10 Geschäftsideen, in die VCs 112 Mio. Euro investierten



Rund 112 Mio. Euro investierten Venture Capitalisten im September in unsere Top 10 VC-Deals des Monats. Die größte Finanzierungsrunde ging mit 25,0 Mio. USD an ein Tech-Unternehmen aus Seattle, das Lösungen rund um das Kubernetes-Ökosystems entwickelt. Außerdem mit unter den VC-Deals im September: eine Banking-App, eine Legal-Tech-Plattform, ein Online-Fashion-Marktplatz und eine virtuelle Lernplattform für den Life Science-Bereich.



Alle Top 10 VC-Deals im September haben wir für euch in der folgenden Tabelle zusammengefasst. Das gesamte Finanzierungsvolumen summierte sich auf 112 Mio. Euro, die Spanne reicht von 2,0 Mio. Euro bis 25,0 Mio. USD. Ausgewählte Geschäftsmodelle dieser Finanzierungsrunden stellen wir euch nachfolgend vor. VC-Deals

#1 Linxo: Banking-App speziell für den französischen Markt (24,0 Mio. USD)

Mit der Crédit Agricole, der Crédit Mutuel und MAIF haben gleich drei große französische Finanzinstitute die stattliche Summe von 24 Mio. USD in das Start-up Linxo investiert und setzen damit auf die vom Unternehmen entwickelte Banking-App. Mit der können Anwender all ihre Accounts verwalten und ihre Finanzen managen, was aktuell in Frankreich noch kein Standard ist. Dazu werden von Linxo dutzende von französischen Banken unterstützt, so dass auch Transaktionen in Echtzeit synchronisiert werden können.

Außerdem arbeitet das Unternehmen an einer Lösung, mit der Nutzer per App Geld direkt von einem Konto auf ein anderes überweisen können. Mit dem in der aktuellen Finanzierungsrunde aufgenommenen Kapital möchte Linxo die eigene Angebotspalette ausbauen, weitere Banken am Heimatmarkt Frankreich integrieren und an der technischen Weiterentwicklung arbeiten. So soll es zukünftig auch möglich sein, andere Finanzdienstleistungen in die App zu integrieren, ohne die App verlassen zu müssen. Gleichzeitig plant das Unternehmen aber auch, mit seinem Produkt in andere europäische Länder zu expandieren und neue Märkte zu erobern.

#2 Zilingo: Online-Fashion-Marktplatz (18,0 Mio. USD)

Einen Online-Fashion-Marktplatz betreibt das erst vor rund zwei Jahren gegründete Start-up Zilingo aus Singapur, das es Modehändlern in Südostasien ermöglicht, die eigenen Produkte weltweit online zu verkaufen. Das von der ehemaligen Sequoia-Analystin Ankiti Bose und dem Yahoo-Entwicklungsingenieur Dhruv Kapoor gegründete Start-up ist so erfolgreich, dass es sich zum am schnellsten wachsenden Online-Marktplatz in Asien entwickelt hat. Allein im vergangenen Geschäftsjahr konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr mehr als verzehnfacht werden.

In der aktuellen Finanzierungsrunde haben neben den bereits bestehenden VCs Venturra Capital, Sequoia Capital, BEENEXT und Wavemaker Partners u.a. auch Burda Principal Investments oder Tim Draper insgesamt 18,0 Mio. USD investiert, was das Gesamtfinanzierungsvolumen bereits auf knapp 28 Mio. USD ansteigen lässt. Mit dem frischen Kapital soll u.a. die Präsenz in Südostasien ausgebaut werden. Besonders stark möchte Zilingo in Indonesien wachsen, der größten Volkswirtschaft in der Region. CEO Ankiti Bose  zum Marktpotenzial Indonesiens:

I’ve never seen a market that’s so ready to consume consumer internet products. We are seeing 85 percent growth each month, that’s not something anyone has seen in other Southeast Asia markets. People spend a bit less on every transaction, but the behavior is crazy and they shop more times.

