„Ihr braucht operative Eier“: die 10 besten Zitate von der Bits & Pretzels 2017



Wenn Kevin Spacey auf Stefan Raab trifft, sich 5.000 Gründer in Lederhosen und Dirndl vernetzen und München wieder als vorübergehendes Start-up-Mekka gefeiert wird – dann wisst ihr, es ist wieder Bits & Pretzels. Wir waren für euch auf Deutschlands größtem Gründerfestival des Jahres. Nach drei Tagen voller Eindrücke, Inhalte, Networking und vielem mehr, haben wir für euch die besten Zitate zusammengestellt.



#1 „Vorne ist immer da, wo sich noch keiner auskennt!“ (Stefan Raab)

Keynote-Speaker der Bits & Pretzels 2017 war Stefan Raab. Aber was hat der Entertainer eigentlich mit Start-ups zu tun? Insbesondere erzählte Raab über seine eigene Karriere und was ihm dabei geholfen hat, erfolgreich zu werden. Dazu zählte unter anderem, nicht zu viel auf das Urteil von erfahreneren Personen zu geben, stets seinen anfänglichen Enthusiasmus zu wahren, statt Dinge tot zu diskutieren und viel Hartnäckigkeit:

Die Angst vor der Blamage ist eines der größten Hindernisse.

Übrigens: Auch nach der Bits & Pretzels werden wir Stefan Raab nun öfter wieder im Kontext von Start-ups erleben. Im kommenden Jahr wird er (jedoch hinter den Kulissen) mit einer eigenen Start-up-Show sein Comeback feiern.

#2 Frage dich immer „What’s next?“ (Kevin Spacey)

Auch der Keynote-Speaker aus dem Vorjahr, Kevin Spacey, stand in diesem Jahr wieder auf der Bühne. Der Hollywoodstar, der unter anderem aus House of Cards und American Beauty bekannt ist, interviewte Trivago-Gründer Rolf Schrömgens und Investor Lukasz Gadowski. Sein Tipp für Gründer zum Abschluss lautete, sich jeden Tag zu fragen, was als nächstes kommt. Soll heißen: ist ein Ziel erreicht, folgt ein neues. Dranbleiben ist gefragt. +++ Die wohl überraschendste Neuigkeit gab es dann, als die Interviewpartner von der Bühne waren. Kevin Spacey wird als vierter Partner ab sofort dauerhaft zum Bits & Pretzels-Team zählen. Was das genau bedeutet, wurde zwar noch nicht weiter bekannt gegeben. Wir bleiben aber gespannt.

Nach Keynote 2016 und Interview-Auftritt 2017: Kevin Spacey wird vierter Partner der Bits & Pretzels.

#3 „Fuck – ich bin kein Hollywoodstar!“ (Lukasz Gadowski)

Im Gespräch mit Kevin Spacey, stellte Lukasz Gadowski fest, dass er, trotzdem er einer der bedeutendsten Entrepreneure Deutschlands ist, noch lange kein Hollywoodstar sei. Unsere Interpretation: Egal, was man erreicht, es gilt, ein Stück weit auf dem Boden zu bleiben.

#4 „Unternehmer brauchen operative Eier.“ (Oliver Kahn)

Ganze 120 Seiten hatte der Businessplan von Goalplay, einem Start-up, das Torspieler trainiert. 120 Seiten, die Oliver Kahn überzeugten, 2016 bei Goalplay einzusteigen. Wer also denkt, der Businessplan sei tot – er ist es nicht. Mit Erschrecken musste Oliver Kahn im Übrigen feststellen, dass er in seinem Start-up deutlich mehr Arbeit hat, als im Tor von Bayern München: „Man fängt mit zwei bis vier Leuten an und ist einfach für alles zuständig: Von der Logo-Entwicklung über die Technologie, die Internationalisierung und die Produktentwicklung – ich bin überall dabei.“

Oliver Kahn war es auch, der in den Raum warf, dass Start-ups Leute brauchen, die operative Eier haben, damit die Ziele wirklich erreicht werden können.

