Start-up-Trends: Diese Geschäftsideen haben im Jahr 2018 gute Chancen



Wohin geht in diesem Jahr die Reise in der Welt der Start-ups? Und welche Trends bieten Chancen für neue Geschäftsideen? Wir haben für euch vier Themenfelder herausgesucht, die die Gründerwelt in diesem Jahr rocken könnten und stellen passend dazu einige spannende Geschäftsideen vor.



Was ist Top, was Flop? So ganz pauschal lässt sich das natürlich nie sagen. Ob ein Trend 2018 auch wirklich einschlägt oder doch nur ein kurzer Hype war, werden wir erst in 12 Monaten wissen. Einige Themenfelder haben natürlich auch schon im Jahr 2017 Anlauf genommen. Die folgenden vier Geschäftsfelder zeigen jedoch auf jeden Fall großes Potenzial.

Trends 2018
In welchen Geschäftsfeldern kann man 2018 so richtig durchstarten? Wir stellen 4 Ideen vor.

Trend 1: Künstliche Intelligenz macht das Leben einfacher

Alexa, bitte stell meine Einkommensteuererklärung zusammen.

Bislang sind sprachgesteuerte Systeme wie Alexa oder Siri noch nicht in der Lage, solch komplexe Aufgaben zu übernehmen. Auch wenn sich das wohl jeder Existenzgründer wünschen würde. Doch was nicht ist, kann ja noch werden. Denn alles, was einen echten Nutzen, mehr Bequemlichkeit und Sicherheit bietet, hat gute Chancen, Kunden zu begeistern.

Selbstlernende Systeme bieten maßgeschneiderte Lösungen – Stichwort: Künstliche Intelligenz (KI) oder Artificial Intelligence (AI). Sie passen sich den Bedürfnissen der Kunden an und sorgen so dafür, dass diese genau die Unterstützung erhalten, die sie gerade brauchen. Auch wenn es nicht gerade die Steuererklärung ist – Hauptsache, es passt und es vereinfacht die Abläufe oder erhöht die Sicherheit.

Beispiel Parlamind: Nicht im, sondern am Online-Handel verdienen

Der Online-Handel wächst und wächst: Im vergangenen Jahr konnte der Verkauf per Internet hierzulande im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs um 10,9 Prozent auf rund 58 Milliarden Euro Brutto-Umsatz verzeichnen. Das besagt eine aktuelle Studie des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh). Das Berliner Start-up Parlamind profitiert vom Wachstum im Online-Handel und der dadurch steigenden Zahl an Kundenanfragen.

Die Lösung analysiert per E-Mail eintreffende Kundenanfragen in Sekundenschnelle und sendet dem Kunden postwendend eine Antwort. Die eingehenden Nachrichten werden auf semantischer Ebene geprüft. Dabei werden folgende Punkte abgeklopft: das Anliegen, die Stimmung des Kunden sowie weitere Informationen in der Nachricht. Ermöglicht wird dies durch Forschungsergebnisse aus der Computerlinguistik und dem maschinellen Lernen. Effekt: Der Kunde erhält umgehend eine Antwort, der Kundenservice wird entlastet.

Mit der Lösung von parlamind werden Kundenanfragen in Sekundenschnelle beantwortet (Foto: parlamind)

Trend 2: Cyber-Sicherheit – das Must-have der digitalen Welt

Schon 2016 zählte das Bundeskriminalamt über 80.000 Cybercrime-Fälle, ein Plus um 80 Prozent gegenüber dem Jahr 2015. Dies könnte nur die Spitze des Eisbergs sein, die Behörde rechnet damit, dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher liegt.

Wer immer noch darauf vertraut, der Virenscanner alleine biete ausreichenden Schutz, könnte eine unangenehme Überraschung erleben. Insbesondere für Unternehmen wird dieses Thema von Tag zu Tag wichtiger. Verbrecher ersinnen ständig neue Methoden, um Sicherheitsvorkehrungen auszutricksen. Wo ein Leidensdruck, da eine Geschäftsidee: Start-ups haben die Zeichen der Zeit erkannt und bietet ausgeklügelte Sicherheitslösungen für Unternehmen an.

Beispiel Patronus: Moderner Cyber-Schutzpatron für KMUs

Das Berliner Start-up Patronus.io hat Cyber-Kriminellen den Kampf angesagt. Mit ihrer Sicherheitslösung wollen sie KMUs und kleineren Webagenturen die Möglichkeit bieten, sich gegen Cyber-Attacken zu schützen. Gerade KMUs laufen Gefahr, Opfer von Cyber-Kriminalität zu werden, da sie sich keine eigenen Mitarbeiter für Online-Sicherheit leisten können und deshalb leichte Beute für Hacker & Co. sind.

