„Bad Banks“ – unser TV-Tipp für Gründer: Zwischen Geld, Moral und Selbstwert



In nun bald acht Jahren Für-Gründer.de haben wir nicht wenige Gründer kennengelernt, die in ihrem Lebenslauf bereits (mindestens) eine große Bank stehen haben. Unser eigenes Team nicht ausgenommen. Die neue Serie „Bad Banks“ beleuchtet diese Branche und zeigt dabei den Zwiespalt zwischen Geld und Moral, Gier und Selbsterfüllung. Hat dieser vielleicht schon den ein oder anderen erfolgreichen Gründer hervorgebracht? Das und mehr haben wir unseren Co-Founder Helge Wils gefragt, der für „Bad Banks“ als Drehbuchberater fungierte.

„Deutsche können keine Serien!“ Wer dieser These noch zustimmt, der sollte „Bad Banks“ nicht verpassen. Die – in unseren Augen vielleicht jemals beste deutsche – Serie behandelt rund 10 Jahre nach Ausbruch der Bankenkrise genau diese Branche in all ihren Facetten. Dabei geht es jedoch um mehr als nur böse Banken: aktuelle Themen wie die Leistungsgesellschaft, Moral und #MeToo stehen im Fokus.

  • „Bad Banks“ läuft im ZDF am 3., 4. und 5. März jeweils in einer Doppelfolge und ist zudem auch in der Mediathek von ZDF und Arte abrufbar. Ein absolutes „Must-See“ für alle Gründer und solche, die es noch werden wollen.

Es ist schon eine Weile her, dass unser Mitgründer und Head of Key Account Management Helge Wils den ersten Drehbuch-Entwurf von „Bad Banks“ in den Händen hielt. Er fungierte als einer der Drehbuchberater und gab den Machern der neuen Serie jede Menge Input. Wie sieht es eigentlich genau in einem Handelsraum aus? Und kommt bei einer Kündigung wirklich die Haus-Security, um den Mitarbeiter abzuholen? Bei Detailfragen wie diesen stand Helge dem Filmteam zur Seite. Wir haben ihm sechs Fragen gestellt: über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Bankenwesens und Start-ups, über Fintechs und Unternehmermoral.

Bad Banks
Jana Liekam (gespielt von Paula Beer) ist die Hauptdarstellerin in „Bad Banks“ (© ZDF / Sammy Hart)

Für-Gründer.de: Helge, im Bankenalltag dominieren Koks, Nutten, Geld – sind das nicht alles nur Klischees?

Helge Wils: Sicherlich ist die ein oder andere Spitze übertrieben. Nicht tagtäglich werden Schläger auf Mitarbeiter angesetzt. „Bad Banks“ bleibt eine TV-Serie und beinhaltet künstlerische Freiheit. Alles in allem stellt „Bad Banks“ aber ein durchaus realistisches Abbild des Bankenalltags dar. Nicht in jeder Bank und jeder Abteilung. Aber die Szenarien sind auch nicht aus der hohlen Hand gegriffen. Wo viele Menschen sind, gibt es auch einen Spiegel der Gesellschaft – Abgründe inklusive.

Top 50 Start-ups

Für-Gründer.de: Nächte lang durcharbeiten, Machtspielereien und die Familie kaum noch sehen – ist die Gründerwelt da ein Kontrastprogramm? Oder gibt es vielleicht doch mehr Parallelen, als man vermutet?
Helge Wils: In manchen Punkten ja, in manchen nein. Zeitdruck und lange Nächte gibt es auch bei den meisten Start-ups. Vor Machtspielen ist man nirgendwo gefeit. Investmentbanker und Gründer sind aufgrund der interessanten und herausfordernden Tätigkeiten, die sie ausführen, intrinsisch motiviert. Allerdings: In den Banken wäre der Vorgesetzte dafür verantwortlich, den Mitarbeiter zu schützen, sich zu überarbeiten. Das ist nicht gerade üblich. Oder sagen wir… Leider ist in der Bankenwelt sogar das Gegenteil der Fall.

Was aber wirklich stimmt, ist, dass die Work-Life-Balance in Start-ups deutlich größer geschrieben wird. Eine Parallele ist auch das Ergebnis:

Ein Ziel ist sowohl als Investmentbanker als auch für jeden Gründer die Selbsterfüllung.

Wenn man Glück hat, bringt diese sogar Geld. Bei Gründern zunächst nicht in Milliardenhöhe, aber ausreichend für ein glückliches Leben…

Eine weitere Gemeinsamkeit ist das große Wachstum: Banken wünschen sich möglichst schnell, möglichst viel Rendite – bei Start-ups ist das ähnlich. Ist das gesund?

Helge Wils: Aus meiner Sicht ist das System immanent in einer kapitalistischen Gesellschaft. Diese kann man natürlich hinterfragen. Aber auch die Serienmacher möchten den größtmöglichen Erfolg für „Bad Banks“ und bestimmt auch mit einer Fortführung der Serie wachsen.

Sind Fintechs die Lösung für alle Ex-Banker, die das Bankwesen aber nicht ganz aufgeben wollen?

Helge Wils: Sagen wir so, es ist nur konsequent, wenn top-ausgebildete Fachkräfte ihr Know-how in neue technologische Möglichkeiten transferieren.

Was war für dich persönlich der Hauptgrund, vom Bankenalltag in das Gründerdasein zu wechseln?

Helge Wils: Mein Gründergen. Ich war bereits vor meiner Bankenkarriere erfolgreich selbstständig.

Aufbauen spricht mich einfach mehr an als abbauen.

Als langjähriger Unternehmer – welchen Tipp in Sachen Unternehmermoral hast du für Gründer?

Helge Wils: Achtet auf einen wertschätzenden und wohlwollenden Umgang mit Kunden, Geschäftspartnern und Kollegen! Es ist wichtig, den Kollegen genügend Freiräume zur Selbstentfaltung zu lassen. Solch ein Verhalten ist gesund für das eigene Seelenleben und tut dem Unternehmen gut.

  • 7 TV-Formate, die Gründer kennen sollten, haben wir hier für euch zusammengefasst. In dieser Gründerstory erfahrt ihr, weshalb es viele Fintechs statt nach Berlin in die Bankenmetropole Frankfurt zieht. Fünf Fintech-Ideen aus den Finanzzentren unserer Welt stellen wir hier vor.