Ex-Google-Chef Eric Schmidt über Entrepreneurship: Lasst euch kritisieren!



Ex-Google-Chef Eric Schmidt war gestern zu Gast an der Universität Hamburg. Vor Informatik-Studenten hielt er einen Vortrag zu Innovation und Unternehmertum im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Er appellierte stark an die jungen Zuschauer: Der Schlüssel zum Unternehmertum seien Freiheit, Bildung, Innovation und ein Funken Verrücktheit, einfach loszulegen und Kritik einzustecken. Wir haben 8 seiner Statements für euch mitgebracht.

Eric Schmidt
Eric Schmidt, Ex-Google-Chef und Vorstandsmitglied von Alphabet Inc., hielt vergangenen Donnerstag einen Vortrag über Innovation und Entrepreneurship in Zeiten von Künstlicher Intelligenz an der Universität Hamburg. (Foto: Universität Hamburg / Marius Eschen)

#1 „What makes human society succeed is freedom.“

Eric Schmidt begann seinen Vortrag mit einer fundamentalen Aussage: Was die Menschheit so weit nach vorne gebracht hat, ist die Fähigkeit kritisch zu denken. Nur wenn wir die Freiheit haben, kritisch zu denken, kreativ zu sein, etwas auszuprobieren, könnten wir weiter Fortschritte machen. Und nur so haben wir einen Einfluss auf das, was um uns herum passiert.

#2 „Entrepreneurship is the key to our society.“

Kreativität, Reflexion und Innovation sind die Grundpfeiler für erfolgreiches Unternehmertum. Und Unternehmertum ist der Schlüssel zu unserer Gesellschaft. Als Gesellschaft sind wir davon abhängig, dass wir Neues erfinden und so den technischen Fortschritt beflügeln.

#3 „Entrepreneurship works because unique talent comes from strange places.“

Eric Schmidt ist überzeugt davon, dass Talente nicht nur in den Top-Ländern und -Orten zu finden sind, sondern überall auf der Welt. Das Besondere an wahren Entrepreneuren sei, so Schmidt, dass sie sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen würden und dass sie verrückt genug seien, alles zu riskieren, um etwas Neues zu erfinden.

#4 „Don’t spend your time giving people criticism. Do things and then your friends will criticise you.“

Ein Rat, den der Ex-Google-Chef den Studenten mitgab, war: Seid nicht diejenigen, die Kritik üben, sondern seid diejenigen, die eine Idee präsentieren und sie umsetzen. Es sind dann die anderen, die euch Kritik und Feedback geben. Es sei normal, dass man dabei auch mal scheitere. Er selbst erinnere sich an viele Projekte, die er ins Rollen gebracht hätte, und die gescheitert sind. Aber dann erinnert er sich an die vielen erfolgreichen Projekte und das sind die Projekte, die zählen.

#5 „A quick path to success is to apply the principles of AI to any kind of business.“

Der beste Weg, als Unternehmer schnell erfolgreich zu sein, ist für Schmidt, ein Unternehmen zu gründen, das Künstliche Intelligenz nutzt. Besonders im Bereich Biologie und Life Sciences seien die Aussichten auf Erfolg sehr hoch. Prinzipiell könne man KI aber in jeglicher Art von Unternehmen anwenden und gewinnbringend nutzen.

#6 „I don’t see where there is a societal loss, I only see a gain.“

Seine Faszination mit Künstlicher Intelligenz konnte der Ex-Google-Chef nicht verbergen. Und das wollte er auch nicht. Denn für ihn bringt die Technologie lediglich Vorteile, keine Nachteile für die Gesellschaft. Für die Zukunft stellt er sich weniger eine Super-Intelligenz vor als viel mehr intelligente Maschinen, die dem Menschen in ihren Tätigkeiten assistieren. Was für Menschen praktisch nicht umsetzbar ist, können Maschinen für sie übernehmen. So könnte eine Maschine beispielsweise alle Zeitungen gänzlich „lesen“ und dem Menschen dann Vorschläge machen, über was er nachdenken könnte.

#7 „Education is where the next generation of companies and growth comes from.“

In Europa wird nicht genug Geld in Bildung investiert, sagt Schmidt zu den Studenten. Er sieht in dem bestehenden Bildungssystem einige Probleme. Zum Beispiel, dass Universitäten ihre Studenten nicht dazu anregen und ausbilden, Unternehmer zu werden. Eine gute Bildung ist für Schmidt allerdings bitter nötig, um die nächste Generation von Unternehmen und somit Wachstum zu schaffen. Es sei auch die Aufgabe von Universitäten, die Studenten zu Unternehmern zu machen.

#8 „The quality of software engineers in Germany is fantastic. We need more of them!“

Zum Abschluss lobte Eric Schmidt die Qualität der deutschen Software-Ingenieure und appellierte an alle: Wir brauchen mehr, bitte schafft mehr davon!

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