Mit dem 4-Stunden-Startup das eigene Business aufbauen – so geht’s



Bestsellerautor, Seriengründer und gefragter Keynote-Speaker – was andere erst nach jahrzehntelanger Arbeit erreichen, hat Felix Plötz bereits mit Anfang 30 geschafft. Im Interview erzählt uns Felix mehr über sein neuestes Buch „Das 4-Stunden-Startup“, die Erfahrungen mit seinen eigenen Gründungen und was er sich von seinem Auftritt bei der HEUREKA Konferenz 2017 verspricht.

  • Bonus: Wir verlosen 2 Exemplare des Bestsellers „Das 4-Stunden-Startup“ von Felix Plötz. Um an der Verlosung teilzunehmen, sende einfach eine Mail mit dem Stichwort „Entrepreneur“ und deiner Versandadresse an: redaktion@fuer-gruender.de. Der Einsendeschluss ist der 9. April 2017. Viel Erfolg!

Für-Gründer.de: Du hast den Bestseller „Das 4-Stunden-Startup“ geschrieben. Versuche doch bitte, in vier Sätzen den Kern deines Buchs zu beschreiben: Worum geht’s?

Felix Plötz: Im Kern geht es darum, wie jeder, der normal arbeitet, trotzdem sein eigenes Ding machen kann. Das bedeutet konkret: Wie baue ich ein kleines oder großes Business neben dem Job auf? Das Buch beantwortet alle wichtigen Fragen, die man sich auf dem Weg dahin stellt, angefangen von

  • Wie komme ich auf eine gute Idee? Bis hin zu:
  • Was sind die besten Tools, um schnell an den Markt zu kommen?

Außerdem werden wichtige steuerliche und rechtliche Fragen beantwortet und letzten Endes auch die wichtige Frage, die sich jeder stellt, der sich mit der Thematik auseinandersetzt: Darf ich das überhaupt, d.h. darf ich neben meiner Arbeit ein eigenes Start-up gründen?  Und die Antwort darauf ist ein eindeutiges Ja!

Felix Plötz wir auf der diesjährigen HEUREKA Gründerkonferenz aus seinem Buch „Das-4-Stunden-Startup“ lesen und spannende Einblicke gewähren (Foto: Heiner Hänsel)

Für-Gründer.de: Hast du deine Tipps und Erfahrungen aus dem Buch selbst auch an eigenen Start-ups probiert und wenn ja, hast du für unsere Leser ein paar Beispiele?

Felix Plötz: Das habe ich selbst, und zwar nicht nur einmal, sondern schon mehrfach. Und daraus hat sich dann auch erst die Idee, das Buch zu schreiben, entwickelt. 2011 habe ich das erste Mal nebenbei gegründet, als ich als Area Sales Manager in einem großen Konzern fest angestellt war, und zwar das caruising® Spritspartraining in Form einer kleinen Unternehmensberatung. Dieses Start-up habe ich ca. 1,5 Jahre nebenbei aufgebaut und 2013 dafür sogar meinen Vollzeitjob aufgegeben und mich nur noch diesem Projekt gewidmet. 2015 konnte ich das Start-up an den ADAC verkaufen.

Parallel dazu habe ich noch ein 4-Stunden-Startup gemacht, auch wenn der Begriff etwas dehnbar ist und es nie exakt auf die 4 Stunden in der Woche hinausläuft. Wir haben das Verlags-Start-up „Plötz & Betzholz“ als Deutschlands ersten Influencer-Verlag gegründet und über dieses das Buch „Palmen in Castrop-Rauxel“ herausgebracht, das per Crowdfunding finanziert wurde.

Für-Gründer.de: Was waren deine Beweggründe, den Verlag bereits nach 10 Monaten wieder zu verkaufen?