#5 „Fehler machen ist nicht schlimm!“ (Philipp Lahm)

Mit Philipp Lahm, Investor von fanmiles – dem „Miles & More“ oder „Payback“ für Fußballfans –, gab es direkt noch eine Fußball-Legende auf der Bits & Pretzels-Bühne. Während Oliver Kahn allerdings vor einer „Bagatellisierung des Scheiterns“ warnte, da es immer wieder viel Kraft kostet, aufzustehen, sprach Philipp Lahm davon, dass es selbstverständlich dazugehört, Fehler zu machen. Man müsse nur schauen, dass man immer etwas daraus lernt. Außerdem betonte Lahm, dass man Entscheidungen immer sehr bewusst treffen sollte und sich nicht zu viel von Externen reinreden lassen darf.

#6 „You should start with security on day ONE!“ (Werner Vogels)

Ganz praktische Tipps gab der Holländer Werner Vogels, CTO von Amazon, der das Thema Datensicherheit in den Fokus rückte. Schon an Tag eins sollte jeder Gründer dieses Thema auf der Agenda haben:

Without security you don’t have a business!

#7 „PR is like pornography.“ (Andrea Cunningham)

Die ehemalige PR-Beraterin von Steve Jobs, Andrea Cunningham, hatte wertvolle Tipps für Gründer in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Da die Tipps einen eigenen Artikel füllen könnten, findet ihr diese als Übersicht in nachfolgendem Bild. Besonders betonte Cunningham außerdem noch, dass man keinen allzu großen Unterschied zwischen B2B und B2C machen sollte. Sie geht immer von B2P aus: Business to Person. Schließlich spreche man in allen Zielgruppen immer Personen an.

Bits & Pretzels
Andrea Cunninghams 10 Dinge, die Gründer über PR wissen sollten.

#8 „Effort, luck & Durchhaltevermögen.“ (Carice van Houten)

Game of Thrones-Anhänger saßen beim Vortrag von Carice van Houten in der ersten Reihe. Diejenigen, die die Serie nicht gesehen haben, wünschten sich, weiter vorne gesessen zu haben. Denn „Priesterin Melisandre“ war nicht nur extrem lustig und natürlich, sondern motivierte das Publikum auch in ihrem Interview zum Thema Mut. (Für Fans: Sie trug Dirndl anstatt Rot).

Wieso Mut? Als Schauspielerin zahlreicher Sex-Szenen und eines Kindsmordes, benötigt es ein gutes Stück Mut. Das Fazit aus diesem Talk: Zum Gründen braucht es nicht nur Talent, sondern insbesondere auch Mühe und Glück sowie viel Durchhaltevermögen (auf Niederländisch uithoudingsvermogen, das englische Wort kannte auf der Bühne nämlich keiner).

#9 „You should be good, but your team should be better.“ (Marc Samwer)

Marc Samwer überzog deutlich seine Redezeit – und nahm sich auch nach dem Vortrag auf dem Flur viel Zeit für die zahlreichen Fragen der Gründer. Die wichtigsten 7 Learnings seiner Rede:

  • Marc Samwer liebt es, mit seinen Brüdern gegründet zu haben, da das Vertrauen nicht größer sein könnte.
  • Von realistischen Businessplänen hält er viel.
  • Von Work-Life-Balance weniger… was er natürlich nicht direkt so gesagt hat, aber – trotz des Einschubs, er habe ja auch Kinder – deutlich wurde.
  • Das Wichtigste für ihn sind gute Teams.
  • Beim Recruiting ist wichtig, „langjährige Corporates“ auszusortieren, da sie aufgrund der Denkweise nicht in Start-ups passen.
  • 6 bis 24 Monate McKinsey o.ä. seien aber förderlich.
  • Im Bewerbungsgespräch kann viel erzählt werden – gute Leute beweisen sich nach enger Zusammenarbeit schon innerhalb von sechs Wochen.

#10 „Break the Rules!“ (Florian Gschwandtner)

Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner ist Fan davon, Spielregeln zu verwerfen. „Wer geht schon mit einem Smartphone laufen?“ Diese Frage hat der Gründer nicht nur einmal in seiner Gründungszeit gehört. Doch wieso sollte etwas nicht gehen? Das Beispiel von Runtastic zeigt, dass eine Marktlücke vorher nicht immer auf Verständnis stoßen muss.

Nach Bits & Pretzels: Die Event-Saison geht weiter

Mit Bits & Pretzels ist zwar das größte Gründerfestival des Jahres vorbei. Das Networking geht aber weiter, beispielsweise auf der Startup SAFARI Frankfurt/Rhein-Main, der StartupCon in Köln oder der deGUT in Berlin. In unserem Kalender findet ihr alle wichtigen Termine auf einen Blick.