Mit diesen Methoden habt ihr eure Konkurrenz im Blick [inkl. Gratis-Tool]



Bereits bei der Erstellung des Businessplans sollte die Konkurrenzanalyse ein wichtiger Bestandteil sein. Denn die Informationen über den Wettbewerb lassen Rückschlüsse auf die Erfolgsaussichten der eigenen Geschäftsidee zu. Gleichzeitig kann man daraus auch wichtige strategische Erkenntnisse zu Preisgestaltung, Marketingmaßnahmen oder auch der Vertriebsstrategie ableiten. Methoden, mit denen ihr eure Konkurrenz im Blick behaltet, stellen wir euch hier vor.

Wenn ein Unternehmen auf Dauer bestehen und fortschrittlich bleiben will, gibt es nichts Schlimmeres, als keine Wettbewerber zu haben…

…erkannte bereits der Industrielle und Firmengründer Robert Bosch. Deshalb ist Konkurrenz nichts Schlechtes, sondern belebt bekanntlich das Geschäft und zwingt Unternehmen, innovativ und beweglich zu bleiben. Das setzt allerdings voraus, dass man seine Konkurrenz kennt, kontinuierlich beobachtet und für das eigene Unternehmen auch entsprechende Rückschlüsse zulässt. Denn anhand der Verhaltensweisen oder Produktentwicklungen bei der Konkurrenz kann man zukünftige Entwicklungen vorhersehen und entsprechend reagieren.

Umso überraschter waren wir auch, als wir im Vorfeld dieses Beitrages bei unseren Vorbereitungen mehrere Start-ups zu ihren Maßnahmen der Konkurrenzanalyse befragt haben und feststellen mussten, dass die Mehrzahl vollständig auf die systematische Beobachtung des eigenen Wettbewerbes verzichtet. Natürlich ist es wichtig, den Großteil der eigenen Kapazitäten auf die Entwicklung des eigenen Geschäftsmodells zu fokussieren und sich nicht zu stark von Nebeneinflüssen ablenken zu lassen. Aber auf eine regelmäßige Konkurrenzanalyse komplett zu verzichten, ist auf keinen Fall empfehlenswert! Mit den folgenden Methoden habt ihr eure Konkurrenz immer im Blick, verliert aber dabei trotzdem nicht den Blick auf das Wesentliche.

  • Tipp: Für die Erstellung der Konkurrenzanalyse erhaltet ihr hier unser kostenloses Tool zur Konkurrenzanalyse. Damit könnt ihr die Stärken und Schwächen eures Start-ups in Kategorien wie Produkt, Preis/Leistung, Kundennutzen, Marketing, Finanzen oder Qualität ermitteln und mit eurer direkten Konkurrenz vergleichen.
Mit unserem kostenlosen Tool zur Konkurrenzanalyse habt ihr euren Wettbewerb immer im Blick.

#1 Industrieanalyse

Bei der Industrieanalyse werden im Rahmen einer Branchen- oder Sektorenanalyse die wichtigsten Firmen dieser Branchen und Sektoren ermittelt und eingehend untersucht. Das erfolgt in Form einer Portfoliodarstellung, aufgeteilt in verschiedene Kategorien, die wiederum aus zahlreichen Einzelkriterien bestehen. Die Einzelkriterien werden gewichtet und anschließend für jeden Wettbewerber gewertet.

In der Darstellung erhält man im Ergebnis in einem Diagramm die Abbildung der aktuellen Konkurrenzsituation, jeweils bezogen auf die festgelegten Wertungskriterien und damit auch die eigene Positionierung im Wettbewerb. Deshalb ist die Industrieanalyse auch eine Methode der strategischen Wettbewerbsanalyse. Besonders zu Beginn der Geschäftstätigkeit, vor dem Launch neuer Produkte oder der Erschließung neuer Märkte empfiehlt sich diese Form der Wettbewerbsanalyse, die meist stichtagsbezogen durchgeführt wird.

Der Hauptnutzen der Industrieanalyse ergibt sich dabei vor allem aus den folgenden Faktoren:

  1. Detaillierte Erkenntnisse zu Stärken, Schwächen und auch Strategien der Hauptwettbewerber
  2. Fundierte Einschätzung der eigenen Stärke im Vergleich zum Wettbewerb, basierend auf einem festen Set vordefinierter Kriterien
  3. Entwicklung eigener Strategien, abgeleitet aus den gewonnenen Erkenntnissen
Die Industrieanalyse liefert im Rahmen einer Portfoliodarstellung einen Überblick über die aktuelle Konkurrenzsituation.

