10 Geschäftsideen, die im August über 148 Mio. Euro einsammeln konnten



Der August war heiß auf dem Markt für Venture Capital. Das betrifft sowohl die Summe der Finanzierungen unserer VC-Deals, wie auch die zugrunde liegenden Geschäftsideen. Mehr als 148 Mio. Euro steckten Investoren in Ideen wie ein senkrecht startendes elektrisches Flugtaxi, die Entsorgung von Weltraumschrott, künstlich gezüchtetes Laborfleisch oder die vollautomatische Überwachung des Pflanzenwachstums.



Die nachfolgende Tabelle zeigt alle Top 10 VC-Deals im Monat August. Insgesamt konnten die Start-ups ca. 148 Mio. Euro einsammeln, die Spanne reicht dabei von 2,2 Mio. Euro bis 25,0 Mio. Euro. Welche Geschäftsmodelle hinter den Finanzierungen stecken, stellen wir euch im Beitrag vor.

VC-Deals

#1 Volocopter: Elektrisches Flugtaxi (25,0 Mio. Euro)

Die höchste Finanzierung bei den in diesem Monat vorgestellten VC-Deals geht mit 25,0 Mio. Euro nach Bruchsal (bei Stuttgart) an Volocopter. Das 2012 gegründete Unternehmen will die Welt der urbanen Mobilität verändern und hat deshalb einen voll-elektrisch angetriebenen personentragenden Multikopter entwickelt. Das senkrecht startende fliegenden Lufttaxi soll einen sicheren, leisen und umweltfreundlichen Transport für zwei Passagiere ermöglichen.

Zu den Investoren der jetzt erfolgten ersten Finanzierungsrunde gehören Serieninvestor Lukasz Gadowski sowie der Automobilkonzern Daimler. Dazu der Volocopter-Geschäftsführer Florian Reuter:

Das starke finanzielle Engagement unserer neuen Investoren ist ein Signal und Beleg für die wachsende Zuversicht in den neu entstehenden Markt für elektrisch angetriebene Senkrechtstarter als persönliche Lufttaxis.

Mit dem neu aufgenommenen Kapital sollen technische Innovationen sowie die Vorreiterrolle von Volocoptern weiter ausgebaut werden. Außerdem soll der Volocopter zur Serienreife gebracht werden.

Mit dem Volocopter soll die Art des urbanen Transportes revolutioniert werden (Bildquelle: volocopter.com)

#2 Astroscale: Entsorgung von Weltraumschrott (25,0 Mio. USD)

Nach Singapur gingen im August 25,0 Mio. USD an frischem Venture Capital. Damit will das 2013 gegründete Start-up Astroscale den Weltraum – zumindest ein klein wenig – vom herumfliegenden Metallschrott befreien. Dazu hat Astroscale einen 22 Kilogramm schweren Satelliten entwickelt, der mit einer russischen Sojus-Rakete 2018 starten soll. Aufgabe des Satelliten wird es sein, im ersten Schritt herumfliegende Schrottpartikel mit einem Durchmesser von weniger als einen Millimeter zu identifizieren. Im zweiten Schritt sollen dann die identifizierten Schrottpartikel beseitigt werden. Damit will Astroscale aktiv zu einer sichereren Raumfahrt beitragen.

In der aktuellen Series C-Runde beteiligten sich u.a. das in Japan ansässige Luftfahrtunternehmen ANA Holding sowie der Maschinenbauer OSG Group. Mit der aktuellen Finanzierungsrunde erhöht sich das Gesamtfinanzierungsvolumen inzwischen auf knapp 68,0 Mio. USD (Quelle: Crunchbase).

Astroscale plant, das frisch aufgenommene Kapital u.a. für die Einstellung eines COO sowie die weitere internationale Expansion einzusetzen. 2015 wurde bereits ein Büro in Japan sowie eine Niederlassung in Großbritannien eröffnet.

