Praxiswissen kompakt: SWOT-Analyse – die 4 wichtigsten Schritte



Um herauszufinden, ob euer Start-up Chancen im Wettbewerb hat, solltet ihr eine SWOT-Analyse machen. So könnt ihr durch Untersuchung der Stärken und Schwächen des Unternehmens auch die Chancen und Risiken für euer Start-up erkennen. Die SWOT-Analyse ist aber nicht nur für euch wichtig, sondern auch für Banken und Investoren. Sie ist somit ein Pflichtbestandteil in jedem Businessplan. Wir erklären euch, wie ihr in vier Schritten eine SWOT-Analyse vornehmt.

SWOT steht für Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Risiken). Mit der SWOT-Analyse identifiziert ihr also Marktchancen und Risiken auf Basis eurer Stärken und Schwächen. Auch wenn die SWOT-Analyse ein Pflichtkapitel in jedem Businessplan ist, ist die Anwendung nicht auf die Gründungsphase eines Unternehmens beschränkt.

Jeder Unternehmer sollte regelmäßig eine SWOT-Analyse machen. Denn es ist eine unternehmerische Hauptaufgabe, Chancen im Markt zu nutzen und Risiken im Umfeld des Unternehmens vorzubeugen. Wenn ihr zum Beispiel ein neues Produkt entwickelt, macht sinnvollerweise vorher eine SWOT-Analyse, um die Marktchancen abzuschätzen, bevor ihr große Investitionen tätigt. Wenn ihr für eine Produktneuentwicklung eine Finanzierung beantragt, werden die Investoren vermutlich ohnehin die SWOT-Analyse für das Projekt verlangen.

Wie funktioniert die SWOT-Analyse?

Die SWOT-Analyse umfasst 4 Schritte:

  1. Zuerst analysiert ihr euer unternehmerisches Umfeld.
  2. Anschließend untersucht ihr euer Unternehmen auf Stärken und Schwächen.
  3. Daraus erkennt ihr Chancen und Risiken.
  4. Am Schluss entwickelt ihr Maßnahmen und Strategien.

Praxiswissen kompakt

Wichtig: Stärken und Schwächen isoliert betrachtet gibt es nicht. Nur im Vergleich mit Wünschen der Kunden und mit Konkurrenten findet ihr die Stärken und Schwächen eures Unternehmens heraus.

Was ist eine geschäftliche Chance, was ein Risiko?

Eine Chance ist eine Möglichkeit im Markt, die euer Start-up profitabel nutzen kann. Dagegen kann ein Risiko das Aus für euer Start-up bedeuten. Nehmen wir als Beispiel das Thema „Digitalisierung“. So kann die Digitalisierung eine Chance sein, kreative Geschäftsideen zu generieren. Aber sie ist ein Risiko für Unternehmen, die den Trend verschlafen und vom Wettbewerb überholt werden.

Wie geht ihr bei der SWOT-Analyse schnell und einfach vor?

Schritt 1: Analyse des unternehmerischen Umfelds

Als erstes macht ihr eine fundierte Marktanalyse und eine Analyse der stärksten Wettbewerber.  Daraus leitet ihr 10 bis 12 externe Trends, die für euer Unternehmen eine Chance oder ein Risiko darstellen können. Beispiele für externe Trends sind Änderungen des Nachfrageverhaltens, Digitalisierung oder wenn neue Wettbewerber auftauchen oder bestehende Wettbewerber eine aggressivere Strategie fahren.

Tabelle - Markttrends für die SWOT-Analyse
Hier seht ihr beispielhaft externe Trends für einen Malerbetrieb. Die Trendstärke wird hier auf einer Skala von 1 (irrelevant) bis 10 (sehr wichtig) bewertet.

Schritt 2: Stärken und Schwächen ausarbeiten

Jetzt erstellt ihr euer Stärken-Schwächen-Profil. Dabei analysiert ihr die wichtigsten Bereiche eures Unternehmens. Die Kernfrage lautet dabei: „Haben wir in einem Bereich eine Stärke oder eine Schwäche im Vergleich zu den Anforderungen der Kunden und der stärksten Wettbewerber?“

Stärken-Schwächen-Profil für die SWOT-Analyse
Mit dem Stärken-Schwächen-Profil visualisiert ihr eure Unternehmenssituation. Die Skala von 1 bis 9 misst, ob es sich um eine Stärke oder eine Schwäche handelt. Bis 3 sind wir im Bereich der Schwächen, ab 5 reden wir über Stärken.

Schritt 3: Chancen und Risiken erkennen

Jetzt vergleicht ihr eure externen Trends mit dem Stärken-Schwächen-Profil. Ergebnis der Analyse sind die jeweils drei wichtigsten Chancen und Risiken. Diesen ordnet ihr anschließend eure fünf wichtigsten Stärken und Schwächen zu.

pragmatische SWOT-Matrix für die SWOT-Analyse
Den wichtigsten Chancen und Risiken die größten Stärken und Schwächen zuordnen und erste Schlussfolgerungen ziehen.

Nehmen wir ein Beispiel aus der obigen Grafik, die aus unserem SWOT-Analyse Beispiel stammt: Der Unternehmer identifiziert den Produktbereich „Schallreduzierende Farbe“ als Chance. Er sieht als Stärke sein gutes Personal an, die voll hinter dem Trend stehen. Als Schwäche sieht er Wissensdefizite bei der Geschäftsführung selbst. Außerdem muss dieser Bereich auch noch auf der Website des Handwerksbetriebs kommuniziert werden.

Schritt 4: Analyseergebnisse umsetzen

Ihr kennt jetzt eure wichtigsten Chancen und Risiken. Klarerweise wollt ihr jetzt Chancen in Profit umwandeln und Gefahren von eurem Unternehmen abwenden. Dazu stellt ihr einen Katalog an Maßnahmen auf und budgetiert diese Maßnahmen in eurem Finanzplan.

Fazit – SWOT-Analyse

Die SWOT-Analyse hilft euch, dass euer Unternehmen wettbewerbsfähig bleibt. Wichtig bei der SWOT-Analyse ist die Idee der relativen Stärke oder Schwäche. Denn eine Stärke existiert nur im Vergleich zur Konkurrenz oder im Abgleich mit den Wünschen der Kunden. Holt euch daher unser SWOT-Analyse Tool. Gerade dieses einfache Tool hilft euch, die SWOT-Analyse schnell und pragmatisch umzusetzen.