Welttoilettentag 2018: drei Geschäftsideen rund ums Thema Toilette



Einen fröhlichen Welttoilettentag wünschen wir. Kennt ihr nicht? Der Welttoilettentag wurde 2001 ins Leben gerufen und findet jährlich am 19. November statt. Die Welttoilettenorganisation will auf das Problem mangelhafter hygienischer Versorgung und fehlender Sanitäranlagen in vielen Teilen der Welt aufmerksam machen. Wir stellen euch drei Geschäftsideen vor, bei denen sich alles ums Thema Toilette dreht.

Frische wie am ersten Tag

Toilette und Toilettenpapier, das ist wie Bonnie und Clyde – ein unzertrennliches Duo. Oder? In vielen Teilen der Welt ist dem längst nicht so, hier ersetzen Dusch-WCs und Bidets das Toilettenpapier fast vollständig. Und in Anbetracht unserer übrigen Hygienegepflogenheiten scheint das auch nur normal.

Würdest du dein Auto mit einem Taschentuch putzen, deinen Abwasch mit Küchenrolle machen oder dich unter Papier duschen – erklärt man dich vermutlich für verrückt. Aber an einen schmutzigen Po reiben wir mit trockenem Papier und erwarten, dass wir uns hinterher sauber fühlen. Ist das nicht auch ein bisschen verrückt? -HappyPo

Das Start-up HappyPo will die Po-Dusche nun auch in Deutschland salonfähig machen. Und das ohne aufwändige Installation oder umständliches Umsteigen. Die Po-Dusche von HappyPo ist nicht wesentlich größer als ein Stabmixer und muss zur Nutzung vor dem Toilettengang nur kurz mit klarem Wasser aufgefüllt werden. Damit soll nicht nur ein sauberes Gefühl beim Nutzer erzeugt, sondern auch massig Toilettenpapier eingespart werden. Das braucht man hier nämlich nur noch zum Abtrocknen.

Mit der Idee konnte HappyPo übrigens bereits in der TV-Show Die Höhle der Löwen punkten. 120.000 Euro gab’s für 25 Prozent der Firmenanteile.

Umweltschonende Toilette mit Mehrwert

Mit den Themen Toilette und Verschwendung beschäftigt sich auch das Start-up EcoToiletten. Das Unternehmen stellt sowohl mobile als auch stationäre Toiletten zur Verfügung. Dabei liegen insbesondere größere Events und Festivals im Fokus. Die EcoToiletten müssen nämlich nicht ans Abwassersystem angeschlossen werden – das sollen sie auch nicht. Denn die Fäkalien werden später noch gebraucht, durch Kompostierung werden diese in wertvollen und fruchtbaren Boden umgewandelt. Um den Abtransport kümmert sich das Start-up, außerdem um Auf- und Abbau sowie die Wartung, Reinigung und das Nachbefüllen mit Toilettenpapier.

Welttoilettentag
Augen auf bei der Toilettenwahl! Bei EcoToiletten wird Nachhaltigkeit groß geschrieben – in allen Bereichen. (Foto: EcoToiletten)

Die Wiederverwertung der Fäkalien spart im Vergleich zur normalen Entsorgung via Kläranlage eine Menge Wasser. Die Geschäftsidee hat aber eigentlich einen anderen Hintergrund: in Indien haben viele Menschen keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu sanitären Anlagen. Das führt zu Erkrankungen und im schlimmsten Fall gar zum Tod. Vor diesem Hintergrund begannen die EcoToiletten-Gründer an einer Alternative zur Wassertoilette zu arbeiten.

Taschen-Toilette für unterwegs

Unterwegs Toiletten zu finden, ist manchmal gar nicht so leicht. Beispielsweise kann es beim stockenden Verkehr auf der Autobahn durchaus ein paar Stunden dauern, bis die nächste freie Toilette genutzt werden kann. Solche Probleme gehören nun jedoch der Vergangenheit an, zumindest, wenn es nach dem Willen dieses Unternehmens geht. Adamus produziert portable Urinale in unterschiedlicher Ausfertigung: für Frauen in Version Evamus, Männer in Version Adamus und für Kinder gibt’s die Version Minimus. Die Toilettenbeutel können nach Gebrauch verschlossen und einfach entsorgt werden. Um Versehen vorzubeugen wird der Urin im Beutel in ein geruchsneutrales Gel umgewandelt. So kann erst gar nichts auslaufen.

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„Glücklich der, der jederzeit aufs Klo flitzen kann.“ (Foto: Vox)

Mögliche Kunden sind jedoch nicht nur Familien auf dem Weg in den Urlaub. Auch beispielsweise für Menschen, die im Rollstuhl sitzen, bietet Adamus einen echten Mehrwert. Auch bei Blasenschwäche und dem medizinischen Gebrauch, zum Beispiel bei Bettlägerigen, kann Adamus punkten. Dafür gab’s ebenfalls Geld von den Löwen. Das Start-up verließ die Höhle mit einem Deal über 150.000 Euro für 27 Prozent am Unternehmen.

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