„Enjoy the ride“ bzw. was Musiker mit Gründern verbindet



Im historischen Ambiente des Capitols in Offenbach trafen sich vergangene Woche Gründer, Start-ups und Gründungsinteressierte auf der „Gründen, Fördern, Wachsen“  zum Gedankenaustausch, Netzwerken, interessanten Workshops und Diskussionen. Und am Ende des Abends konnte das Publikum beim Tech-Helden-Slam auch noch seinen Start-up-Favoriten wählen. Wer den ersten Preis abgeräumt hat, erfahrt ihr am Ende dieses Beitrags.

Müsste man ein Motto für die diesjährige und damit 6. Ausgabe der „Gründen, Fördern, Wachsen“ vergeben, landet man schnell bei dem Wort „Passion“ bzw. der Frage, warum Gründer überhaupt den steinigen Weg in die Selbstständigkeit wagen. Darauf bezog sich bereits in seiner Eröffnungsrede Armin Häberle von der FRANKFURT BUSINESS MEDIA, der auf der Konzertbühne des Capitols den Vergleich zwischen Gründern und Musikern zog. Beim Musiker steht am Anfang häufig der Wunsch nach der inneren Melodie und daraus erwächst ein starker Antrieb, diesem Ausdruck zu verleihen. Wirtschaftliche Komponenten spielen in dem Stadium häufig noch keine Rolle. Ähnlich wie beim Gründer:

Auch ein Gründer folgt einem starken inneren Antrieb bzw. Impuls, etwas anders oder besser zu machen und unbedingt eine Idee zu verwirklichen.

Der materielle Aspekt, der diesem Impuls folgt, tritt häufig erst viel später ein.

Genau diese Passion bzw. Leidenschaft stellte auch Matthias Henze, Gründer und Geschäftsführer von Jimdo, in seiner Keynote „Enjoy the ride“ in den Vordergrund. Sein Motto, mit dem er Jimdo zum Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern aufgebaut und alle Höhen und Tiefen bereits erlebt hat, lautet:

Wenn du Spaß an dem hast, was du tust, und es mit der Welt teilst, wirst du Großes erreichen.

In seinem Vortrag gab er dem Publikum praxisnah am Beispiel von Jimdo seine drei wichtigsten Tipps mit auf den Weg, um langfristig als Gründer erfolgreich zu sein.

  • #1 Ausdauer: Wenn ihr an eure Idee glaubt, gebt auch in schweren Zeiten nicht auf. Der Aufbau eures Start-ups ist ein Marathon und kein Sprint.
  • #2 Risiko: Ihr müsst lernen, mit eurer Angst umzugehen. Seid euch immer bewusst: Man muss Risiken eingehen, um etwas zu bewirken. Sonst gibt es keine Veränderung.
  • #3 Glück: Gehört einfach dazu. Es gibt immer Dinge, die man nicht beeinflussen kann.
  • Bonustipp Team: Dem Team muss vermittelt werden, dass es Teil der Vision und Erfolgsgeschichte ist. Nur dann kann ein Start-up erfolgreich sein.
Begeisterte das Publikum mit seiner Keynote: Jimdo-Gründer Matthias Henze (Bildquelle: Andreas Varnhorn)

Und auch der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir ermutigte in seiner Begrüßung zu mehr Neugründungen in einer Zeit, in der die Digitalisierung fast alle Teile der Wirtschaft durchdringt und stellte in dem Zusammenhang auch die zahlreichen Förderungs- und Unterstützungsmaßnahmen des Landes Hessen vor. Denn, wie der Minister abschließend feststellt:

Neugründungen sind die Frischzellenkur für die Wirtschaft!

Gründen, Fördern, Wachsen
Motivierte die Gäste zu mehr Gründertum: Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Bildquelle: Andreas Varnhorn)

Fach- und Impulsvorträge und das CoachingCafé

Im Anschluss an Begrüßung und Keynote vermittelten in parallel stattfindenden Seminaren erfahrene Referenten wie Sarah Kübler (HitchOn), Tobias Schnorr (HackerBuster.de) oder Dr. Dominik Benner (Schuhe24.de) Praxiswissen zu Themen wie Big Data, Influencer Marketing, IT-Security oder künstliche Intelligenz getreu dem Motto der Veranstaltung: „Future Technology“.

Im CoachingCafé gab es im Face-to-Face-Gespräch Rat von erfolgreichen Gründern, Investoren oder Entscheidern (Bildquelle: Andreas Varnhorn)

Im CoachingCafé hatten angehende Gründer während der gesamten Veranstaltung die Möglichkeit, sich mit erfolgreichen Gründern, Investoren oder Entscheidern zu exklusiven Coachinggesprächen Face-to-Face in 20-minütigen Slots zu treffen. Der stets gefüllte Raum bewies die Attraktivität der intensiven Einzelgespräche.

Gründerin gewinnt Tech-Helden-Slam

Sieger und Sponsoren des Tech-Helden-Slams freuen sich über eine gelungene Veranstaltung (Bildquelle: Andreas Varnhorn)

Zum offiziellen Abschluss der Veranstaltung musste das Publikum nochmal ran. Denn Deutschlands erste digitale Gründungsplattform Unternehmerheld hatte Start-ups aufgerufen, sich um den Titel Tech-Helden 2017 zu bewerben. Und dem Ruf sind knapp 50 Start-ups gefolgt. Die drei Finalisten wurden vorab von einer Fachjury ausgewählt und präsentierten nun ihre Geschäftsidee innerhalb von 150 Sekunden auf der Bühne:

  • Kinemic (Gestensteuerung für die Industrie),
  • Toposens (Weltweit erster 3D-Ultraschallsensor) und
  • Vectoflow (Individuelle Staudrucksensoren für Fluidmessungen)

Das Publikum kürte im Live-Voting dann den Gewinner… bzw. die Gewinnerin. Am besten gelungen ist der Pitch nämlich Katharina Kreitz von Vectoflow, die sich über 2.000 Euro Preisgeld – zur Verfügung gestellt von CLLB Rechtsanwälte – freuen konnte. Den zweiten Platz belegte Felix Kaiser von Toposens. Das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro wurde gestiftet von der A.B.S. Global Factoring AG. Der dritte Platz und damit ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro ging an Tomt Lenz von Kinemic.

Konnte sich über den Gesamtsieg beim Tech-Helden-Slam sowie 2.000 Euro freuen: Katharina Kreitz von Vectoflow (Bildquelle: Andreas Varnhorn)

Inoffiziell ging die Veranstaltung erst lange nach der Preisverleihung zu Ende, denn bei einigen Kaltgetränken an der Bar entwickelte sich ein reger Gedankenaustausch und ein intensives Networking.

Habt ihr auch Lust, ein spannendes Gründerevent zu besuchen? Dann schaut einfach mal in unseren Eventkalender und wählt eine passende Veranstaltung aus.