Brückentage 2019: Urlaubsplanung gut und konfliktfrei gestalten



An Brückentagen wollen die wenigsten Mitarbeiter ihr Kreuz im Dienstplan machen. Stattdessen trudeln Urlaubsanträge aus allen Abteilungen bei euch als Gründer ein. Aus menschlicher Sicht ist das absolut verständlich. Wer hat nicht gern – wie an Pfingsten – mehrere Tage zum verhältnismäßig geringen Preis von einem Urlaubstag frei? Doch können durch den falschen Umgang mit Urlaub an Brückentagen Konflikte entstehen.

Wenn Mitarbeiter um Brückentage streiten

Insbesondere an sehr beliebten Brückentagen ist der Bedarf bei Mitarbeitern hoch, Urlaub zu beantragen. Das betrifft vor allem Brückentage, die ein verlängertes Wochenende in Kombination mit Feiertagen ermöglichen: Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Weihnachten, um nur ein paar der beliebtesten Gelegenheiten zu nennen.

Brückentage
Brückentage: 1 Tag Urlaub und dafür ein paar Tage wegfahren. Perfekt, um die Seele zwischendurch mal baumeln zu lassen.

Im Netz gibt es sogar Tabellen, die einen Effizienzvergleich anbieten. Mitarbeiter erfahren so, wie sie ein Minimum an Urlaubstagen nehmen können und zugleich ein Maximum an freien Tagen erhalten. Das spornt natürlich an, den Urlaubsantrag im Eilverfahren im Unternehmen einzureichen.

  • Tipp: Wenn es in eurem Unternehmen keine Probleme mit der Urlaubsplanung gibt, dann nutzt die Brückentage, um ein Maximum an Erholung für euch und eure Mitarbeiter zu erreichen. Eine gute Übersicht der einzelnen Bundesländer und den Feiertagen liefert euch zum Beispiel Travelbook.

Das Problem entsteht meistens dann, wenn ihr viele Mitarbeiter beschäftigt, welche die Tabellen ebenfalls kennen und alle zusammen Urlaub beantragen. Und selbst wenn nicht, weiß jeder, dass Brückentage gute Gelegenheiten sind, um sich eine längere Auszeit zu gönnen. Als Ergebnis habt ihr eine Flut von Urlaubsanträgen auf eurem Schreibtisch. Aber ihr könnt unmöglich alle genehmigen, da die Arbeit in eurer Firma sonst komplett zum Erliegen käme. Viele Gründer beziehungsweise Unternehmer gehen mit dieser Herausforderung falsch um.

Urlaub genehmigen: So solltet ihr nicht vorgehen

Der naheliegendste Gedanke ist natürlich, nach dem vermeintlich effizienten „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“-Verfahren vorzugehen. Sprich: Diejenigen Urlaubsanträge, die zuerst eintrudeln, werden genehmigt. Für die Spätzünder heißt es dann: Pech gehabt! Das kann jedoch zu erheblichen Spannungen führen. Denn welche Botschaft sendet ihr euren Mitarbeitern damit? Dass es nicht um Fairness und Gerechtigkeit geht, sondern dass das Recht des Stärkeren beziehungsweise Schnelleren gilt.

Zum einen entsteht dadurch eine Konkurrenzsituation unter den Mitarbeitern: Der Druck steigt, sich so früh wie möglich um die Beantragung von Urlaub an Brückentagen zu kümmern. Weil jeder so denkt, entsteht eine Spirale, die zu den absurdesten Situationen führen kann. Wundert euch daher nicht, wenn ihr im Sommer Urlaubsanträge für Brückentage des übernächsten Jahres erhaltet.

Das Ganze lässt sich natürlich mit Terminen und Fristen eindämmen. Was das Problem letztlich aber nicht löst, weil die Mitarbeiter dann wie bei einem Wettrennen auf den Zeitpunkt lauern, an dem sie ihre Anträge einreichen können. Obwohl sie doch wahrlich Wichtigeres zu tun hätten.

Unmut bei Mitarbeitern entsteht

Zum anderen können Spannungen zwischen den Mitarbeitern und euch als Vorgesetzten beziehungsweise Gründern entstehen. Das betrifft ganz besonders diejenigen, die bei der Beantragung von Urlaub an Brückentagen regelmäßig leer ausgehen. Diese Mitarbeiter könnten sich benachteiligt fühlen und euch dafür verantwortlich machen. Womit sie ja im Grunde recht hätten.

Der Konflikt kann so weit führen, dass er sich auf die Arbeitsmoral niederschlägt: Mitarbeiter, die wieder und wieder an Weihnachten oder Pfingsten arbeiten müssen, werden so sicherlich kein positives Verhältnis zu euch und eurem Unternehmen entwickeln. Lasst es nicht so weit kommen!

Was sagt die Rechtslage?

Tatsache ist: Es gibt keine gesetzlich geregelte Grundlage zu diesem Thema. Damit besteht auch seitens der Mitarbeiter kein Anspruch auf Urlaub an Brückentagen. Ein Blick auf das sogenannte Bundesurlaubsgesetz zeigt die Grenzen der Justiz: Zwar muss der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern mindestens einmal im Jahr eine längere Auszeit vom Job gewähren. Und dies in Form zusammenhängender Urlaubstage.