#2 Strategischer Wettbewerbsvergleich

Ebenfalls Bestandteil der strategischen Wettbewerbsanalyse ist die Methode des strategischen Wettbewerbsvergleiches. Ähnlich wie bei der Industrieanalyse werden Kriterien festgelegt, die dann pro identifizierten Wettbewerber gewertet werden. Bei den Kriterien kann es sich z.B. um Faktoren handeln, wie:

  • Vertriebsqualität,
  • Technologische Entwicklung,
  • Standortqualität,
  • Produktqualität,
  • Innovationskraft oder
  • Preisgestaltung.

Diese werden dann in Tabellenform aufgelistet und dem einzelnen Wettbewerber wird eine Positionierung bzw. Wertung zugeordnet, die über mehrere Einzelstufen von „sehr stark“ bis „sehr schwach“ sein kann (z.B. in Form von Schulnoten). Anschließend erhält man eine Gesamtwertung, die dann zur Einschätzung der eigenen Positionierung genutzt werden kann.

Auch diese Form der Wettbewerbsanalyse empfiehlt sich besonders dann, wenn ein neues Produkt auf den Markt gebracht oder ein neues Vertriebsgebiet erschlossen werden soll. Bevorzugtes Tool bei der Durchführung ist hier nach wie vor die Tabellenkalkulation Excel.

Der strategische Wettbewerbsvergleich bietet sich z.B. sehr gut an, um im Rahmen des Businessplanes einen Überblick über den Wettbewerb zu geben.

#3 Methoden der operativen Wettbewerbsanalyse

Neben den Methoden der strategischen Wettbewerbsanalyse, die sich schwerpunktmäßig auf die Hauptkonkurrenten beziehen und eher stichtags- oder anlassbezogen erfolgen, gibt es zahlreiche Methoden der operativen Wettbewerbsanalyse. Die operative Wettbewerbsanalyse befasst sich mehr mit kurzfristigen Entwicklungen, der Identifizierung von Wettbewerbsvorteilen durch regelmäßige Einblicke in die Entwicklung des operativen Geschäftes der Wettbewerber (neues Produkt, neue Technologie etc.). Damit ist sie ein Instrument für das kurzfristige (operative) Handeln im Unternehmen und sollte deshalb auch kontinuierlich stattfinden.

Die bekanntesten Verfahren der operativen Wettbewerbsanalyse sind:

  • Regelmäßige Produktvergleiche: Zu den einzelnen Wettbewerbern werden deren wichtigste Produkte aufgelistet und anschließend anhand vordefinierter Kriterien bewertet und ins Verhältnis zum eigenen Produkt gesetzt (Stärken-/Schwächen-Analyse). Häufiges Instrument sind die sogenannten Battlecards, bei denen ein 1:1-Vergleich des eigenen Produktes mit den Konkurrenzprodukten stattfindet.
  • Kontinuierliche Überwachung der Preisgestaltung: Für die wichtigsten Wettbewerber wird die Preisentwicklung der Haupt-Konkurrenzprodukte in regelmäßigen Abständen überwacht und ins Verhältnis zum eigenen Produkt gesetzt.
  • Überwachung der Vertriebs- und Marketingaktivitäten: Welche Vertriebsaktivitäten sind beim Wettbewerb aktuell besonders erfolgreich? Welche Marketingmaßnahmen laufen bei den Hauptwettbewerbern aktuell und mit welchem Erfolg? Lohnen sich ähnliche Aktivitäten für das eigene Produkt? Die Überwachung liefert sehr gute Hinweise zur Steuerung der eigenen Maßnahmen.
  • Überwachung der Serviceaktivitäten des Wettbewerbes: Wie schnell und mit welcher Qualität reagiert der Wettbewerb auf Serviceanfragen? Wie ist der „After-Sales-Service“ des Wettbewerbes im Vergleich zum eigenen Service. Hier können z.B. regelmäßige Kundenbefragungen oder Testkäufe bei der Konkurrenz wichtige Erkenntnisse liefern.

Teil 2: Tools zur Online-Konkurrenzanalyse

Wenn ihr euer Geschäft hauptsächlich online betreibt, stehen zahlreiche Tools zur Verfügung, mit denen ihr eure Online-Konkurrenz immer im Blick behaltet. Im zweiten Teil unserer Serie stellen wir euch dazu ausgewählte Tools näher vor. Folgt uns bei Facebook, um sofort zu erfahren, wenn Teil 2 erschienen ist.