Smart City Solutions: Innovative Geschäftsideen für die Stadt der Zukunft



Dienstreisen mit dem Flugauto, eine App, die dich direkt zum richtigen Supermarktregal führt oder Übernachten im Skypark-Hotel – das sind keine Szenen aus einem neuen Science-Fiction-Streifen, sondern reale Lösungen für die Smart Cities von morgen. Zahlreiche Start-ups nutzen den Bedarf an neuen intelligenten Technologien für Großstädte, um mit ihrer Geschäftsidee das urbane Leben der Zukunft mitzugestalten.



Stetiges Bevölkerungwachstum und zunehmende Urbanisierung machen sie notwendig – ganzheitliche Stadtentwicklungskonzepte, die darauf abzielen, dass die Städte der Zukunft vernetzter, effizienter, attraktiver und grüner werden. Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung soll diese nachhaltige Erhöhung der urbanen Lebensqualität durch die intelligente Nutzung der vorhandenen Ressourcen und die Integration von kommunizierenden Technologien in die existierende Infrastruktur erreicht werden. Da liegt die Vision einer Smart City als riesiger Internet-of-Things-Service nahe: Durch in der gesamten Stadt verbaute Sensoren werden umfassende Daten in der Cloud gesammelt, welche eine ständige Interaktion der Bürger mit der technischen Infrastruktur der Stadt ermöglichen. Wir stellen euch hier verschiedene städtische Lebensbereiche vor, für die pfiffige Start-ups innovative Technologien ausgetüftelt haben, um Teil der Smart Cities von morgen zu werden.

#1 Smart Mobility

Sie sind schon seit Jahren in Großstädten präsent: die leicht erkennbaren Fahrzeuge von Carsharing-Flotten oder die an zentralen Punkten im Stadtzentrum parkenden Leihräder. Das Prinzip der Sharing Economy, also das systematische Teilen und Ausleihen von Gegenständen oder Räumen, ist ein Erfolgsmodell, das aus Städten kaum mehr wegzudenken ist. Die Vorteile liegen auf der Hand: ein Auto oder Fahrrad, das man bei Bedarf nur für einen kurzen Zeitraum mieten und dann quasi überall wieder abstellen kann, ist bei der Verkehrslage in vielen Städten einfach Gold wert. Auch die Parkplatzsuche gestaltet sich in überfüllten Innenstädten oft schwierig. Dieses Problem haben bereits mehrere Start-ups erkannt. So bieten etwa Parkeagle aus Amsterdam oder ParkHere aus München sensorbasierte Lösungen, die Autofahrer direkt zu dem nächstgelegenen freien Parkplatz leiten.

Futuristisch anmuten mag das Produkt von Lilium Aviation, einer Ausgründung aus der Technischen Universität München, die einen Elektro-Jet für den Transport von zwei Personen über Distanzen von bis zu 500 km entwickelt hat. Die Gründer wollen mit ihrem platzsparenden und klimaschonenden Flugauto ab Anfang 2018 die Städte erobern und die Zukunft der Mobilität nachhaltig verändern, indem sie durch die Etablierung von privatem Flugverkehr in Städten eine Alternative zu Auto und Bahn anbieten. Überzeugen konnte die Innovation von Lililum Aviation neben der europäischen Raumfahrtbehörde ESA namhafte Investoren wie den „Die Höhle der Löwen“-Juror Frank Thelen oder den Skype-Gründer Niklas Zennström, der über seine Beteiligungsgesellschaft Atomico 10,0 Mio. Euro in das Start-up investierte.

Eine echte Alternative zu Auto und Bahn soll der Elektro-Jet von Lilium Aviation werden (Bildquelle: Lilium Aviation)
Eine echte Alternative zu Auto und Bahn soll der Elektro-Jet von Lilium Aviation werden (Bildquelle: Lilium Aviation).

#2 Smart People

Jeder, der schon mal in einer größeren Stadt gelebt hat, kennt das: riesige Wohnblocks und anonyme Mehrfamilienhäuser, in denen man die anderen Mietparteien oft tagelang nicht zu Gesicht bekommt oder es schon mal Monate dauern kann, bis man seine Nachbarn kennenlernt. Die Vernetzung von Stadtbewohnern durch private soziale Netzwerke ist eine Geschäftsidee, die sich mehrere Start-ups zu eigen gemacht haben. Sei es durch eine Sport-Community wie Groundkeeper, mit der man sich in seiner Stadt zu gemeinsamen Sportaktivitäten verabreden kann, oder durch Nachbarschafts-Apps wie DEINE STRASSE aus Stuttgart oder WirNachbarn aus Berlin – Online-Plattformen, auf der Nachbarn in Kontakt treten, sich über Gemeinsamkeiten austauschen oder Gegenstände verleihen können.

