Europe’s next big thing: Wie Start-ups eine nachhaltigere Welt schaffen können



Der vom WWF veröffentlichte Living Planet Report hat es zuletzt wieder schonungslos offenbart: Die Menschheit lebt weit über ihre Verhältnisse und „die Dimensionen menschlichen Handelns sprengen alle vorhergesehenen Grenzen“. Besonders der Ressourcenverbrauch ist erschreckend. Es wird also Zeit, die vorhandenen Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft zu nutzen, um eine nachhaltigere Welt zu schaffen. Eine Triebfeder dafür können junge und innovative Start-ups sein, die mit ihren Geschäftsideen einen Beitrag zu einer effizienten Kreislaufwirtschaft leisten.



Damit Start-ups aus dem Bereich Green Economy ihre innovativen Geschäftsideen umsetzen können, muss neben dem Enthusiasmus der Gründer auch von Seiten der Politik der notwendige Rahmen geschaffen werden. Nur so können sich die Start-ups langfristig und wirtschaftlich erfolgreich etablieren. Dazu gehören neben den notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen, z.B. hinsichtlich einzuhaltender Normen und Höchstwerte, auch entsprechende finanzielle Anreize. Diese können zum einen durch direkte Fördermaßnahmen wie Investitionszuschüsse oder dem Startkapital erfolgen, aber auch über indirekte Förderungen, z. B. durch Investitionen oder Subventionen von staatlicher Seite.

Experten und Start-ups (hier: Green City Solutions) tauschen sich über die Green Economy von morgen aus (Bildquelle: Green Alley)

G20-Gipfel: Kreislaufwirtschaft ganz oben auf der Agenda

Positive Signale gibt es dazu aktuell vom G20-Gipfel, der dieses Jahr im Juli in Hamburg stattfinden wird. Denn dort stehen die Kreislaufwirtschaft und nachhaltiges Wirtschaften ganz oben auf der Agenda bei den Beratungen der Staats- und Regierungschefs. Bereits beim B20-Gipfel, also dem Wirtschaftsdialog des G20-Gipfels, der im Mai in Berlin stattfand, bezeichnete Bundesumweltministerin Barbara Hendricks den Klima- und Umweltschutz als:

Riesiges Modernisierungsprogramm für unsere Volkswirtschaften – mit positiven Effekten für die Wettbewerbsfähigkeit, den Arbeitsmarkt, die soziale Inklusion und die politische Stabilität.

Und laut Meinung einiger EU-Politiker, könnte die Kreislaufwirtschaft „Europe’s next big thing“ werden.

Den Trend bestätigt auch die 2015 durchgeführte Studie des McKinsey Centers for Business and Environment, die der Kreislaufwirtschaft eine Erhöhung des weltweiten Bruttoinlandsproduktes von 11 % bis 2030 attestiert. Ohne den Beitrag der Kreislaufwirtschaft würde der Anstieg gerade mal bei 4 % liegen. Und der erst 2017 erstellte Bericht „Achieving Growth Within“ von SYSTEMIQ sieht ein zusätzliches Investitionspotenzial durch Investitionsmöglichkeiten in die Kreislaufwirtschaft von 320 Milliarden Euro.

Daraus erschließen sich Potenziale, die nicht nur von großen und etablierten Industrieunternehmen genutzt werden sollten, sondern die auch junge Gründer mit ihren innovativen Geschäftsideen rund um die Circular Economy anlocken. Einige spannende Geschäftsideen aus diesem Umfeld haben wir euch zuletzt hier vorgestellt.

Green Alley Award setzt auf Kreislaufwirtschaft

Der Green Alley Award sucht europäische Eco-Entrepreneure (Bildquelle: Green Alley)

Aber nicht nur die Politik sowie Institute und staatliche sowie halbstaatliche Organisationen sehen ein riesiges Potenzial in der Kreislaufwirtschaft, sondern auch Industrieunternehmen oder Gründerwettbewerbe, die auf Start-ups aus diesem Bereich setzen. So zum Beispiel Green Alley, ein Unternehmen der Landbell Group, das sich als bisher einziger Gründungsförderer in Deutschland auf das Thema Circular Economy spezialisiert hat und gleichzeitig auch den gleichnamigen Award veranstaltet. Christina Drechsel von Green Alley dazu:

Gründer der Circular Economy sind etablierten Unternehmen bereits voraus. Sie vertrauen nicht darauf, dass andere die Probleme von heute lösen. Was klein beginnt, kann sich insbesondere in einer späteren Zusammenarbeit mit Unternehmen schnell zu einem konkurrenzfähigen Businessmodell entwickeln.

Green Alley tritt dabei sowohl als Förderer von Start-ups der Circular Economy sowie als Veranstalter des Green Alley Awards auf. Für den Award, der 2014 das erste Mal verliehen wurde, können sich grüne Start-ups aus ganz Europa mit innovativen Geschäftsideen aus dem Abfallsektor bewerben. Die sechs besten Bewerbungen werden zum finalen Live-Pitch nach Berlin eingeladen. Dem Sieger winken neben jeder Menge Know-how und spannenden Kontakten auch Preise in Höhe von 30.000 Euro (Kombination aus Bar- und Sachpreisen).

Warum sich Start-ups bewerben sollten und was sie erwarten können, erklärt Christina Drechsel so:

Bei uns treffen Gründer auf Gleichgesinnte, sprich erfahrene Start-ups sowie Mentoren – Ideen werden ausgetauscht, Business Modelle ausgearbeitet und beleuchtet. Der Höhepunkt des Tages: der Live-Pitch. Hier ist Kreativität gefragt und der Blick fürs Wesentliche.

So gewinnst auch du mit deiner grünen Geschäftsidee

Ihr habt auch eine innovative Geschäftsidee aus den Bereichen Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft oder Recycling? Dann habt ihr bis zum 25. Juli 2017 noch die Chance, um euch beim Green Alley Award online zu bewerben. 190 Gründerwettbewerbe auf einen Blick findet ihr hier.