Suchmaschinenoptimierung für Online-Shops: Paginierung und SEO!



Forscher von ibi research prognostizieren, dass eCommerce bis zum Jahr 2023 knapp 20 Prozent des Gesamtumsatzes im Einzelhandel ausmachen wird, 2016 waren es noch 9,2 Prozent. Das kompetitive Umfeld im Online-Handel wächst weiter. Wie können Online-Shops im Internet trotzdem erfolgreich sein? Die Antwort: mit technischer Suchmaschinenoptimierung (SEO) und strukturierter Paginierung!

Würde man fragen, wo eigentlich der genaue Unterschied zwischen stationärem und Online-Handel liege, so gäbe es sicherlich viele berechtigte Antworten. Ohne Zweifel liegt ein gravierender Unterschied in den Vertriebskanälen, aber insbesondere auch im Marketing. Denn klar, wer sein lokales Geschäft bekanntmachen möchte, greift im Regelfall zu Prospekten, Werbeflyern und Co., nur selten zu digitalen Werbemitteln.

Doch dies muss auch nicht sein. Letztlich lässt sich der lokale oder regionale Kundenkreis oft effektiver über klassische Werbemittel ansprechen. Lokale Online-Werbung über Suchmaschinenwerbung (SEA) oder lokale Suchmaschinenoptimierung ist zwar mittlerweile nicht mehr zu vernachlässigen, jedoch noch längst nicht so wichtig für den Geschäftserfolg vor Ort wie die Lokalzeitung oder der Werbeflyer im Briefkasten.

Suchmaschinenoptimierung
Gut planen: Um sich in der Masse der Onlinehändler besser zu positionieren, ist eine professionelle Suchmaschinenoptimierung unerlässlich. (Foto: piktochart)

Ganz anders sieht es aber aus, wird der Handel mit Gütern online abgewickelt. Denn der oftmals angepriesene Vorteil einer zeit- und ortsunabhängigen Shopping-Möglichkeit kommt einerseits der Käuferseite zugute, ist andererseits aber eine große Herausforderung für Shop-Betreiber. Diese nämlich müssen sich stets gegen eine überdimensionale Anzahl Konkurrenten durchsetzen. Gerade für Gründer ist dies eine fachliche Hürde.

Denn anders als bei Radiowerbung oder dem Flyer-Druck sind Erfolge durch Internet-Werbemaßnahmen schlechter zu kalkulieren, und es erfordert tiefgreifendes Know-how, um online, das heißt in der Regel über die Suchmaschine Google, gefunden zu werden.

Der Marketingbereich, der sich damit beschäftigt, organisch – also nicht durch bezahlte Werbeanzeigen – über eine Suchmaschine zu spezifischen Suchbegriffen in den Ergebnislisten angezeigt zu werden, nennt sich Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO, die trotz hoher Konkurrenz und geringem Marketingbudget für messbare Erfolge sorgen kann.

Paginierung in Online-Shops: Vorteile und Risiken!

Suchmaschinenoptimierung ist ein sehr breites Tätigkeitsfeld und erfordert aufgrund ihrer Komplexität – es sollen rund 200 verschiedene Google-Rankingfaktoren existieren – meist professionelle Unterstützung. Nichtsdestotrotz sollten gerade Gründer sich ein grundlegendes Basiswissen aneignen und aktiv an der Gestaltung des eigenen Online-Shops mitwirken.

Speziell im eCommerce spielt das SEO-Thema Paginierung eine zentrale Rolle. Denn gerade Online-Shops haben häufig das Problem, aufgrund zahlreicher Kategorien und Produkte besonders viele Unterseiten vorzuweisen. Und bei undurchdachter Paginierung bleiben vorzeigbare Rankings häufig aus, da Suchmaschinen oftmals gar nicht wissen, welche der zahlreichen Seiten eigentlich relevant für eine spezifische Suchanfrage ist.

Was ist Paginierung?

  • Bei SEO ist die Rede von Paginierung, wenn eine besonders hohe Content-Fülle auf mehreren einzelnen Unterseiten aufgeteilt wird. Dadurch soll vordergründig die Usability, also die Nutzerzufriedenheit auf der Webseite, verbessert werden. Paginierung wird allerdings auch verwendet, um möglichst viele Impressionen in den Rankingergebnissen zu erzeugen. Paginierung wird bei Online-Shops vornehmlich für Kategorieseiten mit übermäßig vielen Produkten oder besonders langen Textabschnitten angewandt.

Neben dem Problem, dass durch Paginierung Rankingsignale womöglich von falschen beziehungsweise unerwünschten Unterseiten ausgehen, droht auch immer die Gefahr einer schlechten internen Verlinkungsstruktur sowie von Duplicate Content. Gerade wenn Kategoriebeschreibungen oder ähnliche Produktnamen auf verschiedenen Unterseiten zu finden sind, kann dies für Google und Co. ein Grund sein, die Relevanz einzelner Seiten und damit das Rankingpotential zu wichtigen Keywords zu schwächen.

Zusammengefasst:

  • Gut konzipierte Paginierung verbessert die Nutzerfreundlichkeit von Online-Shops
  • Schlechte Paginierung mindert das Rankingpotential von Unterseiten und kann Duplicate Content erzeugen

Googles Anleitung: So soll Paginierung umgesetzt werden!

