Insektenfarm ist nur ein Beispiel dafür. Ein anderes die Kickstarter-Kampagne Genusee. Grundgedanke ist es, Brillen aus alten Einmal-Plastikflaschen zu produzieren.

Für jede Brille werden bis zu fünfzehn Plastikflaschen upcycelt, wodurch die Umweltbelastung durch unnötigen Plastikmüll reduziert werden soll. Außerdem kauft Genusee alte Brillen zurück, falls ihr euch irgendwann für ein neues Modell entscheiden solltet. Die alte Brille könnt ihr dann an das Unternehmen zurücksenden, wo sie dann weiter verwertet wird.

Einen Teil des erzielten Gewinns spendet Genusee an gemeinnützige Projekte in Flint, Michigan. Außerdem schafft das Unternehmen Arbeitsplätze in der Region, um so Hilfsbedürftige weiter zu unterstützen. Über 40 Prozent der Bevölkerung Flints lebt unter der Armutsgrenze.

  • Das auf Kickstarter anvisierte Ziel von 50.000 US-Dollar hat Genusee weit überschritten – knapp 75.000 US-Dollar sammelte das Unternehmen ein.

Onak

Kanufahrten erfreuen sich nicht nur bei Schulausfahrten großer Beliebtheit. An vielen Fließgewässern gibt es Möglichkeiten, sich eins der schlanken Gefährte auszuleihen. Das kann jedoch auf Dauer relativ teuer werden und eingefleischte Fans des Wassersports greifen dann doch lieber auf eigene Boote zurück.

Das bringt allerdings ebenfalls Probleme mit sich. Denn ein Kanu zu transportieren ist relativ umständlich. Wäre es da nicht praktisch, die sperrigen Teile besser verstauen zu können? Die Suche nach einem Mitnehm-Kanu hat nun Ende, denn das belgische Unternehmen Onak hat eine Lösung für das Transportproblem gefunden.

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Das faltbare Kanu soll sowohl in ruhigen als auch in wilden Gewässern problemlos nutzbar sein. (Foto: Onak)
  • Bereits zum zweiten Mal ging Onak mit Origami-Kanus an den Start. Das erste Projekt erreichte über 150 Prozent des anvisierten Finanzierungsziels. Mit der zweiten Kampagne soll das faltbare Kanu weiter verbessert werden.

Das Kanu soll in unter fünfzehn Minuten einsatzbereit sein und kann in einen praktischen Rollkoffer verwandelt werden. Dabei wiegt es gerade einmal 17 Kilogramm. Im Gegensatz zu aufblasbaren Kanus ist der Aufbau laut Unternehmen sehr unproblematisch, da keine Hilfsmittel wie beispielsweise Luftpumpen benötigt werden. Außerdem ist das spezielle Material, aus dem die Origami-Kanus gemacht sind, wesentlich robuster als das von herkömmlichen Aufblas-Kanus. Somit sind auch Fahrten in raueren Gewässern möglich, ohne dabei ständig Gefahr zu laufen, am Ende unterzugehen.

Im Gegensatz zum Vorgängermodell ist das Onak 2.0 mit besseren Sitzmöglichkeiten ausgestattet, um die Wildwasser-Erfahrung so angenehm wie möglich zu gestalten. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit ist das Kanu außerdem vollständig recycelbar.