Brückentage
Urlaub: Wer seine Brückentage im Austausch mit seinen Kollegen und Mitarbeitern plant, kann die Bedürfnisse der anderen mit einbeziehen und für eine konfliktfreie Planung sorgen.

Von Brückentagen ist da nicht die Rede. Ihr habt in Bezug darauf also Freiheit bei der Gewährung oder Ablehnung von Urlaubstagen. Aber mal ehrlich: Was nützt euch dieses Wissen? Sicherlich möchtet ihr für eine positive Stimmung im Unternehmen sorgen. Weil ihr wisst, dass auch die Produktivität der Mitarbeiter daran gekoppelt ist. Ein Pochen auf Gesetzestexte wird euch nicht dorthin bringen. Geht lieber klug mit diesem Phänomen um und vergebt die Urlaube für Brückentage so gerecht wie möglich.

So gestaltet ihr die Urlaubsplanung intelligent

Ein Sprichwort lautet:

Die Mitarbeiter sind die Säulen des Betriebs, die jedes Erdbeben standhaft zu überstehen haben.

Daher solltet ihr so wertschätzend wie nur möglich mit den Bedürfnissen eurer Angestellten umgehen. Dazu gehört auch, dass ihr euch in puncto Urlaubsplanung an Brückentagen mit den individuellen Gegebenheiten im Unternehmen auseinandersetzt.

Bedeutet im Klartext: Genehmigt nicht einfach blind die ersten Urlaubsanträge, die hereinflattern. Schaut stattdessen, welche Mitarbeiter in den vergangenen Jahren wann und wie oft Urlaub rund um Brückentage bekommen haben. Dazu ein Beispiel:

  • Sabine aus der Marketing-Abteilung hat in den vergangenen zwei Jahren sowohl zu Pfingsten als auch um Weihnachten herum Urlaub genehmigt bekommen.
    Lars aus der Buchhaltung hingegen musste in den beiden Jahren immer wieder Ablehnungen seiner Anträge hinnehmen. Das traf ihn emotional, weil er im Gegensatz zu Sabine zwei kleine Kinder zu Hause hat, die er in dieser Zeit nicht sehen konnte.

Um keine Konflikte für Brückentage aufkommen zu lassen oder zu lösen, betrachtet Situationen wie diese von Sabine und Lars auf individueller Ebene. Das funktioniert natürlich nur, wenn ihr eure Mitarbeiter und deren Lebensumstände gut genug kennt. Ist das der Fall, könnt ihr anhand dieser individuellen Faktoren Entscheidungen für die Urlaubsplanung an Brückentagen treffen, die möglichst fair sind. Diese solltet ihr auch in persönlichen Gesprächen mit Angestellten vertreten.

Wenn Sabine sich also bei der Ablehnung ihres Antrages benachteiligt fühlt, könnt ihr die Zusammenhänge und Grundlagen eurer Entscheidung mit ihr besprechen. Das schafft Transparenz. Sabine fühlt sich im Idealfall ernst genommen und Lars bekommt den ersehnten Urlaub. Solche perfekten Win-Win-Situationen gelingen nicht immer, aber es lohnt sich, wenn ihr euch um eine wertschätzende Lösung dieser Thematik bemüht. Langfristig wird ein solcher Umgang das Betriebsklima stabilisieren.

Was ihr noch tun könnt, um die Urlaubsplanung in den Griff zu bekommen

Bei aller Wertschätzung der Mitarbeiter ist auch wichtig, dass ihr Struktur und Ordnung in diesen Prozess bekommt. Setzt daher Deadlines für die Einreichung der Anträge.

Kommuniziert außerdem klar und deutlich, wie ihr bei der Genehmigung beziehungsweise Ablehnung von Brückentagen von Mitarbeitern vorgeht. Das könnt ihr beispielsweise in einem Meeting tun. Wichtig ist, dass alle Angestellten wissen, wie der Prozess verläuft und niemand benachteiligt wird.

Trotz aller Bemühungen ist es manchmal auch so, dass bestimmte Mitarbeiter an spezifischen Tagen unverzichtbar sind. Überlegt euch hierfür einen Ausgleich, zum Beispiel die Genehmigung zusätzlicher Urlaubstage oder eine andere Form der Anerkennung.

Fazit

Der Wunsch seitens der Mitarbeiter nach Urlaub an Brückentagen ist verständlich und oftmals groß. Begegnet diesem Bedürfnis mit Fairness und klaren Regeln, um eine angemessene Lösung für alle Beteiligten zu finden. Setzt Deadlines und achtet auf eine ausgewogene Verteilung der Anträge. Dann bleibt das Betriebsklima als entscheidende Basis für eine gesunde Unternehmenskultur stabil.

Regelmäßig findest Du neue Tipps zu verschiedenen Themen in unserem Gründerwissen to go.

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