7 Stolpersteine scheiternder Existenzgründer



Der Albtraum eines jeden Existenzgründers ist es, das eigene Unternehmen trotz überzeugender Gründungsidee und ohne zunächst augenscheinliche Ursachen wieder aufgeben zu müssen. Gründercoach Toni Großmann aus dem Für-Gründer.de-Netzwerk hat deshalb die Hauptquellen für das Scheitern der Existenzgründung aufgegriffen und gibt nachfolgend sieben Tipps zur Fehlervermeidung.

1. Zu geringes Startkapital und zu wenig Puffer

Die häufigsten Gründe für das Scheitern scheinen finanzieller Natur zu sein. Bereits bei der Gründung wird dabei oftmals mit zu wenig Geld gestartet. Dies begrenzt den Rahmen für anfänglich essentielle Ausgaben wie beispielsweise für Werbung. Dank staatlicher Gründungsunterstützung, besonders in Form von zinsgünstigen Krediten bis zu 100.000 Euro, ist dies ein zu vermeidendes Problem.

Sich dabei erst beim Eintreffen der Misere um Kapital zu bemühen, ist allerdings selten möglich und meistens zu spät. Abhilfe schafft ein zu Beginn erstellter realistischer Finanzplan, der nach der Gründung kontinuierlich aktualisiert wird. Bei der Erstellung des Businessplans und der Finanzierung durch die Bank hilft ein gefördertes Gründercoaching.

Wer diese sieben Stolpersteine beachtet, erhöht seine Chancen auf eine erfolgreiche Gründung massiv.
Wer diese sieben Stolpersteine beachtet, erhöht seine Chancen auf eine erfolgreiche Gründung massiv.

2. Unnötige Ausgaben versus langsam anlaufende Einnahmen

Gerade in der Anfangsphase gilt es unnötige Ausgaben um jeden Preis zu vermeiden.  Es ist immer sinnvoll, Kosten zunächst höher zu planen und prinzipiell pessimistisch zu kalkulieren. Sparsamkeit an der richtigen Stelle sowie sinnvolle und wohlüberlegte Investitionen mit Fokus auf Effektivität und Effizienz sind für eine Gründung das Maß aller Dinge.

Hinzu kommt, dass nicht jede Unternehmung sofort so großartig anläuft, wie erhofft. Plant eure Umsätze vorsichtig und nach ausführlicher Marktanalyse. Schätzt das Absatzpotential eures Angebotes korrekt ab und berücksichtigt bei der Umsatzplanung auch die eigene zeitliche Verfügbarkeit sowie Kosten- und Margenstrukturen.

3. Fehleinschätzung & Selbstüberschätzung

Viele Gründer überschätzen Kaufkraft und Zahlungsbereitschaft der potentiellen Kundschaft. Um dieser Gefahr vorzubeugen, empfiehlt sich ein Blick auf die Kundenperspektive und die vorhandenen Konkurrenzangebote. Wer kein neues Produkt oder eine innovative Dienstleistung anbietet, muss zumindest sichergehen, dass er sich positiv von der Konkurrenz abhebt. Dabei hilft oft eine externe Meinung, einen klaren Blick zu wahren und das Angebot bereits vor dem Unternehmensstart kundenorientiert zu modifizieren.

Positives Denken und eine grundsätzlich optimistische Einstellung sind wesentliche Erfolgsgaranten bei jeder Gründung. Allerdings ist auch der Grat zwischen Optimismus und Selbstüberschätzung sehr schmal und häufig werden die eigenen Fähigkeiten und Voraussetzungen über- beziehungsweise die Erfordernisse der zukünftigen Unternehmertätigkeit unterschätzt. Dies betrifft im besonderen Maße den zeitlichen Aufwand einer Gründung und deren Vereinbarkeit mit dem Privatleben. Erfahrungswerte von erfolgreichen Gründern oder Beratern helfen, um sich selbst so effizient wie möglich zu organisieren.

