Zukunftstrend Smart City: Wie Start-ups unsere Städte optimieren



Der digitale Wandel verändert unsere Städte. Vernetzte Sensoren werden zu einer allgegenwärtigen Erscheinung. Sie überwachen die Infrastruktur, beschleunigen die Parkplatzsuche und verwandeln Hausdächer in urbane Gemüsegärten. Wir stellen euch vier innovative Geschäftsideen aus dem Bereich der Smart City vor.

  • Tipp: Du möchtest dich selbstständig machen, bist aber noch auf der Suche nach der geeigneten Geschäftsidee? Dann wirf doch einen Blick in unseren Franchise-Leitfaden 2016/17: Gründen mit Konzept. In diesem stellen sich 10 Franchisesysteme, die auf der Suche nach neuen Partnern sind, exklusiv vor.

Nie wieder Parkplätze suchen

Es gibt Studien, die besagen, dass rund 30 Prozent des innerstädtischen Straßenverkehrs auf die langwierige Parkplatzsuche zurückgehen. Könnte man die Parkplatzsuche effizienter gestalten, wären die Straßen nicht nur weniger verstopft, es hätte auch einen direkten Einfluss auf die Umwelt und die Luftqualität in unseren Städten.

Die Sensoren von Cleverciti überwachen den Parkraum und lotsen Autofahrer zu freien Plätzen (Bild: cleverciti.com)
Die Sensoren von Cleverciti überwachen den Parkraum und lotsen Autofahrer zu freien Plätzen (Bild: cleverciti.com)

Das Münchner Start-up Cleverciti hat einen Sensor zur Parkraumüberwachung entwickelt. Er wird an Häuserfassaden oder an der Straßenbeleuchtung angebracht und überwacht im Sekundentakt bis zu 100 Parkplätze in seiner Umgebung. Wird einer frei, leitet er diese Information direkt an mobile Endgeräte, Navis oder lokale Parkleitsysteme weiter. So werden Autofahrer zielgerichtet auf einen freien Parkplatz gelotst und damit Suchzeiten verringert.

In naher Zukunft soll eine App von Cleverciti erscheinen, mit der man nicht nur freie Parkplätze in der Nähe finden, sondern auch mit einem einfachen Tastendruck ein Ticket lösen kann. Das 2012 gegründete Unternehmen sicherte sich im vergangenen Jahr eine Finanzierung in Höhe von 2,8 Millionen Euro unter anderem von der KfW und der auf Automobil-Dienstleistungen spezialisierten D’Ieteren-Gruppe, zu der auch Carglass gehört.

Die just-in-time Müllabfuhr

Die Abholung des Mülls folgt in den meisten Städten einem strikten Zeitplan. Ob die Tonnen und Müllcontainer noch fast leer oder bereits seit Tagen voll sind, spielt dabei keine Rolle. Dies führt zu vermeidbaren Kosten und einer schlechten Auslastung von Ressourcen. Die Müllabfuhr der Stadt Rotterdam testet zusammen mit dem Start-up Enevo ein neues System, bei dem die Routen bedarfsgesteuert geplant und nur Container geleert werden, bei denen es sich tatsächlich lohnt.

enevo
Die Müllabfuhr fährt mit Enevo nur noch Container an, deren Füllstand einen gewissen Schwellwert übersteigt (Bild: Enevo.com)

Dazu wird deren Füllstand mithilfe von vernetzten Sensoren gemessen und an eine zentrale Stelle weitergeleitet. Dort werden die Informationen zu dynamischen Routen weiterverarbeitet und in das Navigationssystem der Fahrer gespeist. In Pilotprojekten konnte die Zahl der im Einsatz befindlichen Fahrzeuge halbiert und bis zu 40 Prozent der Kosten eingespart werden.

Durch die Stadt gleiten mit dem e-floater

In der Stadt der Zukunft verzichtet man auf Grund verstopfter Straßen und langer Staus auf den PKW und setzt stattdessen auf einen Mix aus öffentlichem Verkehr und modernen Mobilitätskonzepten wie dem Car- oder Bikesharing. Als weitere Komponente dieses Mixes möchte sich das junge Unternehmen Floatility etablieren. Das Hamburger Start-up entwickelte ein dreirädriges Gefährt, das mit einem Elektromotor ausgestattet ist und optisch an Tretroller aus Kindheitstagen erinnert.

Floatility sieht aus wie ein futuristischer Tretroller, ist einem Elektromotor ausgestattet und bis zu 20km/h schnell (Bild: floatility.com)
Floatility sieht aus wie ein futuristischer Tretroller, ist einem Elektromotor ausgestattet und bis zu 20km/h schnell (Bild: floatility.com)

Er ist für kurze Strecken in der Stadt konzipiert und befördert den Fahrer mit bis zu 20km/h mühelos an sein Ziel. Bald soll ein Pilotprojekt in Hamburg starten. Die Fahrzeuge sind mit GPS-Sensoren und einem Funkmodul ausgestattet. So können Interessierte bald einen der über 100 in der Stadt verteilten efloater per App lokalisieren und buchen.

Urbane Gemüsegärten auf dem Hausdach

Stadtbewohner werden zu Selbstversorgern, davon geht zumindest das israelische Start-up Flux Farms aus. Es stützt sich dabei auf Forschungsergebnisse, die besagen, dass Städte wie beispielsweise Detroit 70 Prozent ihres Lebensmittelbedarfs innerhalb ihrer Stadtgrenzen produzieren könnten. Möglich soll das durch eine altbewährte Technik werden, die sich Hydroponik nennt. Pflanzen werden nicht in Erde, sondern in einem anorganischen Substrat angepflanzt und über ein Rohrsystem und einer Pumpe mit einer wässrigen Nährlösung versorgt, die optimal auf das Nährstoffprofil der Pflanzen abgestimmt ist. So lassen sich selbst an unwirtlichen Orten, wie zum Beispiel Hausdächern oder sogar dem Mars, Pflanzen kultivieren.

Flux möchte Hausdächer in grüne Oasen für Selbstversorger verwandeln (Bild: Flux Farms)
Flux möchte Hausdächer in grüne Oasen für Selbstversorger verwandeln (Bild: Flux Farms)

Vorteile sind ein optimales Pflanzenwachstum, denn die Nährlösung kann exakt auf den Bedarf der Pflanzen abgestimmt werden. Zudem werden weniger Pflanzenschutzmittel benötigt, denn durch die Abwesenheit von Erde wird die Zahl der Keime und Schädlinge drastisch reduziert. Der hydropanische Anbau von Gemüse kann durchaus kompliziert sein und sieht mehr nach Hightech-Labor als nach Hobbygarten aus. Deswegen hat Flux Farms einen Sensor für alle entwickelt, die über keinen Abschluss als Agraringenieure verfügen.

Der Eddy genannte Sensor wird in das Wasserreservoir gelegt und überprüft fortan über den ph-Wert und weitere wichtige Kennzahlen die korrekte Versorgung der Gewächse. Er verbindet sich mit dem Smartphone, informiert über den Gesundheitszustand der Pflanzen und gibt je nach verwendeter Aussaat Anweisungen, um das optimale Pflanzenwachstum zu gewährleisten. Die Informationen werden zentral von Flux weiterverarbeitet und mit zusätzlichen Daten wie der Lage des Gartens, des Wetters und den Informationen anderer Nutzer kombiniert. Dadurch entsteht ein Expertensystem, sozusagen das Gehirn von Flux, das durch Erfahrung immer klüger wird und den Nutzern bessere Anweisungen für ihren hydropanischen Garten liefert. Noch befindet sich das System in der Testphase. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite des Start-ups.

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