Die 6 größten YouTube-Fails, die ein Gründer begehen kann



Cat Content und andere lustige Videos boomen im Web. Das heißt aber nicht, dass Gründer und Unternehmer keine Chance mehr haben, sich mit gutem Inhalt auf YouTube durchzusetzen. Unser Gastautor Hendrik Unger ist dreifacher Gründer und deutschlandweit anerkannter YouTube-Experte. In diesem Gastbeitrag erklärt er, welche Fehler Gründer vermeiden sollten, um bei YouTube virale Hits zu landen.

Jedes Unternehmen fängt mal klein an. Bekanntlich hilft es am Anfang, erstmal online aktiv zu werden und vor allem durch gut gemachte Videos das eigene Business der Außenwelt zu präsentieren. Dank viralen Video-Marketings können sich Gründer viel schneller nach oben kämpfen und sichtbarer werden. Der Nährboden hierfür ist vorrangig die Social Media Plattform YouTube. Doch so verlockend das auch klingt: Bei dem Prozess, seine neue Marke oder sein brandneues Produkt quasi über Nacht durch YouTube bekannt zu machen, kann auch einiges schief gehen.

  • In diesem Video erklärt Hendrik Unger, was ganz generell durch YouTube erreicht werden kann.

Damit das auch gelingt, sollten folgende sechs Fails vermieden werden.

Fail #1: Es gibt keine Video-Strategie

Als Gründer legt man oft los und möchte einfach mal „machen”. Das kann ich im Prinzip voll und ganz nachvollziehen, da ich selbst vor einem Jahr mit der Kreativagentur 36grad meine dritte Firma gegründet habe. Bei YouTube Marketing ist jedoch Vorsicht geboten. Wenn man zu schnell nach vorne galoppiert, kann es nach hinten los gehen und der Erfolg bleibt aus.

Fest steht: Ohne Ziel ist kein erfolgreiches Marketing möglich und ohne Strategie werden wir das Ziel nie erfüllen können. Dabei stellt sich die Frage: Was sind denn die richtigen Ziele und wie erreiche ich diese? Sind möglichst viele Abonnenten erstrebenswert? Oder einfach Klicks auf die eigenen Videos? Genau das müssen Sie vorab in einer strategischen Planung definieren und…

…dabei geht es nicht darum, möglichst viele Klicks oder Abonnenten zu sammeln.

Entscheidend ist die Akquise von Zuschauern, aus einer relevanten Zielgruppe, für Ihre Videos und diese letztendlich zu einer Handlung zu bewegen. Behalten Sie immer im Hinterkopf, dass Ihre YouTube Reichweite nur ein Mittel zum Zweck ist, um z.B.

  • Ihren Absatz zu steigern,
  • Kunden in Ihr Ladenlokal zu locken oder
  • Ihre Dienstleistung zu promoten.

Fail #2: Unpassende oder schlechte Videos

Ist das eigene YouTube Video kurz, prägnant auf den Punkt? Nein? Dann sollten Sie schleunigst neue, bessere Videos produzieren! Die Community der Videoplattform YouTube hat spezielle Ansprüche, auf die Sie eingehen müssen. In einem Channel ist kein Platz für eine Zweitverwertung von Clips, die eigentlich für TV oder Messe gemacht wurden. Nutzer schalten bei solchen Inhalten nach wenigen Sekunden ab.

Bedenken Sie immer, dass der Klick zum nächsten Katzenvideo auf YouTube nie weit entfernt ist.

Transportieren Sie in Ihrem Video stets Emotionen! Die Community wird es sehr schätzen. Direkt am Anfang des Clips sollte außerdem ein kurzer Ausblick gegeben werden, was gleich zu sehen sein wird. Somit weckt man das Interesse der Zuschauer und die Videos werden auch bis zum Ende angeschaut. Die Clips bleiben stärker im Gedächtnis und erhalten bessere Rankings in den Suchmaschinen.

Fail #3: Kein solider Channel aufgebaut

So ist der eigene YouTube-Channel von 36grad aufgebaut (Quelle: 36grad / YouTube)
Titelbild, Intro-Trailer, Playlists & Co.: So ist der YouTube-Channel von 36grad aufgebaut (Quelle: 36grad/YouTube)

Wie hoch ist der eigene Channel-Trust? Ausschlaggebend dafür ist die Frage, wie die Basisstation für Online-Videos, also der eigene YouTube Channel, aufgestellt ist. Jeder Kanal hat ein bestimmtes Trust-Level. Je nach Alter, Beliebtheit, Zahl der Abonnenten und Videoaufrufen drückt sich diese „Vertrauens”-Stärke aus. Damit der erste Eindruck für die Zuschauer stimmt, sollte die Startseite des eigenen Channels optimal vorbereitet werden.

So setzt man idealerweise einen Intro-Trailer ein, empfiehlt spannende Inhalte und verlinkt seine Videos in strukturierten Playlists.