#3 Memphis Meats: Künstlich gezüchtetes „Laborfleisch“ (17,0 Mio. USD)

Nicht weniger als der Idee, die unsägliche Praxis der Massentierhaltung zu beseitigen und die Welt damit zu einem besseren Ort zu machen, hat sich das in San Francisco ansässige Start-up Memphis Meats verschrieben. Dazu entwickelt das erst 2015 gegründete Unternehmen Fleisch direkt aus tierischen Zellen, ohne, dass dafür Tiere unter meist unwürdigen Bedingungen gezüchtet und geschlachtet werden müssen. Außerdem werden dadurch drastisch weniger Wasser und Energie benötigt, was auch den Ressourcenverbrauch deutlich reduziert.

Das Ziel von Memphis Meats ist, dass das unter Laborbedingungen hergestellte Fleisch „echtem Fleisch“ in nichts nachsteht, weder beim Geschmack noch der Konsistenz.

Die Idee vom „sauberen Fleisch“ hat in der aktuellen Series A-Runde u.a. bekannte Entrepreneure wie Bill Gates oder Richard Branson überzeugt. Mit der aktuellen Finanzierungsrunde erhöht sich das bisher aufgenommene Investorenkapital auf insgesamt rund 20,0 Mio. USD.

Mit den jetzt aufgenommenen 17,0 Mio. USD soll die Produktentwicklung forciert sowie die Produktionskosten reduziert werden. Außerdem plant Memphis Meats, die Belegschaft zu vervierfachen.

Mehr zur Idee von Memphis Meats gibt es in folgendem Video:

#4 Prospera: Software zur Überwachung des Pflanzenwachstums (15,0 Mio. USD)

Aus Israel stammt das 2014 gegründete Unternehmen Prospera, das Technologien entwickelt, die die Entwicklung und Gesundheit von Pflanzen überwachen und analysieren. Dadurch erhalten Züchter und Agrarunternehmen verbesserte Informationen und Werkzeuge an die Hand, um Erträge zu verbessern, Prozesse zu optimieren und damit Gewinne zu steigern. Gleichzeitig kann diese neue Form der Datenanalyse langfristig zur Ressourcenschonung beim Anbau von Nutzpflanzen beitragen.

In der Series B-Runde erhöhten u.a. Qualcomm Ventures und Cisco Investments das Gesamtfinanzierungsvolumen um 15,0 Mio. USD auf jetzt 22,0 Mio. USD. Das neu aufgenommene Kapital möchte Prospera nutzen, um u.a. in die Beschleunigung der globalen Expansion sowie das Dienstleistungsspektrum auszubauen.

#5 Eversports: Sportsuchmaschine (2,2 Mio. Euro)

Aus Wien stammt das 2013 gegründete Start-up Eversports, das mit dem Slogan „Dein Klick zum Sport“ wirbt. Auf der Plattform von Eversports können über 100 Sportangebote, von Tennis über Bowling bishin zu Squash und Kitesurfing, von Hobby-Sportlern schnell gefunden und online mit wenigen Klicks gebucht und gezahlt werden. Eversports möchte Sportler und Sportangebote vernetzen und mit der innovativen Sportsuchmaschine Transparenz und Vergleichbarkeit schaffen.

Die Idee kommt nicht nur bei Sportlern, sondern offensichtlich auch bei Investoren an, unter denen auch die Gründer von Lieferando Kai Hansen und Jörg Gerbig zu finden sind. Außerdem beteiligten sich noch Point Nine Capital an der aktuellen Finanzierungsrunde über 2,2 Mio. Euro. Point Nine hatte sich bereits 2015 an einer Finanzierungsrunde beteiligt.

Das jetzt aufgenommene Kapital will Eversports verwenden, um den Vertrieb auszubauen und die Produktentwicklung zu stärken.

Wie Eversports funktioniert und was Benutzer davon halten, zeigt euch folgendes Video:

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