Nach dem WM-Aus: das könnte Jogi auf einer FuckUp Night Start-ups raten



Bekanntlich endete die Mission Titelverteidigung unserer Fußballnationalmannschaft in der vergangenen Woche sang- und klanglos mit einer Niederlage gegen Südkorea. Damit wäre Joachim Löw ohne Zweifel ein prädestinierter Gast für eine FuckUp Night. So weit wird es wohl aber leider nicht kommen. Daher haben wir uns überlegt, welche Botschaften und Lehren aus dem WM-Aus zu ziehen sind, damit eure Mission Start-up erfolgreicher verläuft.

#1 Unter 100 % geht es nicht

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit für den Erfolg. Doch bei all den Aussagen der deutschen Spieler, es hätten Leidenschaft, Wille und Ehrgeiz gefehlt, scheinbar doch nicht. Wenn ihr und euer Team also nicht zu 100 % für euer Start-up brennt, zündet am besten gar nicht erst die 1. Stufe.

WM-Aus
WM-Aus in der Gruppenphase – damit haben die wenigsten gerechnet. Was kann man daraus lernen?

#2 Rechtzeitig einen Pivot machen

Die Helden von Rio sollten es richten. Gleichwohl diese mittlerweile vier Jahre älter sind und eine neue und offensichtlich hungrigere Spielerriege den Confed-Cup gewonnen hatte. Doch Joachim Löw hielt, als es darauf ankam, an Bewährtem fest – bis er während der WM plötzlich anfing, vereinzelt Spieler zu tauschen. Zu spät. Frankreich zeigt übrigens gerade, wie es geht: Die sehr junge Mannschaft steht jetzt im Viertelfinale. Einen Kurswechsel solltet ihr daher frühzeitig einschlagen. In diesem Beitrag lest ihr, wie der Pivot gelingt.

#3 Raus aus der Komfortzone

Endlich in Sotschi hieß es nach dem Plattenbau in Watutinki – alles sollte besser werden in der Stadt am Schwarzen Meer. Gekonnt in Szene gesetzt der Bundestrainer an der Strandpromenade. Erinnerungen an das Luxusquartier Santo André (Bahia) in Brasilien kamen auf. Doch wer zu sehr in der Vergangenheit lebt, verpasst die Gegenwart.

Zudem lässt sich Erfolg auch meist nicht wiederholen, nur weil man die gleichen Muster anwendet. Die Rahmenbedingungen haben sich nämlich in der Zwischenzeit meist geändert. Dies müssen auch viele Gründer erfahren. Stellt das Geschäftsmodell stets auf die Probe und adjustiert, wenn nötig. Unser Tipp hierfür: Nutzt den Unternehmerheld und erstellt euer Geschäftsmodell-Canvas digital.

#4 Bei allem Marketing auch das Produkt nicht vergessen

Das Marketing war top. Selbst für ein Fotoshooting mit allen Spielern in der GQ war kurz vor der WM noch Zeit. Doch scheinbar hat sich das Marketing für das Produkt DFB-Auswahl zu sehr verselbstständigt. Während zu wenig am eigentlichen Produkt gearbeitet wurde, wie die Ergebnisse gezeigt haben. Und gerade wenn auf eurem Angebot premium draufsteht, sollte auch premium drin sein. Nur selten werden Investoren und Käufer so nachsichtig sein wie bei Tesla und ewig auf das fertige Produkt warten.

#5 Krisen-PR vorbereiten

Wir bewerten nicht das Foto zweier deutscher Nationalspieler mit dem türkischen Präsidenten, wohl aber die Reaktion der Spieler und des DFBs. Diese war nämlich bestenfalls Kreisliga-tauglich. Die handelnden Personen hatten offensichtlich keinen Plan für eine Krisenkommunikation in der Schublade und keine Berater, die sie fragen konnten. Oder war man einfach zu sehr in der selbst geschaffenen Weltmeister-Blase gefangen? Macht euch schon frühzeitig Gedanken dazu, was bei euch falsch laufen könnte und erstellt einen Kommunikationsfahrplan für den Fall der Fälle – und vor allem: handelt entschlossen (aber bitte nicht entschlossen nichts sagen, wie der DFB). Mehr zum Thema Krisenkommunikation lest ihr in diesem Interview.

#6 #zsmmn und #bestneverrest – im Ernst?

Auch die Social Media-Kommunikation war wenig weltmeisterlich. Wenn ihr keine besseren Ideen habt, dann steckt lieber keine Energie in die sozialen Netzwerke.

#7 Wenn das Team sagt, alles im Team stimmt, stimmt etwas nicht im Team

Grüppchenbildung schrieben die Medien – stimmt nicht, betonten die Spieler. Regelmäßig wurden Vertreter der Mannschaft aufs Podium gesetzt, um zu berichten, wie gut sich alle verstehen. Welche Konsequenzen Schwierigkeiten im Team haben können, hat die WM gezeigt. Es muss in euren Teams nicht immer harmonisch zugehen. Aber sobald ihr Probleme wahrnehmt, löst diese schnell. Hofft nicht darauf, dass sich der Teamgeist neu entwickeln wird, nur weil – wie bei der Nationalmannschaft – WM ist… Und denkt daran, oft ist es schon ein fauler Apfel, der den ganzen Korb verdirbt.

#8 Wer das Team öffentlich kritisiert, muss fliegen

Apropos Team. Welcher Teamgeist ist eigentlich in Mats Hummels nach dem Mexiko-Spiel gefahren? Wer sich öffentlich gegen das Team stellt, gehört nicht mehr ins Team. Bei aller Kritikfähigkeit und Diskussionskultur solltet ihr stets darauf achten, dass nicht einer andere aus dem Team bloßstellt. Dabei verlieren beide Seiten.

#9 Zeitpunkt für den passenden Exit finden

Timing ist alles. Auch beim Exit für euer Start-up. Denkt an Phillip Lahm und seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft nach dem WM-Titel in Brasilien. Schon beim Frühstück nach dem Titelgewinn hat er dies dem Bundestrainer damals verkündet. Wer hat wohl die bessere Entscheidung von beiden getroffen?

#10 Auch der Gründer muss mal gehen

„10 Jahres Amtszeit eines Geschäftsführers“, hieß es mal in einer Rede auf einer Weihnachtsfeier, „seien wirklich genug“. Dann brauche es neue Impulse, so der neue Geschäftsführer. Obwohl beim Bundestrainer nach den Resultaten der WM alle Zeichen auf Abschied standen, macht er weiter. Die 10 Jahre-Marke hat er schon längst überschritten.

Gute Gründer wissen, wann sie die Führung ihres Start-ups an andere übergeben sollten – unabhängig von einem Exit (zum Beispiel Google). Schließlich geht es nach dem Aufbau des Unternehmens häufig um ganz andere Dinge als beim Start. Und dies erfordert andere Qualitäten als die eines Gründers. Man darf gespannt sein, ob Joachim Löw den Neustart schafft oder ob er es eher mit der Konzernmentalität hält und schwierige Phase einfach auszusitzen hofft.