Beispiel VMRay: Sicherheitssoftware aus Bochum

Malware dringt oft gut getarnt ins System ein. Wird sie dann erkannt, hat sie ihr zerstörerisches Werk oft schon vollendet. Die Sicherheitssoftware VMRay des gleichnamigen Start-up-Unternehmens aus Bochum soll dafür sorgen, dass es nicht erst so weit kommt. Die Software wird selbst mit hoch spezialisierter Schadsoftware fertig. Kunden des Unternehmens sind beispielsweise internationale Großunternehmen, Regierungsorganisationen und Strafverfolgungsbehörden.

  • Und noch ein Praxisbeispiel: So will das Darmstädter Start-up IT-Seal mit Social Engineering und Cyberattacken einen Wachstumsmarkt entern – zur Gründerstory.

Trend 3: Virtual und Augmented Reality – ein Dauerbrenner

Ein Buch des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick heißt: „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?“. Hier geht es um unsere subjektive Realitätswahrnehmung. Diese Frage hat heute, mehr als 40 Jahre, nach dem Erscheinungsdatum dieses Klassikers eine neue Dimension angenommen: Virtuelle Realität führt uns in Welten, die nicht wirklich wirklich sind.

Beispiel Vire: Werbung reloaded

Auch in der virtuellen Welt gibt es Werbung – das macht sich das Kölner Start-up Vire zunutze. Die Gründer bieten werbetreibenden Unternehmen die Möglichkeit, ihre Produkte in VR-Spielen zu platzieren. Freilich nicht in Form aufdringlicher Werbebanner, sondern als visueller Bestandteil des Spiels. So lassen sich etwa mit dem Logo des Werbekunden beschriftete Gegenstände im virtuellen Raum bewegen. Als Beispiele zeigt Vire auf seiner Webseite Basketbälle, Bierflaschen oder Kaffeebecher.

Beispiele aus dem Bereich Augmented Reality

Bereits im vergangenen Jahr haben wir zahlreiche AR-Geschäftsideen vorgestellt – wir sind überzeugt, 2018 kommen noch einige hinzu. Bis dahin noch einmal im Recap:

Trend 4: Essen 4.0 – Pappige Pizza war gestern

Nachdem selbst Tech-Investor Frank Thelen mit Beteiligungen an Start-ups wie Little Lunch, Lizza oder Ankerkraut buchstäblich auf den Geschmack gekommen ist, dürften die Chancen im Food-Segment für Start-ups rosig sein. Im vergangenen Jahr hat die Ernährungsindustrie mit geschätzten 181 Milliarden Euro einen erneuten Umsatzrekord eingefahren – im Vergleich zum Vorjahr war das eine Steigerung um 7,7 Prozent. Und es sieht ganz so aus, als würde sich dieser Trend 2018 fortsetzen.

Der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie zufolge geht dieses Wachstum auf eine steigende Innovationslust der Verbraucher zurück. Laut einer Umfrage der Vereinigung sei die Nachfrage nach neuen Produkten enorm. Zwei Beispiele, wie amerikanische Start-ups in der Verbindung von High-tech mit leckerem Essen die kulinarische Welt erobern, stellen wir euch hier vor.

Beispiel Zume: Roboter als Pizzabäcker

Trends
Backt die Pizza während der Fahrt: der Roboter im Zume Pizza-Truck (Foto: Zume Pizza)

Wer kennt das nicht – die Pizza, die ihr beim Lieferdienst bestellt habt, ist halbkalt und schon leicht pappig, bis sie auf eurem Teller landet. Das kalifornische Start-up Zume hat ein Konzept entwickelt, wie die italienischen Teigfladen heiß und knusprig auf dem heimischen Teller landen. Möglich macht dies ein Pizzaroboter, der die Pizzen in einem speziell ausgestatteten Wagen auf dem Weg zum Kunden bäckt. Hierbei werden die fernsteuerbaren Öfen von einem Algorithmus mit verknüpftem GPS-System bedient. Die verbleibende Zeit zum Auslieferungsort wird so exakt berechnet.

Beispiel Green Summit Group: Amerikanische Geisterrestaurants

Was bitte ist denn ein Ghost-Restaurant? Ein Speiselokal in einer verlassenen Stadt aus der Zeit des Wilden Westens? Weit gefehlt. Unter dem Begriff versteht man einen aktuellen Gastronomie-Trend aus den USA. Geisterlokale wie das New Yorker Start-up Green Summit Group bestehen nur aus einer Küche – es gibt weder einen Gastraum, noch einen eigenen Lieferdienst. Kunden können ausschließlich über eine App bestellen, die Auslieferung erfolgt über externe Dienste wie Grubhub oder Deliveroo. Auch in London und Berlin hat der Trend bereits Furore gemacht. Kein Wunder, schließlich lassen sich hierdurch enorme Kosten bei den Anfangsinvestitionen, die besonders in der Gastronomie oftmals hoch sind, einsparen.

Inspiration für deine eigene Gründung

Über 400 weitere spannende Geschäftsideen findet ihr auf Für-Gründer.de. Jeden Montag lest ihr natürlich auch in Zukunft in unserem GründerDaily neue Beiträge zum Thema Geschäftsideen. Einmal im Monat halten wir euch außerdem in unserem Geschäftsideen-Newsletter auf dem Laufenden.