Felix Plötz: Wir haben den Verlag Anfang 2016 zwar an die Ullstein Buchverlage verkauft, sind aber als Verleger für den Aufbau des Verlages weiter verantwortlich. Letzten Endes handelte es sich einfach um ein wahnsinnig attraktives Angebot. Sowohl finanziell, wie auch von der Perspektive, zusammen mit einer großen Verlagsgruppe den Ausbau voranzutreiben. Für uns entscheidend war außerdem, dass wir bei der Geschäftsführung der Verlagsgruppe gespürt haben, dass sie sehr unternehmerisch ticken und wir weiter unser eigenes Ding machen konnten, das aber jetzt mit deutlich mehr Ressourcen. Die klassische Win-win-Situation also.

Für-Gründer.de: Du motivierst in deinem Buch und in deinen Vorträgen andere zum Gründen. Was hat dich selbst motiviert, den Weg des Entrepreneurs zu gehen?

Felix Plötz: Das Thema Gründen hat mich schon ganz, ganz früh gepackt, schon während meiner Vorlesungen an einem der ersten Entrepreneurship-Lehrstühle in Deutschland. Allerdings habe ich mich zuerst nie so richtig getraut. Ich war da noch zu sehr auf dem klassischen Pfad unterwegs.

Das Thema hat mich aber nie ganz in Ruhe gelassen und letztlich war das „nebenbei gründen“ für mich die ideale Kombination aus Sicherheit und „Hey, ich probiere das mal aus“.

Der letzte Trigger war, dass ich im Konzern permanent die Einstellung erlebt habe, dass immer die anderen Schuld sind. Irgendwann wollte für mich selbst rausfinden, ob ich das nicht auch selbst hinbekomme.

Für-Gründer.de: Nach dem großen Erfolg deines Buchs „Das 4-Stunden-Startup“: Ist schon ein Nachfolger in Planung?

Felix Plötz: Ja, tatsächlich: ich plane aktuell ein neues Buch. Aber es ist noch zu früh, um hier schon was zu erzählen. Sobald das konkret wird, gebe ich natürlich Bescheid. Aber als kleinen Hinweis kann ich schon mal Folgendes mitgeben: Ich finde es einfach sehr spannend, das Unternehmertum weiter zu entmystifizieren bzw. für noch mehr Leute zugänglich zu machen.

Ich glaube, dass auch viele, die nicht die klassischen Leser von Seiten wie eurer sind, das Potenzial haben, ihr eigenes Business zu machen. Sie wissen es nur noch nicht. Und das möchte ich ändern.

Für-Gründer.de: Wie ist das eigentlich mit dem Feedback von deinen Lesern: Gibt es schon erste 4-Stunden-Startups, die auf Basis deines Buchs entstanden sind?

Felix Plötz: Ich bekomme dazu tatsächlich sehr viel Feedback. Häufig handelt es sich dabei um Fragen, wenn Leute mit ihrer Idee zu mir kommen und einen Ratschlag oder eine Bewertung wollen. Was ich ebenfalls sehr häufig bekomme, ist Feedback von Menschen, die den klassischen Karriereweg gegangen sind und jetzt irgendwo in Führungspositionen in einem großen Konzern sitzen und mir schreiben, „Verdammt, ich glaube, ich habe es verpasst. Und jetzt traue ich mich nicht mehr“.

Für-Gründer.de: Wie reagierst du auf solches Feedback? Motivierst du diejenigen dann, es doch noch zu versuchen?

Felix Plötz: Das kommt auf den Einzelfall an. Ich sage, dass die Anwendung des 4-Stunden-Startups für ganz viele die richtige Möglichkeit ist. Aber das braucht auch tatsächlich mindestens diese 4 Stunden. Wenn also der Familienvater mit Haus, Kredit und 3 Kindern das schreibt, dann hat er vermutlich weder die Zeit noch die Freiheit im Kopf, das nebenbei auch noch zu stemmen. Dem rate ich dann auch eher davon ab. Aber trotzdem sind auch in diesem Fall noch lange nicht alle Chancen vertan. Denn irgendwann sind die Kinder aus dem Haus, der Hauskredit ist abbezahlt und dann geht oft auch noch was.

