Geschäftsideen aus der wohl unterschätztesten Start-up-Region Deutschlands



Innovative Start-ups, ideenreiche Gründer und viel kreative Energie findet man nicht nur in den großen Gründer-Metropolen, sondern auch in Regionen, die man landläufig nicht mit der Gründerwelt verbindet. Dass es auch abseits von Berlin, Hamburg und München viele Start-ups gibt, die mit tollen Geschäftsideen punkten, zeigen unsere fünf folgenden Beispiele.

Ostwestfalen-Lippe, kurz: OWL, so nennt sich die Region, die neben Bielefeld und Gütersloh auch Städte wie Detmold, Herford oder Paderborn integriert. Mit knapp zwei Millionen Einwohnern und rund 150.000 Unternehmen, die ca. eine halbe Million Menschen beschäftigen, gilt OWL als einer der stärksten Wirtschaftsstandorte in Deutschland. Die Region erwirtschaftet ein Bruttoinlandsprodukt von rund 60 Milliarden Euro pro Jahr. Auch Start-ups erhalten in der Region eine starke Förderung: Nicht zuletzt durch Initiativen wie die Founders Foundation der Bertelsmann Stiftung sowie Gründerwettbewerbe, Events und vieles mehr.

OWL-Geschäftsidee 1: Handelsplatz für Krypto-Geld

OWL Bitcoin.de
Bitcoin.de zählt rund 700.000 Nutzer, die Bitcoins über die Plattform handeln (Foto: ulifunke.com / Bitcoin.de)

Sind Bitcoins das Gold des digitalen Zeitalters? Oder handelt es sich dabei nur um eine Luftnummer? Nach den Turbulenzen in den vergangenen Monaten wird viel darüber diskutiert. Die Online-Börse Bitcoin.de setzt trotz allem auf die virtuelle Währung. Das Herforder Unternehmen zählt derzeit rund 700.000 Nutzer, die Bitcoins über die Handelsplattform kaufen und verkaufen. Mit einem Plus an Sicherheit will das Team rund um Gründer Oliver Flaskämper bei den Kunden punkten – durch die Kooperation mit der Münchner FIDOR-Bank erfüllt Bitcoin.de die hohen Anforderungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Ein engmaschiges Netz an Sicherheitsmaßnahmen soll dafür sorgen, dass die Kunden sorgenfrei über Bitcoin.de Handel treiben können.

OWL-Geschäftsidee 2: Regio-Limo fürs ganze Land

Gesunde Ernährung und Regionalität – dies sind bereits seit ein paar Jahren zwei Ernährungstrends. Das Start-up Limoment bedient mit seinen Produkten gleich beide Aspekte: Die von den Bielefeldern angebotenen Fruchtsaftlimonaden in den Geschmacksrichtungen Apfel-Rose und Apfel-Minze kommen zum einen ganz ohne den Einsatz von Industriezucker und Stabilisatoren aus, zum anderen stammen die Früchte für den Apfelsaft von regionalen Streuobstwiesen. Das Interesse an den Getränkespezialitäten made in OWL geht indes weit über die Region hinaus – die Fruchtsaftlimos sind von der Nordsee bis zu den Alpen im Einzelhandel erhältlich.

OWL Limoment
Das Gründerteam: v.l.n.r. Phillip Marsell, Kim Marcel Czesna, Janosch Kriesten und Moritz Kinder (Foto: Limoment)

OWL-Geschäftsidee 3: Kampf gegen Kaffeekassen-Schmu

In vielen Unternehmen und Vereinen werden Getränke nach dem „Vertrauensprinzip“ verkauft: Für jedes konsumierte Getränk wird ein bestimmter Obolus in die „Kaffeekasse“ gelegt oder aber ein Strich auf einer ausgelegten Liste gemacht. Doch so mancher Kollege oder Kamerad vergisst dann schon mal, zu zahlen – und am Ende des Monats zeigt die Kasse ein Defizit auf. Das Herforder Start-up Selbstbedienbar will mit seiner gleichnamigen App damit Schluss machen: Jedes konsumierte Getränk wird durch einfaches Fingertippen bezahlt, die Ausreden „kein Kleingeld“ oder „Portemonnaie vergessen“ gelten dann nicht mehr – das Smartphone haben schließlich die meisten stets dabei.

OWL-Geschäftsidee 4: Den Preisen auf den Zahn gefühlt

Auf dem Behandlungsstuhl des Zahnarzts machen sich wohl die wenigsten Gedanken darüber, wie teuer die für die Behandlung eingesetzten zahnmedizinischen Geräte sind. Zahnärzte kommen indes nicht umhin, sich um die Kostenseite Gedanken zu machen. Dabei unterstützt sie das 2017 gegründete Start-up Zahnarzt-Helden. Die Bielefelder geben Zahnärzten die Möglichkeit, den Einkauf von Dentalgeräten einfacher und schneller zu gestalten.

OWL Zahnarzt-Helden
Die Zahnarzt-Helden bieten eine einfache Möglichkeit für Kauf von Dentalgeräten (Foto: Zahnarzt-Helden)

Über das Vergleichsportal für medizinische Geräte können sie gleich mehrere Anbieter anfragen, das reduziert den Aufwand für die aufwändige Angebotsrecherche. Mithilfe eines interaktiven Fragebogens spezifiziert der Dentist, was z.B. sein Behandlungsstuhl oder sein Röntgengerät können muss, damit die Zahnarzt-Helden anschließend für ihn die besten Deals heraussuchen.

OWL-Geschäftsidee 5: Roboter beantwortet Kundenanfragen

Lange Wartezeiten adè – künftig wird immer häufiger Kollege Roboter dafür sorgen, dass Kundenanfragen schneller und effizienter bearbeitet werden. Chatbots und Voice Skills wie Alexa gehören auch 2018 zu den Technik-Trends. Diese Entwicklung macht sich das Bielefelder Unternehmen Mercury.ai zunutze – über die gleichnamige Cloud-Plattform kann das Start-up Chatbots und Sprachinterfaces kreieren, die sich im Customer Service und im Messenger Marketing einsetzen lassen. Daneben bietet die Mercury.ai Plattform auch Lösungen für Analytics, Newsletter-Benachrichtigungen sowie Anbindung an menschlichen Kundensupport. Stefan Trockel, der CEO von Mercury.ai:

Chatbots machen Kundensupport und Services skalierbar. Mit deutlich kürzerer Wartezeit – nämlich sofort – können Probleme gelöst werden. Und das in immer gleichbleibender Qualität.