Selbstverständlich sind sich auch die Verantwortlichen beim Suchmaschinengiganten aus Kalifornien bewusst, dass Paginierung – wenn auch nicht nur – gerade für Online-Shops eine große Herausforderung darstellt. Auf dieser Google-Support-Seite für Webmaster werden deswegen verschiedene Möglichkeiten vorgeschlagen, wie Paginierung in der Praxis – laut Google – am besten umgesetzt wird.

  1. „Unternehmen Sie nichts.“
    Aufgrund der genannten Probleme ist dieser „Google-Tipp“ kaum als echter Tipp zu bezeichnen. Lediglich bei sehr kleinen Online-Shops mit wenigen Produkten beziehungsweise Content ist es ratsam, darauf zu vertrauen, dass Google selbst die beste Lösung für Paginierungsprobleme findet. Die Kontrolle über den Erfolg des eigenen Online-Shops gebt ihr so aber auf alle Fälle aus der Hand.
  2. „Implementieren Sie eine Gesamtansicht-Seite.“
    In diesem Fall würde der gesamte Content, beispielsweise alle Produkte und Texte einer Kategorieseite, auf einer einzigen Unterseite angezeigt. Dies bedeutet allerdings nicht, dass diese Seite für den Nutzer sichtbar sein muss. Stattdessen bedeutet dies, dass nur diese Seite in den Google-Index aufgenommen wird, aber auch paginierte Seiten existieren, die dann aber über ein Canonical-Tag auf die Gesamtansicht als zu indizierende Seiten verweisen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Benutzerfreundlichkeit ist hoch und die Gefahr von Duplicate Content besteht nicht. Allerdings haben gerade große Online-Shops mit dieser Lösung Probleme, da bei besonders umfangreichen Seiten das Crawling der Seite kaum umsetzbar ist und Performance-Probleme entstehen, zum Beispiel schlechte Ladezeiten aufgrund zu vieler Produktbilder.
  3. Verwenden Sie rel=“next“- und rel=“prev“-Links oder -Header, um die Beziehung zwischen Komponenten-URLs anzugeben.
    Mit diesen Tags wird Google angewiesen, dass alle paginierten Seiten indexiert werden sollen. Performance-Probleme wie bei einer Gesamtansicht-Seite sind so natürlich nicht zu erwarten. Allerdings kann so auch nicht beeinflusst werden, welche Seiten am Ende in den Suchergebnisseiten zu finden sind. Generiert eine paginierte Seite beispielsweise mehr Rankingsignale als die Hauptkategorieseite, wird jene auch vor der eigentlich gewünschten Seite gerankt.

Paginierung in der Praxis: besser als die Google-Tipps!

Wie oben zu sehen ist, bieten alle Google-Tipps Vorteile und Nachteile gleichermaßen. Dies ist auch der Grund, warum in der Praxis unterschiedliche Ansätze verfolgt werden. Zwar nutzen umfangreiche Seiten wie das Schnäppchenportal Mein-deal.com auch Google-Empfehlungen, in diesem Fall eine Gesamtansicht-Seite, mitunter werden aber auch gänzlich eigenständige Lösungsansätze verfolgt, die sich bereits in der Praxis bewiesen haben – und an denen ihr euch mit euren eigenen neuen Online-Shops natürlich orientieren könnt. Ein Beispiel hierfür wäre der erfolgreiche Online-Bekleidungsshop Zalando.

Zalando setzt auf den Kategorieseiten gar kein Canonical-Tag und zeigt auch nicht mit rel=“next“ auf die Folgeseiten, nutzt gar überhaupt keine der Google-Empfehlungen. Stattdessen werden paginierte Seiten mit einem weiteren Meta-Tag, nämlich dem Robots-Tag, auf „noindex“ gesetzt, wodurch diese Seiten nicht in den Google-Index aufgenommen werden und entsprechend auch nicht in den Suchergebnislisten erscheinen.

Zalando verhindert auf diese Weise, dass die Google-Crawler allzu tief in Unterseiten vordringen, die für Rankings ohnehin irrelevant sind. Zeitgleich kann auf diese Weise das Crawling-Budget besser ausgeschöpft werden und die erwähnten Probleme einer Gesamtansicht-Seite werden umgangen. Ohne hier weiter in fachspezifische Tiefe vordringen zu wollen, soll damit nur gezeigt werden, dass beim Thema Paginierung und allgemein bei SEO oft individuelle Lösungsansätze auch oder gar besser funktionieren können als Schema-F-Lösungen – auch wenn diese von Google selbst stammen.

Fazit: SEO und Paginierung mit und ohne professionelle Hilfe umsetzen!

Als Gründer und Neuling im Online-Marketing dürften einige der obigen Informationen euch wahrscheinlich schon fast überfordert haben. Sinn und Zweck dieses Artikels war es aber nicht, eine konkrete Anleitung zu geben, wie Paginierung in der Praxis umgesetzt werden soll, sondern dafür zu sensibilisieren, dass erstens Seitennummerierungen für Online-Shops sehr wichtig sind und zweitens die Aneignung von Know-how gegenüber der – vielleicht ebenso unwissenden Konkurrenz – im Internet spürbare Marktvorteile bringen kann. Nichtsdestotrotz ist es natürlich zu empfehlen, die Umsetzung komplexerer Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung einem Profi zu überlassen. Gut beraten seid ihr aber, wenn ihr auch versteht, warum der Profi bestimmte SEO-Maßnahmen umsetzt.