Die Top 3 Gründerinnen-Learnings für mehr Selbstbewusstsein und Mut



Maxi Knust und Val Racheeva haben viele Erfahrungen als und mit Gründerinnen gesammelt. Ihre Learnings teilen sie in diesem Gastbeitrag und in ihrem Buch „The Female Founders Book“. Damit wollen sie mehr Frauen ermutigen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Nicht zuletzt in Anbetracht der aktuell sehr geringen Gründerinnen-Quote haben wir das Buch selbstredend als Medienpartner unterstützt.

Wusstet ihr, dass gerade einmal 14,6 Prozent (Deutscher Startup Monitor 2017) der Start-ups in Deutschland von Frauen gegründet werden? Die Ursachen dafür sind vielfältig, doch einer der häufigsten Hinderungsgründe, seinem Traum vom eigenen Start-up nicht zu folgen, ist insbesondere bei Frauen der fehlende Mut bzw. das fehlende Selbstbewusstsein. Wir sagen: Das ist kein unveränderbarer Zustand, sondern eure Chance!

Wir, das sind Maxi Knust und Val Racheeva. Im letzten Jahr haben wir, aus eben dem oben genannten Grund, das erste wirklich inspirierende Buch für Gründerinnen und Frauen, die ihr eigenes Business starten wollen, herausgebracht. Im „The Female Founders Book“ stellen wir auf 240 Seiten 30 Gründerinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Interviews vor und beleuchten auf authentische Art die vielseitigen Gründungsgeschichten. In diesem Buch werden Frauen gezeigt, die mit Mut vorangegangen sind, ihrem Lebenstraum vom eigenen Start-up konsequent gefolgt sind und mit Durchhaltevermögen und einer Prise Bauchgefühl dieses zum Erfolg geführt haben. Hieraus möchten wir nun die Top 3 Gründerinnen-Learnings für mehr Selbstbewusstsein und Mut mit euch teilen.

Gründerinnen Female Founders Books
Val Racheeva (l.) und Maxi Knust (r.) sind die Herausgeberinnen des Female Founders Books (Foto: femalefoundersbook.com)

#1 Geht konstruktiv mit dem Risiko um!

Ein eigenes Start-up zu gründen, erscheint euch möglicherweise mit einem großen Risiko verbunden zu sein. Und dieses kann so sehr Angst machen, dass ihr schlimmstenfalls eurem Wunsch nach einer selbstständigen Tätigkeit nicht folgt, sondern doch lieber den sicheren Weg geht. Fakt ist sogar, dass sich 41 Prozent der gründungsinteressierten Frauen durch die Angst vor dem Scheitern von der Gründung abhalten lassen (BNP Paribas Global Entrepreneurship Report 2016).

Doch die gute Nachricht ist: Mit dieser Angst seid ihr nicht alleine. Auch die Unternehmerinnen, die wir interviewt haben und die mittlerweile erfolgreiche Start-ups hervorgebracht haben, mussten sich dieser Angst stellen. Gerne möchten wir euch zwei Ansätze und Denkweisen vorstellen, die euch helfen können, konstruktiv mit eurer Angst vor dem Risiko umzugehen.

Anna Alex, Gründerin von Outfittery, einem Personal Shopping Service für Männer:

Bei der Gründung von Outfittery war ich gerade mal Mitte zwanzig. Ich wohnte in einer WG und hatte weder ein Auto noch ein Haus, das ich hätte abbezahlen müssen. Die Risiken waren also minimal. Was hatte ich schon groß zu verlieren? Wenn es in einem Jahr nichts geworden wäre, dann hätten wir uns eben wieder einen neuen Job gesucht. Wenn man jung ist, sollte man sich nicht zu sehr vor der Zukunft fürchten. Und ich kann sagen, dass ein eigenes Unternehmen eine tolle Erfahrung ist, denn ich habe in den letzten fünf Jahren mehr gelernt als in all den Jahren zuvor.

Claudia Helming, Gründerin von DaWanda, einem E-Commerce-Portal für Kreative:

Unsere einzige Sorge war, direkt zu scheitern. Im besten Fall hatten wir jedoch etwas zu gewinnen. Deshalb haben wir uns entschlossen, diese Sorge beiseite zu schieben und mit Mut an unserem Projekt zu arbeiten. Mein Tipp an junge Unternehmerinnen ist daher auch, sich selbst zu fragen: „Was sind die schlimmsten Dinge, die passieren könnten?“ Sobald man sich dies vorstellt, stellt man fest, dass man selbst mit einem negativen Ausgang umgehen kann.

#2 Lasst euch von nichts abhalten!

