Alle Jahre wieder: So könnte es diesmal mit den Neujahrsvorsätzen klappen



Jedes Jahr das gleiche Spiel: Zu Jahresbeginn haben wir gute Vorsätze, alles soll besser, schlanker und gesünder werden. Allerdings schafft es mehr als die Hälfte nicht, die guten Neujahrsvorsätze umzusetzen, da aus dem Scheitern keine wirklichen Konsequenzen drohen. Hier setzen Marco Schneider und sein Team mit ihrem Projekt an. Sie haben eine Plattform entwickelt, auf der Nutzer sich Ziele für 2017 setzen und mit einem Geldbetrag auf die Umsetzung wetten können. 



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Damit die guten Neujahrsvorsätze lange halten: Wette auf Ansporner gegen dich selbst. (Foto: Arnsporner.de)

Für-Gründer.de: Marco, 2017 steht vor der Tür. Und wie jedes Jahr haben die meisten von uns wieder zahlreiche gute Vorsätze, die vermutlich bis Mitte Januar eingehalten werden. Du willst mit deinem Team erreichen, dass die Vorsätze länger eingehalten und Ziele tatsächlich erreicht werden. Wie macht ihr das?

Marco Schneider von Ansporner.de: Wir haben uns natürlich gefragt: Wie kommt es, dass die meisten Neujahrsvorsätze den Februar schon nicht mehr erleben? Wieso fehlt uns oft das Durchhaltevermögen? Der Schluss lag nahe: Wenn das Ziel selbst nicht Motivation genug ist, muss ein Anreiz her, der von außen kommt. Die Idee hinter Ansporner ist, dass du einen Geldbetrag auf deinen Vorsatz verwettest, den du verlierst, sobald du aufgibst. Ob du Gewicht abnehmen, das Rauchen aufgeben oder für den Marathon trainieren willst: du bestimmst Ziel und Dauer deines Vorhabens samt Wetteinsatz. Um auf die Neujahrsvorsätze zurückzukommen: Das Fundament für den Erfolg legst du im Moment, in dem deine Motivation noch jung und frisch ist wie das Jahr. Da musst du springen. Und dann gibt es keine Ausreden mehr.

Für-Gründer.de: Eure Plattform ist also so etwas wie eine Wette gegen sich selbst. Wer kam auf die Idee und wieso?

Marco Schneider von Ansporner.de: Die Idee kam mitten aus dem Leben, in dem Fall aus meinem. Mit jedem gescheiterten Versuch, das Rauchen aufzugeben – und das waren nicht wenige – steigerte sich meine Unzufriedenheit und die meiner Freundin. Irgendwann trafen wir die Vereinbarung, dass ich für jede weitere Zigarette fünf Euro in die Kaffeekasse zu zahlen hätte. Da fängst du an zu grübeln, wieviel dir dein geliebtes Laster wert ist. Es hat jedenfalls funktioniert. Als ich dann erfuhr, dass es in den USA ein soziales Netzwerk gibt, in dem so etwas seit Jahren erfolgreich praktiziert wird, war die Idee zu Ansporner geboren.

Für-Gründer.de: Nehmen wir an, ich definiere für mich ein Ziel, z.B. bis Ende des Jahres 5 kg abnehmen. Schaffe ich es nicht, spende ich 50 Euro. Wie stellt ihr denn sicher, dass ich dann auch wirklich ehrlich bin?

Marco Schneider von Ansporner.de: Zunächst: Natürlich kannst du dir bei Ansporner das Ziel setzen, bis zum nächsten Jahreswechsel 5 kg abzunehmen. Wir haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass es sinnvoller ist, die eigenen Fortschritte in kleine Schritte einzuteilen und dann Woche für Woche zu kontrollieren – in dem Fall beispielsweise 0,2 kg. Liegt das Ziel zu weit in der Zukunft, erliegst du leicht den Einflüsterungen der Aufschieberitis und denkst: „Die Schokolade ist zu lecker. Morgen ist auch noch ein Tag“. Und schneller als man denkt ist Hochzeit und das Brautkleid passt nicht. Schön daher auch, dass du die Frage der Ehrlichkeit ansprichst: Das zeugt von einem gesunden Misstrauen gegenüber dir selbst. Deshalb hast du bei Ansporner die Möglichkeit, dir einen Referee zu wählen. Als objektive Kontrollinstanz. Der fordert Beweise von dir – und er hat das letzte Wort.