4. Fehlende kaufmännische Kenntnisse

Nicht jeder braucht einen Uni-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre, um ein Unternehmen zu gründen, aber ein Mangel an kaufmännischen Kenntnissen ist oft mitverantwortlich für das Scheitern von Unternehmen. Selbst die beste Gründungsidee benötigt Zeit für den Markteinstieg und kann dabei Stresssituationen hervorrufen, in denen es einen kühlen Kopf zu bewahren gilt.

Zögert nicht, durch ein Gründercoaching oder Kurse des IHK-Bildungszentrums eure Kenntnisse aufzubessern. Egal ob Stundensatzkalkulation oder die Berechnung von Produkt-Deckungsbeiträgen – nutzt die Chance das überlebenswichtige Handwerkszeug zu erlernen oder euch wenigstens zu „borgen“.

5. Mangelnder Familienrückhalt und nicht-funktionale Teams

Egal ob nur in Form eines ehrlichen Feedbacks oder tatsächlich durch das kurzfristige Borgen von Geld bei einem Engpass – unterschätzt niemals die Bedeutung des sozialen Rückhaltes. Das betrifft vor allem auch das Zeitmanagement, denn in der Gründungsphase muss deutlich mehr Zeit investiert werden, als vielleicht zunächst angenommen.

Fähigkeiten, Motivation und Stressresistenz der Mitstreiter sind essentiell. Vergesst dabei nicht die Bedeutung von Vertrauen und Sympathie, um nicht zu riskieren, dass die Unternehmung aus persönlichen Gründen scheitert, obwohl alles andere passt.

6. Mangelnde Vorbereitung und falsche Entscheidungen

Man kann nicht zu viel Zeit und Energie in die Vorbereitung eines Gründungsvorhabens investieren! Prüft eure Idee zunächst im kleinen Rahmen auf Funktionalität und Marktchancen, bevor ihr viel Zeit und Geld aufbringt.

Bei der Wahl der Rechtsform gilt es alle Vor- und Nachteile abzuwägen. Ein Steuerberater wird häufig eine Kapitalgesellschaft (GmbH, UG) empfehlen, weil er daran mehr verdient. Für viele Gründungen sind das aber ungeeignete Rechtsformen. Informiert euch ausführlich über Alternativen und lasst eure Geschäftsidee persönlich von einem Experten einordnen.

7. Unprofessioneller Businessplan

Ein professioneller Businessplan ist nicht nur zur Beschaffung finanzieller Mittel unabdingbar, er stellt auch eure persönliche Idee und das Konzept in aussagekräftiger Form dar und ermöglicht externen Dritten, eure Gedanken nachzuvollziehen. Bedenkt, dass hierbei selbst ein wirtschaftlicher Studienabschluss noch lange keinen banksicheren Businessplan garantieren kann, ohne über zusätzliche Expertise und Erfahrung zu verfügen.

  • Erklärvideo: Warum sich ein Businessplan lohnt?

Fazit: Gründen lohnt sich, allerdings mit Bedacht

Es ist eine verlockende Chance, sein eigener Chef zu sein. Aber ein erfolgreiches Unternehmen gründet sich nicht von heute auf morgen. Auch wenn die finanziellen Indikatoren und fehlenden Fachkenntnisse häufig im Fokus stehen, so gilt es auch andere, mindestens genauso wesentliche Faktoren zu berücksichtigen.

Ausführliche Planung, detaillierte zeitliche Organisation und nicht zuletzt soziale und menschliche Einflussfaktoren dürfen niemals zu kurz kommen. Genauso wie das Bewusstsein, dass das Annehmen von externer Hilfe kein Eingeständnis mangelnder Selbstkompetenz darstellt und noch kein Meister vom Himmel gefallen ist.

Autor: MBA & Dipl.-Ökon. Toni Großmann - Existenzgründerberater aus Dresden. (Quelle: Dresden-Beratung)
Der Autor des Texts Toni Großmann ist Diplom-Ökonom mit MBA-Abschluss und Existenzgründerberater in Dresden. (Quelle: www.dresden-beratung.de)
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