Aus der Schule ins Unternehmertum: 4 junge Gründer machen es vor



Junge Gründer haben es oft schwer. Nicht nur den bürokratischen Hindernislauf gilt es zu meistern, oft fehlt es auch schlicht an Erfahrung. Wo andere eventuell schon auf eine jahrelange Berufspraxis und entsprechendes Know-how zurückgreifen können, stehen gerade minderjährige Gründer ganz am Anfang. Doch kein Grund, es nicht zu wagen: Wir stellen vier Geschäftsideen von Gründern unter 20 vor.

Gründen ist auch für erfahrene Personen kein leichtes Unterfangen und gerade für Teenager ein gewagter Schritt. Nicht zuletzt deshalb raten (leider) viele Autoritätspersonen jungen Menschen davon ab. Das ist ein Problem, sagt auch Hauke Schwiezer, CEO von Startup Teens, im Interview mit dem Deutschlandfunk:

[D]as ist für ein Land schwierig, was keine nennenswerten Rohstoffe mehr hat als geistiges Kapital.

Doch es gibt sie: Junge Gründer, die den Sprung ins kalte Wasser trotzdem wagen.

Pacato: Füller aus recycelten Patronenhülsen

Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern aus Hamburg ließ sich nicht abschrecken. Mit ihrem Füller aus recycelten Patronenhülsen konnte das Team von Pacato unter dem Motto „let words be your bullets“ unter anderem den Preis für „Bestes JUNIOR Unternehmen 2017“ des BMWi ergattern. Wichtig war den Schülern von Beginn an, ein Zeichen gegen gewalttätige Konflikte und für mehr Kommunikation zu setzen.

Pacato junge Gründer
Kommunikation statt gewalttätiger Konfrontation – dafür setzt sich Pacato ein (Foto: Pacato)

Momentan arbeitet das Team von Pacato zusammen mit der SURPRO GmbH an einer Professionalisierung des Produkts. Dadurch soll die Qualität des Schreibgeräts noch weiter verbessert werden. Finanzleiter Moritz Grothe ist glücklich über die bisherige Entwicklung:

Wir haben auch schon einen Prototypen fertigen lassen, sind sehr zufrieden und planen bald eine erste Serie in Auftrag zu geben.

An sozialem Engagement mangelt es den Jungunternehmern ebenfalls nicht. Ein Teil des Gewinns kommt nämlich direkt Opfern von Gewalt zugute. Über 1.500 Euro spendeten die Teenager bereits an die Unicef Aktion „Kinder im Krieg“. In Zukunft wollen sie außerdem die Integration von Kriegsflüchtlingen monetär unterstützen.

Revelc: Spieglein, Spieglein…

Das Team rund um die Schüler Chantal Diehl und Simon Endres stellt intelligente Spiegel her. Die Idee: Durchschnittlich verbringt der Mensch täglich fast 30 Minuten vor dem Spiegel – diese Zeit muss sich doch sinnvoll nutzen lassen.

Der Spiegel von Revelc stellt eine Vielzahl von Informationen bereit. Beispielsweise kann sich der Nutzer aktuelle Wetter- und Verkehrsvorhersagen sowie Nachrichten und Mails anzeigen lassen. Für Unternehmen gibt es außerdem zusätzliche Module – zum Beispiel um Werbung zu schalten. Auf der diesjährigen CEBIT unterhielten die Jungunternehmer einen eigenen Stand. Und auch, wenn es mit den Privatkunden bisher noch nicht so gut läuft, so bekundeten zumindest Hotels und Restaurants bereits Interesse an dem cleveren Gadget.

Skills4School: So macht Prüfungsvorbereitung Spaß

Der mittlerweile 19-jährige Rubin Lind ging 2016 mit Skills4School online. Die App soll es Schülern leichter machen, sich gezielt auf Prüfungen vorzubereiten. Dafür stellt Skills4School zu einer Vielzahl von Themengebieten Übungsaufgaben bereit, die mit dem jeweils relevanten Lehrplan konform sind. Der eigene Lernfortschritt ist dabei stets ersichtlich. Sollte es trotzdem einmal an der richtigen Antwort hapern, bietet der Hilfe-Button Tipps aus Schulbüchern und gegebenenfalls von anderen Schülern. Alle relevanten Themengebiete können vorab durch die Lehrkraft markiert und über einen Code an die Schüler weitergeleitet werden. Näheres erklärt Rubin in nachfolgendem Video.

Die Idee kommt gut an: 2017 gewann Skills4School den Startup Teens Businessplan Wettbewerb. In Zukunft sollen die bisherigen Erfolge aber noch deutlich übertroffen werden:

Für 2022 haben wir eingeplant, der europäische Marktführer für E-Learning-Software zu sein.

Handicap Lexikon: Nachschlagewerk für Behinderungen

Last but not least möchten wir euch das Handicap Lexikon vorstellen. Dieses stammt aus der Feder der beiden Freunde Jasper Dombrowski und Linus Bade und soll in erster Linie Aufklärungsarbeit leisten. Fragen wie „Was ist denn mit dem los?“ oder „Was hat der denn?“ sind nicht nur störend für Personen mit Handicaps, sie können sogar sehr verletzend sein. Um dem entgegenzuwirken, hatte Linus den Einfall, ein Online-Nachschlagewerk einzurichten, mithilfe dessen man sich über verschiedene Behinderungen informieren kann. Die Webseite haben die beiden Jungs in ihrer Freizeit entworfen. Linus ist nämlich eigentlich gerade auf der Suche nach einer Ausbildungsstätte. Am liebsten zum Mediengestalter. Deshalb wird derzeit nach Verstärkung für das Handicap-Lexikon-Team gesucht.

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