Innovative Geschäftsideen von Top 50 Start-ups: Rang 1 bis 5 im Kurzporträt



Wer waren die erfolgreichsten Start-ups aller Gründerwettbewerbe im vergangenen Jahr? Um das zu ermitteln, analysieren wir stets zum Jahresbeginn Gründerwettbewerbe in Deutschland und küren daraus die Top 50 Start-ups. Die Top 5 aus dem Jahr 2017, die wir hier vorstellen, geben euch einen kleinen Vorgeschmack auf das, was euch in unserer aktuellen Studie erwartet.



176 Gründerwettbewerbe aus dem Jahr 2017 haben wir analysiert, um aus den dort prämierten 752 Gewinnern die Top 50 Start-ups zu küren.

Dabei spielten für uns folgende Kriterien eine Rolle:

  • Anzahl aller Auszeichnungen,
  • Prämierungen bei verschiedenen Wettbewerben,
  • Platzierung im Wettbewerb,
  • Höhe des gewonnenen Preisgeldes,
  • Art und Größe des jeweiligen Wettbewerbs.

Also… Vorhang auf für die besten 5 der Top 50 Start-ups des Jahres 2017.

Rang 1: inveox – fehlerfreie Krebsdiagnose

Das Start-up inveox aus Garching bei München automatisiert Laborprozesse, um Fehler bei der Krebsdiagnose zu verhindern. Die Gründerin Maria Wiesel erläutert die Motivation: “Ich lernte Linda kennen, ihr wurden im Rahmen einer Krebsbehandlung beide Brüste amputiert. Nachträglich stellte sich heraus, dass ihre Gewebeproben im Labor vertauscht wurden und sie gar keinen Krebs hatte. Das brachte uns auf die Idee.”

Inveox - das Top Startup unserer Für-Gründer.de Top 50
So sehen Sieger aus: inveox ist auf Rang 1 unserer Top 50 Start-ups 2017 (Foto: Science4Life)

Verbesserte und automatisierte Prozesse beim Wareneingang im Pathologielabor sind das Ziel. Dafür entwickelte inveox ein intelligentes Probengefäß, ein Laborgerät und den elektronischen Briefkasten, über den der behandelnde Arzt als Einsender die Patientendaten der Proben ins Labor schickt. Die Vernetzung der Daten von elektronischem Briefkasten, Probengefäß und Laborgerät und die automatisierten Abläufe sorgen dafür, dass Patientenproben nicht mehr verwechselt werden können. Im Jahr 2018 plant inveox den Markteintritt mit einem serienreifen Produkt.

Rang 2: DiaMonTech – der unblutige Blutzuckertest

442 Millionen Diabetiker auf der ganzen Welt werden aufatmen. Bald ist der schmerzhafte Blutzuckertest mit Teststreifen, Nadel, Blut und Infektionsrisiko Geschichte. Seit über 20 Jahren forscht Professor Werner Mäntele, Gründer von DiaMonTech, an einem unblutigen Verfahren der Blutzuckermessung. Die Lösung von DiaMonTech: Messen des Blutzuckers über die Bluttemperatur mittels Infarotlaser. Denn der Blutzuckergehalt verändert sich mit der Temperatur des Blutes.

Die DiaMonTech Blutzuckermessgeräte erlauben dem Patienten, den Blutzuckerspiegel häufiger zu messen, um schneller auf extreme Blutzuckerschwankungen zu reagieren. Vorteil: Die Folgen extremer Blutzuckerungleichgewichte wie Erkrankungen der Augen, der Nieren oder des Nervensystems werden vermieden.

Top 5 Start-ups: Produktfamilie zur Blutzuckermessung von Diamontech
Desktop-Gerät, Pocket-Gerät und Wearable zur unblutigen Blutzuckermessung (Foto: DiaMonTech)

Im Jahr 2018 soll das Desktop-Gerät für Arztpraxen und Krankenhäuser auf den Markt kommen, in 2019 das DiaMonTech-Pocket Gerät für Blutzuckermessungen an jedem Ort zu jeder Zeit. Das DiaMonTech Wearable ist für 2021 geplant. Es misst den Blutzucker rund um die Uhr und sendet Warnhinweise ans Smartphone, wenn der Blutzucker aus den Fugen gerät.