Mit rasanten Wachstum zum Nummer 1 Online-Fashion-Shop in Asien (Bildquelle Zilingo.com)

#3 abfindungsheld.de: Legal-tech für Abfindungsfragen (11,0 Mio. Euro)

Noch nicht ganz ein Jahr alt ist das Berliner Start-up abfindungsheld.de und kann sich trotzdem bereits über ein Investment von 11,0 Mio. Euro freuen, das von einem Schweizer Private Equity Fonds bereitgestellt wird. abfindungsheld.de möchte mit seinem Service gekündigten Arbeitnehmern helfen, die ihnen zustehende Abfindung zu erhalten. Und das für die Arbeitnehmer einfach, unkompliziert und ohne Kostenrisiko durch eventuelle Prozesskosten. abfindungsheld.de prüft anhand der zur Kündigung eingegebenen Details mittels eines selbst entwickelten Algorithmus die Erfolgsaussichten.

War die Prüfung erfolgreich, kann eine Sofortabfindung von 65 Prozent der Gesamt-Abfindungssumme bereits nach 24 Stunden erfolgen. Alternativ kann der Nutzer auch auf den Ausgang der Klage warten, dann fließen ihm 75 Prozent der Gesamt-Abfindungssumme zu. Die Klage beim zuständigen Gericht reicht abfindungsheld.de ein und erstreitet dort auch die Abfindung. Geld verdient abfindungsheld.de nur im Erfolgsfall, dann fließen 35 bzw. 25 Prozent an das Unternehmen. Selbst wenn die Klage keinen Erfolg hat, behält der Nutzer die Sofortabfindung. Das gesamte Investment von 11,0 Mio. Euro nutzt abfindungsheld.de als Finanzierungsquelle von neuen Sofortabfindungen.

#4 Labster: Virtuelle 3D-Laboratorien (10,0 Mio. USD)

Insgesamt 10,0 Mio. USD konnte das Ed-Tech-Start-up Labster in seiner Series A-Runde einsammeln. Das 2011 gegründete Stockholmer Unternehmen hat eine Lern-Software entwickelt, die Laborumgebungen simuliert und Schülern und Studenten, z.B. aus dem Life Science-Bereich, so anhand von inzwischen mehr als 65 verschiedenen Simulationen Lerninhalte vermittelt. Das Lernspektrum reicht dabei von der einfachen Erklärung von Säuren und Basen bis hin zu komplexen Kursen über Zellkulturen über die richtige Nutzung von Mikroskopen bis hin zur Gentechnik. Institutionen, die die Software nutzen, verspricht Labster die Einsparung von hohen Investitionen in Labortechnik bei gleichwertigen Lernerfolgen, z.B. durch die Anwendung von Virtual Reality.

An der aktuellen Finanzierungsrunde beteiligten sich der Frühphasen-VC Balderton Capital, Northzone sowie der Gründer von Unity Technologies, David Helgason. Labster plant, das neu aufgenommene Kapital u.a. in die Weiterentwicklung der Lernsoftware zu investieren, um so noch passgenauere Simulationsinhalte zu bieten und damit der eigenen Vision, Lehrbücher durch interaktive Lernerfahrungen und Simulationen zu ersetzen, näherzukommen. Einen Eindruck, wie einen solche Lernsimulation von Labster funktioniert, seht ihr in diesem Video:

#5 Taxfix: App zur einfachen Erstellung der Steuererklärung (2,0 Mio. Euro)

Das 2016 gegründete Berliner Start-up Taxfix verspricht nicht weniger, als die jährliche Steuererklärung schnell und einfach per Steuer-App erledigen zu können. Die App richtet sich besonders an den normalen Arbeitnehmer mit einfachen Einkünften. Durch Einscannen der Lohnsteuerabrechnungen und der Beantwortung einiger Fragen im Interview-Modus beansprucht die Erstellung nach Unternehmensangaben nicht viel mehr als 25 Minuten. Der Versand an das Finanzamt ist anschließend via ELSTER-Schnittstelle nur einen Klick entfernt. Das Konzept der Berliner Gründer überzeugte jetzt die VCs Creandum und Redalpine Venture Partners, in der Seed-Runde insgesamt 2,0 Mio. Euro zu investieren. Taxfix-Gründer Mathis Büchi:

Unsere Vision ist es, den Prozess der privaten Steuererklärung grundlegend zu verändern.

Die Steuererklärung auf das Smartphone bringen wollen Lino Teuteberg und Mathis Büchi von Taxfix (Bildquelle: taxfix.de)

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