Das ist auch ein Feedback, was ich in diesen Fällen öfters mal bekomme: „Ich bin jetzt 53 und ich hoffe, du irrst dich, denn ich habe gerade gegründet“. Und das ist mit das schönste Feedback.

Für-Gründer.de: Wenn andere ihr Start-up in Vollzeit gründen, was machen Sie falsch bzw. auf was verzichtet man im Gründungsprozess, um auch mit 4 Stunden erfolgreich zu sein?

Felix Plötz: Das ist nicht so richtig vergleichbar, denn viele 4-Stunden-Startups ergeben sich aus dem, was Leute sowieso schon gerne machen. Häufig entsteht direkt aus einem Hobby ein Business. Die Philosophie dahinter ist auch nicht unbedingt, direkt das nächste 100-Millionen-Euro-Business aufzubauen, sondern etwas zu finden, was auch klein bleiben darf. Eine große Zahl an 4-Stunden-Startups bleiben häufig ein zweites Standbein, wo jemand einfach noch etwas Geld nebenbei verdient und seine ansonsten ungenutzten Talente ausleben kann.

Daneben gibt es aber auch die Beispiele, die ich auch im Buch aufzeige. Wo jemand nebenbei, also neben dem Vollzeitjob, versucht, das nächste große Ding anzuschieben. Auch für diejenigen ist es aber passend, das nebenbei zu starten, da dadurch das Risiko natürlich deutlich geringer ist. Aber man muss auch ganz klar sagen: Wenn die zeitliche Kapazität begrenzt ist, lässt sich damit nicht jede Idee umsetzen. Dann sollte man den Punkt erkennen, wo man es doch in Vollzeit machen muss – und zwar nach dem gelungenen Proof of Concept.

Für-Gründer.de: Du wurdest als jüngster Redner aller Zeiten in die Reihen der renommierten Handelsblatt Redneragentur aufgenommen. Was können die HEUREKA-Besucher erwarten und was erwartest du selbst von der Veranstaltung?

Renommierte Speaker und spannende Kontakte erwarten die über 800 Teilnehmer auf der HEUREKA 2017. (Bildquelle: HEUREKA, Chris Marxen).

Felix Plötz: Auf der HEUREKA werde ich aus meinem Buch lesen und hoffe auf einen spannenden Austausch mit interessanten Personen und deren Ideen, z.B. beim Meet and Greet. Ich selbst habe an die Veranstaltung keine konkreten Erwartungen. Ich bin mir sicher, dass es ein sehr hochklassiges und spannendes Event wird. Meist wird man auf solchen Veranstaltungen immer von Leuten erkannt, die dann das Gespräch suchen oder einfach ihre Idee vorstellen wollen.

Für-Gründer.de: Zum Abschluss, Felix, Hand aufs Herz – wie viele Stunden arbeitest du pro Woche?

Felix Plötz: Also grundsätzlich arbeite ich viel. Aber es fühlt sich für mich zum Glück selten wie Arbeit an, da ich Dinge mache, die mir sehr viel bedeuten und wo ich meine Stärken und mein Potenzial ausleben kann. Und wenn ich auf der Bühne stehe, dann hab ich das Gefühl, ich kann den Leuten etwas mitgeben. Zum Beispiel bin ich dieses Jahr bei der Handwerkskammer Stuttgart als Keynote-Speaker bei der Meisterfeier. Das bedeutet, dort sind 2.000 Leute, die gerade frisch Meister geworden sind.

Und denen einen Impuls mitzugeben, wie sie ihre Zukunft vielleicht unternehmerisch angehen und ihr eigenes Ding machen können, das ist einfach ein sehr, sehr cooler Job.

Für-Gründer.de: Felix, das war ein sehr schönes Schlusswort. Vielen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg und spannende Kontakte.

  • Die Gründerkonferenz HEUREKA findet am 20. Juni 2017 in Berlin statt. Hier haben junge Start-ups und Gründer mit digitalem Bezug die Möglichkeit, wertvolle Inspirationen für ihr Business zu sammeln und sich mit internationalen Corporates und Investoren zu vernetzen. Tickets zur Veranstaltung gibt es hier.