Studie: Start-up-Landschaft in Deutschland zeigt sich von neuer Seite



Der Deutsche Startup Monitor (DSM) hat auch dieses Jahr wieder die Start-up-Szene in Deutschland untersucht. Neben ein paar alten Trends zeigt die Studie 2018 auch, dass sich die Start-up-Landschaft wandelt. Acht Fakten, die ihr von Start-ups in Deutschland bestimmt nicht erwartet hättet.

Deutsche Startp Monitor
Der Deutsche Startup Monitor zeigt, die Start-up-Landschaft in Deutschland wandelt sich.

#1 NRW ist die neue Start-up-Hochburg

Berlin wird allgemein als Start-up-Hochburg gehandelt. Laut dem DMS 2018 hat Nordrhein-Westfalen die Hauptstadt nun vom ersten Platz verdrängt, wenn es um die Verteilung von Start-ups nach Bundesländern geht. In NRW haben mittlerweile ganze 19 Prozent ihren Hauptsitz, während in Berlin lediglich knapp 16 Prozent ansässig sind.

#2 Hierarchien kommen zurück

Start-ups werden oft mit flachen Hierarchien in Verbindung gebracht. Der DSM 2018 hat allerdings eine Tendenz hin zu mehr Hierarchien festgestellt. Immer mehr Start-ups wenden sich anscheinend von einer Arbeitsweise mit nur einer Hierarchieebene ab. Der Anteil sank von 29,5 Prozent im Jahr 2017 auf nun 20,5 Prozent. Die Gründer und Geschäftsführer präferieren hingegen verstärkt die Arbeit mit zwei (Anstieg von 42,7 auf 49 Prozent) oder sogar drei Hierarchieebenen (Anstieg von 21,9 auf 23,3 Prozent).

#3 Kompetenzen fehlen für den dominierenden Tätigkeitsbereich

Ein Drittel aller befragten Start-ups sind in der Branche Informations- und Kommunikationstechnologie tätig. Gleichzeitig haben aber immer weniger Gründer einen Bildungshintergrund in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Vielmehr kommen sie häufiger aus den Wirtschaftswissenschaften. Das stellt viele Start-ups auch vor Herausforderungen, denn gerade in der IT-Branche finden viele junge Unternehmen keine Mitarbeiter.

#4 Neue Top-10-Gründer-Hochschulen aus Städten abseits der Gründerhochburgen

Während die technischen Universitäten in München, Karlsruhe und Aachen weiter die Spitze anführen, haben sich ein paar neue Bildungsinstitute in die Top-10-Gründerhochschulen vorgearbeitet. Die Freie Universität Berlin und die Universität Mannheim haben es gleich auf den 5. und 6. Platz geschafft, während die Handelshochschule Leipzig und die Universität Bremen den 7. und 8. Platz belegen.

#5 Zehn Landesregierungen besser bewertet als die in Berlin

Weltweit soll Berlin die zweitbesten Bedingungen für Start-ups haben, fand der Global City Power Index kürzlich heraus. Nur San Francisco konnte noch bessere Konditionen bieten. Der Deutsche Startup Monitor befragte Gründer nun nach der Förderung seitens der Bundes- und Landespolitik. Berliner Gründer bewerteten das Bundesland mit einer schlappen 3,7 (in Schulnoten). Auch wenn kein Bundesland eine wirklich gute Bewertung erhielt, so schafften es ganze zehn Bundesländer zu einer besseren Note.

#6 Start-ups sind grün

Der DMS 2018 fragte Gründer auch, welche Partei sie wählen würden. Das Bündnis 90/Die Grünen erhielt den größten Stimmenzuwachs im Vergleich zum Jahr 2017 und erzielten mit 22,4 Prozent den zweitgrößten Stimmenanteil nach der FDP. Diese Ergebnisse korrelieren mit den Aussagen von 68,2 Prozent der befragten Start-ups, dass Nachhaltigkeit sehr wichtig für sie sei. So wollen sie eine positive gesellschaftliche oder ökologische Wirkung erzielen. Zudem ordnet sich gut ein Drittel der Start-ups der „Green Economy“ zu.

#7 Scheitern spornt zum Weitermachen an

Statistiken besagen, dass neun von zehn Start-ups langfristig nicht überleben. Doch wie gehen Gründer damit um? Laut dem Deutschen Startup Monitor würden fast 60 Prozent der Gründer erneut ein Start-up gründen, wenn sie mit dem aktuellen Unternehmen scheitern sollten. Die Studie fand auch heraus, dass circa die Hälfte der befragten Gründer Seriengründer sind, die vorher bereits mindestens ein Start-up gegründet haben.

#8 Viel Arbeit, aber trotzdem glücklich

Keine Überraschung, aber es stimmt uns positiv: Denn auch wenn Gründer von Start-ups mit durchschnittlichen 56,3 Wochenstunden Arbeit deutlich mehr schuften als der Otto-Normal-Arbeiter, ist die Mehrheit trotzdem sehr zufrieden mit ihrem Leben und ihrer Work-Life-Balance. Da können wir nur sagen: Weiter so! Macht euch glücklich!

Hier findet ihr alle Ergebnisse des Deutschen Startup Monitors 2018. Fakten rund um die Top 50 der Start-ups in Deutschland findet ihr auch in der Publikation von Für-Gründer.de.