Praxiswissen kompakt: 1%-Regelung, die 4 wichtigsten Fragen



Die 1%-Regelung ist auf den ersten Blick sperrig und kompliziert. Es geht hier um die Frage, wie ihr euren Firmenwagen versteuert. Wir zeigen euch, wie die 1%-Regelung funktioniert und vergleichen sie mit der Alternative, der Fahrtenbuch-Methode.

Was ist die 1%-Regelung?

Einkommen müsst ihr bekanntlich versteuern. Zum Einkommen zählen auch geldwerte Vorteile von Sachbezügen. Euer Dienstwagen stellt dann einen geldwerten Vorteil dar, wenn ihr euren Dienstwagen privat nutzt.

Praxiswissen kompakt: 1%-Regelung

Die 1%-Regelung ist nun eine Methode, euren Dienstwagen pauschal zu versteuern, unabhängig vom Anteil der privaten Nutzung.

Wie funktioniert die 1%-Regelung?

Die 1%-Regelung wird auch Listenpreismethode genannt. Denn der Ausgangspunkt der 1%-Regelung ist der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs. Die Berechnung funktioniert wie folgt:

  • Bruttolistenpreis multipliziert mit 1%.
  • Stellt die Entfernung zwischen Wohnort und Arbeit in Kilometern fest und multipliziert diese Kilometerzahl mit 0,03% des Bruttolistenpreises.
  • Diese beiden Summen ergeben den geldwerten Vorteil, der monatlich zusätzlich zum Gehalt zu versteuern ist.

Nehmen wir ein Beispiel: Ein GmbH-Geschäftsführer hat als Dienstwagen einen 3er BMW, der 40.000 € gekostet hat. Sein Weg zur Arbeit beträgt 30 Kilometer. 1% vom Bruttolistenpreis sind 400 €. Hinzu kommen 360 € für den Weg zur Arbeit. Der Geschäftsführer versteuert also monatlich zusätzlich 760 € zu seinem Geschäftsführergehalt. Pro Jahr sind dies 9.120 €.

1%-Regelung: Vorteile und Nachteile?

Vorteil der 1% Regelung ist, dass diese Berechnung sehr einfach ist und sehr schnell geht. Nachteil ist natürlich, dass sie sehr teuer ist. Insbesondere dann, wenn euer Dienstfahrzeug hochpreisig ist und euer Weg zur Arbeit sehr weit ist. Daher gibt es mit der Fahrtenbuchregelung eine alternative Methode, den geldwerten Vorteil eures Dienstfahrzeugs zu berechnen.

Wie funktioniert die Fahrtenbuch-Methode?

Mit einem Fahrtenbuch weist ihr lückenlos nach, welche Fahrten mit eurem Dienstfahrzeug tatsächlich privat waren. Der geldwerte Vorteil wird in diesem Fall so berechnet:

  • Abschreibung (AfA) des Fahrzeugs feststellen
  • Weitere Kfz-Kosten des Dienstfahrzeugs ermitteln: Treibstoff, Kfz-Versicherung, Wartungskosten
  • Jetzt die Summe aus AfA und Kfz-Kosten mit dem tatsächlichen Anteil der Privatfahrten multiplizieren und euren Privatanteil ermitteln.
  • Dieser Privatanteil muss zusätzlich versteuert werden.

Der Nachteil des Fahrtenbuchs ist, dass ihr jede Fahrt mit eurem Dienstfahrzeug lückenlos aufzeichnen müsst. Wer also ein Fahrtenbuch nutzt, sollte ein elektronisches Fahrtenbuch verwenden. Denn dies automatisiert das Aufzeichnen der Fahrten.

Was ist besser: 1%-Regelung oder Fahrtenbuch?

Je teurer euer Dienstwagen ist, je größer die Entfernung zwischen Wohnort und Arbeit ist und je höher der Anteil betrieblicher Fahrten, desto lohnender ist ein Fahrtenbuch. Das müsst ihr natürlich mit eurem Steuerberater abklären. Er sollte das für euch berechnen.

Fazit – 1%-Regelung

Die 1%-Regelung ist eine einfache Methode, die private Nutzung eures Dienstfahrzeugs pauschal zu versteuern. Alternativ könnt ihr ein Fahrtenbuch führen wählen. Dabei versteuert ihr die tatsächliche private Nutzung eures Dienstfahrzeugs. Im Gegensatz zur 1%-Regelung ist die Fahrtenbuch-Methode sehr aufwendig und führt bei Betriebsprüfungen häufig zu Beanstandungen. Wenn Fahrtenbuch, dann sollte es ein elektronisches Fahrtenbuch sein.