Rang 3: Heyfair – Keime im Krankenhaus wirksam bekämpfen

900.000 Krankenhauspatienten pro Jahr infizieren sich alleine in Deutschland während eines Klinikaufenthalts. Geschätzte 30.000 davon sterben an der Infektion. Grund: mangelnde Hygiene. Hauptproblem ist die Übertragung der Keime über die Hände.

Top 5 Startups: Desinfektionsgel von Heyfair macht Keime sichtbar
Desinfektionsgel von Heyfair macht Keime sichtbar (Foto: Heyfair)

Das Heyfair-Desinfektionsgel soll dieses Problem verhindern. Die Gründer des Weimarer Start-ups Alexander Döpel und Robert Hellmundt erklären, warum: „Heyfair färbt die Hände kurzzeitig ein und zeigt, ob sie steril sind. So werden die Anwender daran erinnert, ihre Hände zu desinfizieren.“ 2018 soll Heyfair in Serienproduktion gehen.

Rang 4: Plantix von PEAT – der Pflanzendoktor im Appformat

Blattlaus und Mehltau – diese Pflanzenerkrankungen kennt jeder Landwirt und Hobbygärtner. Doch was ist, wenn ein unbekannter Schädling auftaucht? Einfach auf Verdacht die chemische Keule einsetzen? Es geht dank der App Plantix umweltschonender. Einfach mit dem Smartphone ein Foto der befallenen Pflanze aufnehmen – und schon gleicht die App das Foto mit der Datenbank ab, die derzeit 350 Pflanzenschädigungen umfasst.

Plantix ist eine Entwicklung des Start-ups PEAT aus Hannover. Die App ist seit 2016 am Markt und verbindet maschinelles Lernen mit Pflanzenschutz. Der User erhält neben der individuellen Diagnose der befallenen Pflanze auch passende Behandlungsempfehlungen. Intelligenz und Wissensstand von Plantix erweitern sich durch den Input der Gärtner und Landwirte, die sich über die Plantix App miteinander austauschen.

Die Pflanzenschutz App Plantix von Peat, Foto: Peat
Die Pflanzenschutz App Plantix von PEAT (Foto: PEAT)

Ziel von PEAT ist es, die Plattform weiter auszubauen und die Internationalisierung voranzutreiben. Für Brasilien, Indien und Mexiko ist die App voll funktionsfähig, weltweit kann sie als Plantix preview heruntergeladen und genutzt werden.

Rang 5: Texlock – Unkaputtbares Fahrradschloss

Mehr als 300.000 Fahrraddiebstähle registriert die Polizei jährlich in Deutschland. Mit dem Texlock-Fahrradschloss wollen die Gründerinnen Alexandra Baum und Suse Brand den Dieben das Leben schwer machen. Das Texlock besteht aus unknackbaren textilen Hightech-Fasern und sichert das 10.000 Euro Rennrad ebenso wie teures Outdoor-Equipment. Der Clou an Texlock: Das Produkt ist leicht, flexibel einsetzbar und hinterlässt keine Kratzer am edlen Karbonrahmen.

Texlock Fahrradschloss im Einsatz
Das Texlock Fahrradschloss aus textilen Hightech-Fasern (Foto: Texlock)

Texlock wurde 2016 in Leipzig gegründet und sammelte im ersten Quartal 2017 über die Plattform Kickstarter mit Hilfe von über 2.200 Unterstützern weltweit das fünffache des geplanten Finanzierungsbetrags ein.

Die, so die Gründerinnen, „erste Innovation im Fahrradschlossmarkt seit 10 Jahren“, ist ab März 2018 über die Website des Unternehmens sowie über ausgewählte Fachhändler erhältlich.

Alle Geschäftsideen der Top 50 Start-ups

Haben euch diese 5 Storys inspiriert, euer eigenes Ding zu machen? Mehr interessante Geschäftsideen sowie Informationen über Gründerwettbewerbe findet ihr in unserer aktuellen Publikation „Gründerwettbewerbe und Top 50 Start-ups“. Darin außerdem enthalten: 170 anstehende Gründerwettbewerbe im Jahr 2018. Also downloaden, passenden Wettbewerb aussuchen und gewinnen. Vielleicht berichten wir in einem Jahr an dieser Stelle ja schon über euer Start-up?