Auch die Orientierung in großen Städten sowie in großflächigen Infrastruktureinrichtungen wie etwa Flughäfen, Messehallen oder Einkaufszentren ist sowohl für Bewohner als auch für Besucher von Städten regelmäßig eine große Herausforderung. Genau hier setzen die Bonner Gründer von Locoslab mit ihrer Idee von Indoor Navigation und Lokationsanalysen für große Gebäude an. Die intelligente Lösung von Locoslab basiert auf einer standardisierten Funktechnologie wie WLAN oder Bluetooth und ermöglicht eine hochpräzise Positionierung für mobile Geräte wie Apple iPhones oder Android Smartphones in geschlossenen Räumen. Ziel ist es, den Nutzern z.B. das problemlose Finden des richtigen Abflug-Gates, des gesuchten Getränkeregals im Supermarkt oder der interessantesten Gesprächspartner auf einer Messe zu ermöglichen.

#3 Smart Governance

Zum Leben in einer modernen Stadt mit vernetzter Infrastruktur gehört zweifelsohne auch die Verfügbarkeit von kommunalen Informationen und Dienstleistungen über das Internet. Die Digitalisierung des politisch-administrativen Systems ist ein sehr komplexes Thema, das ein großes Maß an Bürokratieabbau und Modernisierung von Behörden erfordert. Daher verwundert es nicht, dass es in Deutschland in diesem Bereich noch keine wirklichen Lösungen für eine Smart Governance von Großstädten gibt.

Beim Blick über den großen Teich sind wir auf ein Start-up gestoßen, dessen Marketingkonzept so sicherlich nur in den USA funktioniert. Die Gründer von Proud City aus dem kalifornischen Oakland appellieren offen an das Nationalgefühl der Amerikaner und vermarkten ihre Online-Plattform für digitale Verwaltungsdienstleistungen als einzigartige Möglichkeit, dass Bürger ihre Behörden mit Nationalstolz wahrnehmen und Behördenmitarbeiter sich als ehrenwerte Diener des amerikanischen Volkes positionieren können. Bleibt abzuwarten, welche intelligenten Lösungen sich deutsche Gründer einfallen lassen, um irgendwann in diesen attraktiven Zukunftsmarkt einzutreten. Großes Potenzial besteht hier jedenfalls.

#4 Smart Environment

Die Stadt von morgen ist grün – keine Frage. Konzepte wie Urban Gardening oder Urban Farming sind längt keine Seltenheit mehr. Private Dachgärten oder intelligente Pflanzenfilter wie die City Trees von Green City Solutions gehören immer häufiger zum Stadtbild. Als natürliche CO2-Fresser sollen diese Pflanzen nicht nur schön und grün aussehen, sondern aktiv zur Klimaverbesserung in Großstädten beitragen.

Nichts weniger als die urbane Lebensmittelversorgung revolutionieren wollen kommerzielle Stadtfarmen wie der Berliner Indoor Farming-Anbieter INFARM oder das Start-up ECF-Farmsysytems, das ebenfalls in Berlin die weltweit erste Aquaponik-Farm betreibt. Auf der 1800 Quadratmeter großen Anlage kombinieren die Gründer Fischzucht mit Gemüseanbau und haben das ehrgeizige Ziel, kosteneffizient und ressourcenschonend jährlich 25 Tonnen Fisch und 35 Tonnen Gemüse zu produzieren. Darüber hinaus gehören Beratung, Planung und der Bau von Aquaponik-Farmprojekten an anderen Standorten zum Geschäftsmodell der Berliner.

Green Citiy Solutions
Sorgt für frische Luft in der Stadt: der CityTree von Green City Solutions (Bildquelle: Green City Solutions).

#5 Smart Living

Das intelligente Zuhause, in dem man von unterwegs die Rollläden runterlassen oder den Inhalt des Kühlschranks prüfen kann, ist in Deutschland schon weit verbreitet. Neben der Steuerung von Unterhaltungs- und Haushaltselektronik ermöglicht das Smart Home aber auch die dezentrale Energiespeicherung und -versorgung. Diesen Trend machen sich Start-ups wie otego zu Nutze, deren thermoelektronische Generatoren Wärme direkt in Strom umwandeln können. Auch die Genossenschaft Bürgerwerke sowie die Gründer von SOLMOVE setzen mit ihren Geschäftsmodellen auf intelligente Lösungen, mit denen Bürger ihre Versorgung mit 100% Ökostrom in die eigene Hand nehmen und so einen Beitrag zur Energiewende leisten können.

Das Start-up MQ Real Estate aus Berlin geht mit seinen innovativen Hotelentwicklungsprojekten neue Wege in Sachen Stadtplanung. Da in Großstädten der Platz für Neubauten oft begrenzt ist, nutzen die Gründer einfach bestehende ungenutzte Infrastruktur, wie z.B. oberirdirsche Parkhäuser, Parkplätze oder Bestandsgebäude, und erschaffen mit modularen Aufbauten neue Hotels. Mit dem Skypark-Hotelkonzept werden standardisierte Hotelzimmer in zentraler Lage geschaffen, die zu einer nachhaltigen und zukunftsträchtigen Stadtentwicklung beitragen sollen.

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