Man kann immer Gründe finden, warum gerade nicht der richtige Zeitpunkt ist: zu wenig Geld, keine Erfahrung, zu alt, zu jung. Und überhaupt: Was denken dann die anderen über mich? Die Liste ließe sich unendlich weiterführen. Doch erfolgreiche Gründerinnen wissen eben auch, dass dies nur Ausreden sind und es den perfekten Zeitpunkt nie gibt. Sich weder von gewissen Umständen, noch von anderen Menschen abhalten zu lassen, ist eines der Erfolgsgeheimnisse visionärer Gründerinnen.

Besonders inspirierende Ansichten hierzu hat die Bonergie-Gründerin Gabriele Schwarz mit uns geteilt, die erst mit Ende 40 ihr erstes Business gegründet hat:

Es kam der Moment, in dem ich die Routine satt hatte. Alltag ist einfach nichts für mich. Ich bin kein Mensch, der jeden Tag dasselbe machen kann und musste mich dann neu erfinden. Ich finde wirklich, dass jedes Alter gut ist, um zu gründen, aber fünfzig ist eigentlich ideal. Mein Kind ist bereits erwachsen und so hatte ich diesen Aspekt meines Lebens schon erfüllt. Das eröffnet einem Räume und ich konnte auf eine gewisse Erfahrung zurückgreifen. Unternehmerin zu sein ist nicht unbedingt die leichteste Aufgabe. Aber je mehr Erfahrung man hat, desto besser geht es. Es ist aber auch schön im jungen Alter zu gründen, weil man noch nichts zu verlieren hat. Wenn man dem inneren Impuls folgt, ohne Angst zu haben, was andere über einen denken, dann kann man viel bewirken!

Das Social Entrepreneurship-Start-up Bonergie unterstützt im Senegal eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung mit der Kraft von Solarenergie.

#3 Seid bereit, zu lernen!

Woraus entstehen eigentlich Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit? Klar zum einen hat es viel damit zu tun, wie wir erzogen wurden, was uns zugetraut wurde und wie viel Raum wir zum Lernen hatten. Aber keine Sorge, falls ihr euch nun zu einem der weniger selbstbewussten Menschen zählt. Denn wir haben ein Leben lang Zeit, um unser Selbstbewusstsein zu stärken. Letztlich speisen sich diese Selbstsicherheit und das daraus entstehende Bewusstsein eben durch Lernerfahrungen. Je mehr ihr eure Stärken und Fähigkeiten in der Praxis einsetzen könnt, desto mehr positives Feedback und schöne Erlebnisse werdet ihr haben, auf die ihr ganz aufrichtig stolz sein dürft.

Female Founders Book
Auch Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer ist im Female Founders Book vertreten (Foto: femalefoundersbook.com)

Die Gründerin des Online-Sexshops Amorelie, Lea-Sophie Cramer, hat mit uns geteilt, welche Erfahrungen und Tipps sie für mehr Selbstsicherheit hat:

Meine Eltern haben immer gesagt, dass ich alles werden kann, was ich will. Und sie haben sich immer stark für Frauenrechte eingesetzt und versucht, das in ihre Firmen einzubringen. Ich wurde so erzogen, mich wegen des Frau-Seins nicht anders zu fühlen als jeder andere Mensch. Es hilft aber auch, ehrlich zu sich selbst zu sein. Wenn das Studium gerade erst absolviert wurde, ist es klar, dass keine Berufserfahrung vorhanden ist. Das ist völlig okay! Man muss keine Angst vor dem Neuen haben, sondern sich sagen: Hier stehe ich, das kann ich und das kann ich nicht, aber ich werde mein Allerbestes geben. Das, was ich nicht kann, lerne ich dazu! Diese Selbstsicherheit kann jeder in sich tragen, egal, wo er gerade in seiner beruflichen Laufbahn steht.

Und was hilft bei akuter Unsicherheit? Auch das benötigt ein wenig Übung, ist aber eure Garantie für einen Top-Berater. Heißt euer Bauchgefühl willkommen und lernt auf dieses zu hören. Denn es wird euch stets den richtigen Weg weisen. Auch Lea-Sophie Cramer hat uns dies im Interview bestätigt:

Mir liegt es am Herzen, mit mir selbst im Reinen zu sein und ich glaube ganz fest, dass das Bauchgefühl genau aus diesen Erfahrungen, die man nicht genau greifen kann, entsteht. Ich habe mich immer ganz stark auf mein Bauchgefühl verlassen und dieses hat mir auch bisher gute Dienste geleistet.

In diesem Sinne wünschen wir euch die Kraft und den Mut, deinen ganz individuellen Weg zu gehen und den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen!

  • Maxi Knust und Val Racheeva sind die Herausgeberinnen des „The Female Founders Book“. Die gemeinsame Mission von mehr Frauen im Unternehmertum verbindet und das teilen die beiden Frauen auch auf verschiedenen Events, egal ob als Speakerinnen oder Organisatorinnen. Mit inspirierenden Storys geben die beiden Selfmade-Frauen ihr Wissen über ein erfolgreiches Mindset weiter und zeigen damit, wie positive Veränderungen möglich sind.