Für-Gründer.de: OK, wenn also mein Referee eine ehrliche Haut ist, dann ist hier schon mal gewährleistet, dass auch ich ehrlich sein muss. Aber wie wollt ihr gewährleisten, dass ich am Ende die anfangs mit mir selbst vereinbarte Spende auch wirklich bezahle?

Marco Schneider von Ansporner.de: Der Sinn einer jeden Wette besteht ja gerade darin, dass du nicht einfach wieder davon zurücktreten kannst. Du erteilst uns bereits beim Anlegen des Vorhabens die Ermächtigung, dein Konto zu belasten, aber eben nur für den Fall, dass du dein Ziel, beziehungsweise dein wöchentliches Etappenziel, nicht erreicht hast. Und die Tatsache, dass dein Wetteinsatz dann an gemeinnützige Organisationen geht, sollte deine Ehrlichkeit zusätzlich beflügeln.

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Auch mobil kannst du deine Ziele für 2017 immer im Blick behalten (Foto: Ansporner.de)

Für-Gründer.de: Wohin gehen dann eigentlich die „Strafgelder“? Oder kann ich selbst bestimmen, was damit passiert?

Marco Schneider von Ansporner.de: Ansporner nominiert pro Quartal drei oder mehr Projekte gemeinnütziger Organisationen. Du kannst per Voting mitbestimmen, an welches Projekt die „Strafgelder“ gespendet werden sollen. Der Gedanke dahinter ist, dass wir bei aller Freude am gesunden Ehrgeiz auch das Bewusstsein dafür schärfen wollen, dass wir nicht allein sind in unserem Streben, besser zu werden. Gewinn und Verlust liegen oft nah beieinander: Mit Ansporner sollst du deine Ziele erreichen. Aber wenn nicht, dann profitieren die, die es gebrauchen können.

Für-Gründer.de: Die Nutzung ist für den User komplett kostenfrei. Wie wollt ihr denn damit Geld damit verdienen bzw. wollt Ihr das überhaupt? Und wenn nicht, wie finanziert sich dann die Plattform?

Marco Schneider von Ansporner.de: Ehrlich gesagt, haben wir uns noch gar nicht so viele Gedanken darüber gemacht. Wir sind alle Arbeitnehmer, Studenten beziehungsweise Auszubildende. Einen geringen Prozentsatz der Spenden verwenden wir auf die anfallenden Abwicklungs- und Transaktionskosten und dann noch mal ein paar Prozent darauf, die Seite weiterzuentwickeln. Reich werden wir wohl erst, wenn ganz Deutschland an Aufschieberitis erkrankt ist.

Für-Gründer.de: Seid Ihr in eurem Team auch Heavy-User der Plattform? Was sind denn zum Beispiel deine Ziele für 2017 und was wirst du tun, wenn du diese nicht erreichst?

Marco Schneider von Ansporner.de: Mein persönliches Hauptziel ist, dass wir Ansporner zu einer richtig lebendigen und umtriebigen Seite machen. Und wenn es erst 2018 so weit sein sollte. Wir setzen uns da nicht unter Druck. Wir freuen uns jedenfalls, dass es jetzt langsam losgeht. Unser Texter Martin beispielsweise hat sich vorgenommen, jeden Tag einen Schüttelreim zu dichten. Inzwischen hat er bereits über 100 in sein Profil gepostet. Die sind klasse. Da fällt dir morgens beim Lesen die Kaffeetasse vor Lachen aus der Hand. Wenn er 365 zusammen hat, will er einen Abreißkalender rausbringen. Da sieht man schön: Hinter jedem Ziel wartet schon das nächste.

Für-Gründer.de: Marco, dann dafür viel Erfolg und vielen Dank für das Gespräch!

Wenn ihr selbst eure Neujahrsvorsätze verbindlicher machen wollte, dann definiert doch einfach ein Ziel bei zur Website Ansporner.de

In diesem Sinne wünscht euch das gesamte Team von Für-Gründer.de einen guten Start ins neue Jahr!