Catering per Mausklick: Diese Start-ups bringen einen USA-Trend zu uns



Kaltes Buffet mit Käseigel und dazu jede Menge Schnittchen – diese Art von Catering ist out. Nach einem regelrechten Boom in den USA sind nun auch in Deutschland zahlreiche Catering-Start-ups angetreten, um das angestaubte Image der Branche zu verändern. Dabei setzen die Gründer auf Bestellung per Mausklick und hippen Street Food.

Bestellungen ausschließlich per Telefon, Fax oder E-Mail – was heutzutage schon fast altmodisch klingt, war in der Catering-Branche bis vor Kurzem die Regel. Wie schon so mancher Start-up Trend zuvor, ist nun auch der Catering-Boom über den großen Teich nach Deutschland geschwappt. Die Start-ups positionieren sich als Online-Marktplätze für die Vermittlung von Catering und sprechen meist sowohl Privat- wie auch Firmenkunden an.

Und das ist ein lukrativer Markt: Deutsche Unternehmen geben jährlich rund 7 Milliarden Euro für das Essen ihrer Mitarbeiter aus und insbesondere Start-ups ohne eigene Kantine nutzen den Service gerne. Wir stellen euch wichtige Player in Deutschland und den Marktführer aus den USA vor.

Vom Team-Lunch bis zum Sommerfest: neue Catering Start-ups haben ein großes Angebot an hippen Menüs (Bildquelle: Lemoncat).

#1 ZeroCater: Branchenprimus aus den USA

Der Marktführer ZeroCater aus den USA wurde bereits 2009 gegründet und konnte sich in den letzten Jahren gegen starke Konkurrenten wie Bento, Cater2Me, EatClub, eZCater, Farm Hill und Zesty behaupten. Mit einem Umsatzvolumen von rund 20 Milliarden US-Dollar ist der Office-Catering-Markt äußerst attraktiv – kein Wunder also, dass in den USA immer neue Catering Start-ups ihr Glück versuchen.

Die Idee zur Gründung kam CEO Arram Sabeti aus reiner Frustration: Damals noch selbst bei einem Start-up beschäftigt, erfuhr er am eigenen Leib, wie umständlich die Essensbestellung für ein Team von Mitarbeitern sein kann. Inzwischen hat ZeroCater die Umsatzgrenze von 100 Millionen US-Dollar längst überschritten und ist als größter Catering-Vermittler für Unternehmenskunden in San Francisco, Los Angeles, New York City, Chicago, Washington und Austin aktiv. Im August 2016 konnte sich ZeroCater eine Finanzierung von 4,1 Millionen US-Dollar von Investoren wie Romulus Capital und Struck Capital sichern.

#2 heycater! will Catering cool machen

Gestartet sind die beiden Gründerinnen von heycater!, Therese Köhler und Sophie Radtke, im August 2015 im Start-up-Hotspot Berlin mit dem Ziel, die angestaubte Catering-Branche cool zu machen. Inzwischen sind sie in sieben deutschen Städten vertreten und beschreiben sich selbst als innovativer Anbieter in einem europaweit stark wachsenden Markt für digitale Premium-Catering Buchungen. Sowohl Unternehmens- als auch Privatkunden können über die heycater!-Buchungsplattform die passenden Caterer, Foodtrucks oder Privatköche buchen. Zusätzlich kann man sich von einem heycater!-Experten bei der Organisation von Großveranstaltungen unterstützen lassen.

Derzeit können Kunden aus 200 sorgfältig ausgewählten Caterern und 350 Menüs wählen. Der heycater!-Service bleibt für den Endkunden dabei kostenlos – er zahlt lediglich den Preis des Caterers. heycater! berechnet dem Essenslieferanten für die erfolgreiche Vermittlung eine Provision.

Das Konzept von heycater! hat auch den Berliner Investor Christophe Maire von Atlantic Food Labs überzeugt, der das Start-up in sein Portfolio an Beteiligungen im Food Segment aufnahm.

