Insolvenz: 7 Geschäftsideen bekannter Start-ups, die erst neulich scheiterten



In der Regel stellen wir hier neue, innovative, verrückte, amerikanische oder einfach nur erfolgreiche Geschäftsideen vor. Anlässlich der vielen Insolvenz-Bekanntgaben der vergangenen Wochen widmen wir uns heute einem Thema, von dem man viel lernen kann: Scheitern.

Start-ups kommen, Start-ups gehen. Doch weshalb eigentlich genau? Bei manchen liegt’s am Team, bei anderen an der Geschäftsidee. Oft gibt es keinen oder einen zu kleinen Markt – und manchmal geht einfach das Investoren-Geld aus und das Geschäftsmodell konnte trotz vermeintlichem Erfolg nicht schnell genug auf eigene Beine gestellt werden. Bei den folgenden sieben Start-ups hat es zuletzt nicht geklappt. Wir wagen eine kleine Analyse.

Move24 – von der Konkurrenz überrollt?

Insolvenz
Move24 versprach unkomplizierte und reibungslose Umzüge (Foto: move24, Archivbild)

Kopf an Kopf rannten Move24 und Movinga schon lange. Beide Start-ups bieten Umzüge an – ein identisches Geschäftsmodell mit hohen Umsatzzielen. Zuletzt stand es gut um Move24. Eine spannende Gründerstory, eine strategische Partnerschaft mit ImmobilienScout24 und im Mai 2017 schloss das Unternehmen den ersten Teil einer Serie C-Finanzierung ab und erhielt 13 Millionen Euro. In der Meldung dazu hieß es:

Die Finanzierung ermöglicht es Move24, das Wachstum weiter zu beschleunigen und innerhalb von 12 Monaten den Break-Even zu erreichen.

Doch es kam anders: Die Partnerschaft platzte, mit dem Investor kam es zu Unstimmigkeiten – ob nun vielleicht sogar Movinga den einstigen Konkurrenten übernehmen wird? Wir sind gespannt, was das vorläufige Insolvenzverfahren bringen wird…

  • Einschätzung Geschäftsmodell: Ein gewonnener Kunde zieht vermutlich erst einmal ein paar Jahre nicht mehr um. Somit gibt es zwar einen großen Markt, die Marketingkosten für die Neukundengewinnung dürften aber ziemlich hoch sein – zumindest verglichen mit anderen Online-Dienstleistungen.

UPDATE (28.03.2018): Inzwischen wurde bekannt, dass Movinga wesentliche Teile von Move24 – inklusive Mitarbeiter – übernimmt.

MyCouchbox – ohne Geld, kein Wachstum?

Dank der Überraschungsboxen von MyCouchbox enthielten Abonnenten monatlich neue Leckereien (Bildquelle: MyCouchbox).

Die Crowd, die Crowd… sie brachte schon mehrere Start-ups ins Wanken. Solange die Fans supporten und neue Kunden hinzukommen, klappt’s. Aber wenn es ums große Wachstum geht, wird’s schwierig. So eine sanfte These. Rund 400.000 Euro setzte MyCouchbox pro Jahr zwar um. Doch: der Gründer Clemens Walter ist schon längere Zeit nicht mehr im Start-up aktiv, Rechnungen konnten nicht mehr beglichen werden, Marketingaktionen erfüllten nicht ihr Ziel, Gespräche mit einem potenziellen Investor platzten. Vermutlich kamen verschiedene Aspekte zusammen. Schade, um die hippe Snackbox, die beim Filmabend immer wieder für Überraschungen sorgte.

  • Einschätzung Geschäftsmodell: Dass Abomodelle durchaus funktionieren können, haben wir in diesem Beitrag anhand einiger Beispiele beleuchtet. Nicht unterschätzt werden sollte jedoch auch hier Kundengewinnung, denn Abo bedeutet nicht zwangsläufig Kundentreue. Bei bestimmten Produkten endet der Bedarf oder die Kunden wollen etwas Neues ausprobieren.

Kisura – Schuldursache Liquiditätsengpass?

Die Gründerinnen von Kisura geben alles, um ihr Start-up weiterzuführen (Foto: Kisura)

Curated Shopping ist schon länger im Trend (wir berichteten). Insbesondere im Bereich Mode ist „betreutes Einkaufen“ beliebt. So basiert nicht nur das Geschäftsmodell von Kisura, sondern beispielsweise auch das von Outfittery oder Modomoto auf individuell zusammengestellter Mode, die auf Basis der angegebenen Vorlieben für den Kunden ausgesucht wird. Im Falle von Kisura kam es nun zu einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Aufgrund eines Liquiditätsengpasses scheiterte eine Finanzierungsrunde. Der Betrieb soll aber vorerst wie gehabt weitergehen und die Gründerinnen wollen, dass wir schon bald wieder bessere News über ihr Unternehmen hören. Es scheint, als hätten sie einen Notfallplan schon in der Hinterhand…

Weitere Geschäftsideen, die neulich Insolvenz anmeldeten

  • Uberchord: App, die Nutzern das Gitarrespielen beibringt. 2014 in Berlin gegründet.
  • Dreamcheaper: Plattform verspricht günstigsten Hotelpreis – auch nach der Buchung. 2014 in Berlin gegründet.
  • FromAtoB: Vergleichsportal für alle Verkehrsmittel. 2008 in Aachen gegründet.
  • tame: Selektierungs-Tool für Twitter. 2012 gegründet in Berlin.

Lernt hier 12 weitere Geschäftsideen, die scheiterten, kennen und erfahrt, was ihr für euer Unternehmen daraus lernen könnt. Erfolgsgeschichten stellen wir jeden Montag in unserem GründerDaily vor. Auf unserem Onlineportal Für-Gründer.de haben wir 400+ spannende Geschäftsideen für euch zusammengetragen.