Die grafische Aufbereitung im Profil- und Titelbild sollte für die Zielgruppe ebenso ansprechend gestaltet sein. Es gilt, dem User direkt den Mehrwert des Channels aufzuzeigen. Was hat ein Rezipient davon, sich im Channel aufzuhalten und eventuell diesen auch noch zu abonnieren? Was für Video-Themen-Säulen werden angeboten und in welchen Abständen kommen frische Inhalte dazu? Löschen Sie am besten alle unpassenden Videos noch heute aus Ihrem Channel. Somit gewinnt man an Relevanz, denn auch bei YouTube gilt: Qualität geht vor Quantität!

Fail #4: Fehlende Handlungsempfehlungen im Video

Einige Unternehmen begehen den Fehler und vergessen, einen Call-to-Action im Werbevideo einzusetzen. Was soll der Nutzer nach dem Anschauen Ihres Videos denn tun? Natürlich weiter im Channel bleiben, sich noch andere Videos anschauen oder Ihre Website besuchen! Geben Sie die Richtung vor und nehmen Sie den Zuschauer an die Hand.

Man kann z.B. am Ende der Videos eine klare Handlungsaufforderung einblenden.

Dank der Annotation-Funktion von YouTube können bestimmte Teile im Clip verlinkt werden. So ist es möglich, Schaltflächen mit Verlinkungen zu kreieren. Ist der Channel dafür freigeschaltet, so kann sogar auf externe Websites oder Landingpages verlinkt werden.

Fordert man die eigenen Zuschauer also dazu auf dort hin zu gehen, wo man den Traffic gerne hingelenkt haben möchten, wird ein großer Teil auch dieser Empfehlung folgen.

Screenshot 36grad YouTube CTA
Rund 10 Sekunden wird am Ende des Intro-Videos von 36grad dieses Bild gezeigt, bei dem mit der Annotations-Funktion hinter den einzelnen Elementen CTAs hinterlegt sind (Quelle: 36grad/YouTube)

Fail #5: Video-Embedding vernachlässigt

Es könnten viel mehr Klicks durch geschicktes Video-Embedding erreicht werden. Beginnen sollte man dazu am besten auf der eigenen Website oder auf einem Blog.

Video-Inhalte werden durch die „Teilen”-Funktion direkt auf der Startseite eingebettet. Ein Großteil der Aufrufe der Website wird dann auch als Aufrufe für das eingebettete Video gewertet.

Vorausgesetzt das Video wurde mit dem korrekten Original-Embedding-Code von YouTube eingefügt, werden alle Views des Videos auf der Website, auch auf den Viewcounter bei YouTube übertragen. Sie erschaffen somit nicht nur eine bessere Usability auf der Homepage, indem die Inhalte mit Video-Content auflockert werden, sondern man erreicht somit auch mehr „Stärke” für das Video und den dazugehörigen Kanal.

Auch andere Blogger, Websites und Foren sollten im Optimalfall Beiträge mit Ihren YouTube Clips anreichern. Dadurch erhalten Sie ein größeres Aufsehen und mehr Kraft für Ihre Video-Verbreitung. Tritt man direkt mit Key Influencern aus der passenden Branche in Kontakt, sammelt man viele Verlinkungen und Embeds für die eigenen Videos ein.

Fail #6: Nicht alles auf ein „One Hit Wonder“ setzen

Ein Kanal wie YouTube lebt wie jede andere Social Media Plattform von regelmäßiger Frische. Daher sollte man vermeiden, nur ein Image-Video oder einen vermeintlichen Viral-Hit im Unternehmens-Kanal hochzuladen und dann monatelang nichts Neues zu liefern.

Aktualität ist das Lebenselixier eines jeden YouTube-Channels!

Aufgrund unregelmäßiger Abstände oder großer Pausen kann ein Channel schnell veraltet und ungepflegt auf den Besucher wirken. Auch die Suchmaschinen bestrafen den Kanal-Betreiber dann mit einer schlechteren Sichtbarkeit. Achten Sie darauf größere Abstände zwischen den Uploads unbedingt zu verhindern. Daher ist z.B. eine Staffelproduktion empfehlenswert. Inhalte können so für die kommenden Wochen und Monate bereits vorbereitet und eingeplant werden.

Fazit: Erfolgreich mit YouTube

Blitzschnell kann es gehen! Bei YouTube Marketing sogar in zwei Richtungen: Entweder ganz nach oben und zwar quasi über Nacht oder mit 180 Km/h genau in die entgegengesetzte Richtung. Die Chance, die einem diese große Videoplattform bietet, darf man nicht unterschätzen. Nur wer YouTube als Marketing-Kanal ernst nimmt und sich Mühe bei den Videos gibt, genießt die Vorteile der Plattform und kann darauf langfristigen erfolgreich sein.

Hendrik Unger
Gastautor Hendrik Unger ist dreifacher Gründer und gilt deutschlandweit als YouTube-Experte. (Foto: Hendrik Unger)
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