KI-Strategie der Bundesregierung: Förderung mit 3 Milliarden Euro



Die Bundesregierung hat ihre Strategie zur Künstlichen Intelligenz (KI) beschlossen. Sie sieht Förderungen von insgesamt drei Milliarden Euro vor, darunter auch Förderungen für Gründungsvorhaben im KI-Bereich. Was die KI-Strategie für Gründer bereithält.

Für die Start-up-Szene ist Künstliche Intelligenz (KI) längst kein Neuland mehr. Immer mehr Gründer nutzen KI, um im Mantel von Apps und Computer-Software Texte auszuwerten, Kunden über Chatbots oder das Telefon zu beraten, die Gefühle von Menschen zu erkennen oder das perfekte Outfit für Anlass und Wetter zu finden. Künstliche Intelligenz nimmt also eine immer bedeutendere Rolle in unserer digitalisierten Welt ein.

KI-Strategie
In der KI-Strategie sieht die Bundesregierung vor, Wirtschaft, Forschung und Entwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz zu fördern. Deutschland soll einer der Top-Standorte für die Technologie werden. (Foto: Pixabay)

Das hat auch die Bundesregierung erkannt und will die Forschung, Entwicklung und Gründungsdynamik im Bereich der Künstlichen Intelligenz stärker fördern. In der kürzlich veröffentlichten KI-Strategie stellt sie das Ziel vor, zu einem weltweit führenden Standort für KI-Technologien zu werden. Insgesamt plant die Bundesregierung bis 2025 dafür 3 Milliarden Euro ein. 500 Millionen Euro sollen schon im Jahr 2019 fließen.

Künstliche Intelligenz: zusätzliche Finanzierung für Gründer

Ein Teil des Geldes wird laut dem Strategiepapier in die Förderung der Gründungsdynamik für KI-basierte Geschäftsmodelle fließen. Förderangebote wie EXIST sowie Investitionsfonds wie der High-Tech Gründerfonds sollen Start-ups in der Start- und Wachstumsphase mit Finanzierung unter die Arme greifen. Zudem will die Regierung den deutschen Wagniskapital- und Venture-Debt-Markt stärken. In Kooperation mit der KfW soll das Investitionsvolumen bis 2020 auf 200 Millionen Euro pro Jahr erhöht werden. Wird der Plan umgesetzt, können sich Gründer, die im Bereich Künstliche Intelligenz tätig sind, also auf zusätzliche Möglichkeiten zur Finanzierung freuen.

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Weiter sieht die Bundesregierung vor, dem Fachkräftemangel im Bereich der KI-Technologien durch Bildungsangebote und eine Verbesserung der Mobilität für Fachkräfte aus dem Ausland entgegenzuwirken. Im Bildungsbereich sollen digitale Kompetenzen schon frühzeitig in der Schule, aber auch später in der Hochschule sowie über Weiterbildungsangebote vermittelt werden. 100 neue Professuren sollen im Bereich Forschung für Aufwind sorgen. Start-ups leiden schon jetzt unter Fachkräftemangel im IT-Bereich. Vor dem Hintergrund des demografischen sowie des digitalen Wandels ist eine Fachkräftestrategie dringend nötig.

Die KI-Strategie sieht außerdem vor, Kompetenzzentren für KI-Forschung und für den Mittelstand 4.0 aufzubauen. Sogenannte „KI-Trainer“ sollen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) beraten und so „für den Einsatz von KI-Technologien befähigen“. Um neu entwickelte Produkte testen zu können, will die Große Koalition den Unternehmen zudem Testfelder und Reallabore zur Verfügung stellen, die mit der nötigen Infrastruktur ausgestattet sind. Und Innovationswettbewerbe sollen dazu anregen, neue und bessere Technologien zu entwickeln. Auch Gründer und Start-ups könnten von diesen Angeboten profitieren.

Bitkom-Präsident Achim Berg sagt zur KI-Strategie:

Künstliche Intelligenz bedeutet für die Weltwirtschaft eine neue Stunde null. KI ist vergleichbar mit der Erfindung von Rad, Buchdruck oder Dampfmaschine.

Und weiter: „Es ist ungewöhnlich, dass eine Bundesregierung eine nationale Strategie für eine Technologie verfasst. Der Schritt unterstreicht, dass die Politik die Bedeutung dieser Zukunftstechnologie erkannt hat. Wir begrüßen das klare Bekenntnis der Bundesregierung, jetzt das Tempo erhöhen zu wollen. Dieses Ziel muss aber noch stärker mit konkreten Maßnahmen und den notwendigen Mitteln verfolgt werden.“

Fazit zur KI-Strategie: Viele Worte, nun müssen Taten folgen

Für Gründer mit einer KI-basierten Geschäftsidee könnten die geplanten Förderungen eine Stütze im Aufbau ihres Unternehmens sein. Und auch Studenten oder wissenschaftliche Mitarbeiter werden so weiter dazu angeregt, ihre Erkenntnisse aus den Hochschulen in die Praxis umzusetzen. Es bleibt aber abzuwarten, wie die Bundesregierung ihre Strategie in die Tat umsetzen will. Vielen Plänen fehlt es an Details und die Formulierungen bleiben eher im Wagen. Nach den Worten müssen nun Taten folgen.

Die KI-Strategie folgt auf die Hightech-Strategie 2025. Lest hier, was die Bundesregierung für die nächsten 7 Jahre geplant hat. Informationen zu Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten findet ihr auf Für-Gründer.de.