Die Gründerinnen von heycater! aus Berlin: Therese Köhler und Sophie Radtke (Bildquelle: heycater).

#3 CATERWINGS: Von Berlin in die Welt

Wie bei fast jedem Start-up Trend darf auch hier eine Gründung aus dem Rocket Internet Umfeld nicht fehlen. Im Gegensatz zur Konkurrenz hatte CATERWINGS von Anfang an eine internationale Ausrichtung. Nach dem Start in London im Oktober 2015 verlegten die Gründer Stephan Grund, Susannah Belcher und Alexander Brunst im Januar 2016 den Firmenhauptsitz nach Berlin. Die erklärte Mission des Catering Start-ups ist es, europäischer Marktführer in der wachsenden Catering-Vermittlungsbranche zu werden. Neben 11 deutschen Städten ist das CATERWINGS-Angebot derzeit auch in Großbritannien und den Niederlanden verfügbar – eine Ausweitung auf weitere europäische Länder ist fest eingeplant.

Überzeugen möchte CATERWINGS seine Unternehmens- und Privatkunden mit Vielfalt, Qualität und einem stark vereinfachten Bestellprozess. Außerdem wird für größere Veranstaltungen ein zusätzlicher Butler-Service angeboten. Neben Rocket Internet haben Holtzbrinck Ventures und Tengelmann Ventures in 2016 einen Betrag von 6 Millionen Euro in das Catering-Start-up investiert.

In nachfolgendem Video erfahrt ihr, wie genau die Catering-Bestellung mit Caterwings funktioniert:

#4 Lemoncat: Corporate Catering only

Mit der Lemoncat-Gründerin Doreen Huber ging im Januar 2016 eine ausgewiesene Branchenkennerin an den Start. Nach ihrer Tätigkeit als COO beim Lieferdienst Delivery Hero ist sie mit ihrem Berliner Start-up angetreten, um die Digitalisierung der Catering-Branche voranzutreiben. Aktuell hat Lemoncat Menüs von 400 Caterern in über 80 deutschen Städten im Angebot – bis zum Jahresende ist eine Ausweitung auf insgesamt 150 Städte geplant. Zielgruppe sind im Vergleich zu den deutschen Wettbewerbern allerdings ausschließlich Firmenkunden. Analog zur Konkurrenz ist auch bei Lemoncat der Vermittlungsservice für die Endkunden kostenlos. Den gelisteten Caterern berechnet Lemoncat bei erfolgreichem Auftrag eine Provision in Höhe von 18 Prozent.

Erst kürzlich konnte Lemoncat eine zweite Finanzierungsrunde mit dem schwedischen Lead Investor Northzone abschließen: Nach einem Seed Investment in unbekannter Höhe im Jahr 2016 erhielten die Berliner für ihre Expansionspläne Ende April eine Finanzspritze in Höhe von 6 Millionen Euro.

So sieht ein Team-Lunch beim Catering Start-up Lemoncat aus (Bildquelle: Lemoncat).

#5 Catering-Match: Das Online-Branchennetzwerk

Beim Namen Catering-Match denkt man unweigerlich an noch ein Catering-Start-up, das sich auf die Online-Vermittlung von Essensbestellungen spezialisiert hat. Diesen Service bietet das Düsseldorfer Unternehmen des Gründers Stefan Henter zwar auch an, aber eben nicht nur. In erster Linie möchte er sein B2B-Portal als fachlich qualifizierte Informationsplattform verstanden wissen, das Dienstleister aus dem Catering-Bereich zusammenbringt. So verbindet Catering-Match etwa Caterer und Verpflegungsdienstleister, Unternehmensberater und Coaches sowie Produzenten und Lieferanten, um die Suche nach Dienstleistern und Produkten im Catering-Business vereinfachen.

Für die Nutzer sind die bereitgestellten Informationen kostenfrei. Finanziert wird die Plattform über die Einträge der Unternehmen, die hierfür einen monatlichen Betrag zwischen 25 und 40 Euro zahlen und von einem zusätzlichen Marketing- und Vertriebskanal profitieren.

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