Von Musik bis Raumfahrt: Diese Start-ups wurden im Frühjahr 2016 prämiert



Es gibt über 170 Gründerwettbewerbe in Deutschland. So groß wie ihre Zahl, ist auch die Vielfalt der dort vorgestellten Geschäftsideen. Wir haben uns umgesehen und stellen euch vier prämierte Start-ups aus den letzten Monaten vor, deren Geschäftsideen besonders spannend sind. Achtung: Es wird musikalisch, spacig und nachhaltig.



Tipp: Wir haben zudem die Top 50 Start-ups aus allen Gründerwettbewerben im vergangenen Jahr gekürt.

Berlin goes Music: prämierte Musikgeschäftsideen

Der Gründerwettbewerb Midemlab zeichnete kürzlich Geschäftsideen aus dem Bereich Music/Digital aus. Mehr als 150 Start-ups aus 31 Ländern hatten sich weltweit für den Wettbewerb beworben. Zwanzig davon wurden ausgewählt, um ihr Start-up vor einer renommierten Jury aus der Musik- und Start-up-Welt zu pitchen. Insgesamt gab es drei Sieger, zwei davon aus Berlin.

Einer der beiden deutschen Sieger, Mimi Hearing, hat ein Programm entwickelt, das die Lautstärke von Musikstücken automatisch an das individuelle Hörvermögen anpasst. Dieses unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Zum Beispiel nimmt als typische Alterserscheinung die Fähigkeit ab, höhere Frequenzen zu hören. Dadurch wirkt das Gehörte basslastiger, während feine Details verloren gehen. Die App von Mimi Hearing führt einen Gehörtest durch und passt entsprechend Musik, die über das Smartphone abgespielt wird, an. Dadurch können Nuancen in der Musik wahrgenommen werden, die vorher unter Umständen nicht hörbar waren.

Der zweite Sieger bei Midemlab ist die Event-Crowdsourcing Plattform stagelink, die Künstlern dabei hilft, Tourneen in Abstimmung mit ihren Fans zu planen und vorzufinanzieren.

Bevor eine Tour geplant wird, sammeln die Künstler zuerst die Konzertwünsche ihrer Fans. Nebenbei werden diese zu Promotern, indem sie Freunde zu der Veranstaltung einladen. Denn nur, wenn genug Menschen Interesse an einem Konzertwunsch zeigen, findet das Event auch statt.

Die Künstler erkennen so, wo es die größte Nachfrage für ein Konzert gibt. Gleichzeitig können Fans ihre Lieblingsband mit etwas Glück in ihre Stadt holen. Die Plattform ist für alle Nutzer kostenlos. Lediglich für den Verkauf von Tickets erhält stagelink eine Provision.

Die beste Geschäftsidee für die Raumfahrt

Unter dem Motto „Satellite 4.0” rief das Raumfahrtmanagement im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) dazu auf, neue Vorschläge und Konzepte für die Raumfahrt der Zukunft zu entwickeln. Diesem Aufruf sind fünfzig Unternehmen, Start-ups, Universitäten und Forschungseinrichtungen aus acht Ländern Europas gefolgt. In der Kategorie Start-ups setzte sich ein Gründerteam aus Bremen mit einem Universaladapter für die Raumfahrt durch. Dieser verbindet die Bordrechner von Satelliten mit den jeweiligen Sub-Systemen nach dem „plug and play“-Prinzip.

MA61C heißt der Adapter, der Satellitenmodule universell miteinander verbindet (Bild: spinintech.com)
MA61C heißt der Adapter, der Satellitenmodule universell miteinander verbindet (Bild: spinintech.com)

Der Adapter ist darauf ausgerichtet, dass bestehende Anschlüsse genutzt werden können, und beschleunigt den Bau von Satelliten bei gleichzeitig niedrigeren Kosten. Das Unternehmen wurde 2015 als Space Products and Innovations UG (SPIn) gegründet. Im Rahmen des Wettbewerbs wurde bereits ein Prototyp vorgestellt.

2018 soll das Produkt marktreif sein. Bisher konnte SPIn nicht nur beim Wettbewerb vom DLR von sich überzeugen, sondern auch beim Start-up Weekend Bremen und außerdem eine Startfinanzierung über 200.000 Euro von der Wirtschaftsförderung Bremen ergattern.

Hier werden Stromfresser aufgespürt

Dynamo ist ein bundesweiter Gründerwettbewerb für den Energiesektor, der Gründer und Jungunternehmer mit innovativen Ideen und Produkten auszeichnet. Bewertet wird nach Erzeugung, Verteilung, Nutzung und Speicherung von Energie. Die Jury bestand unter anderem aus Vertretern der Technologiefabrik Karlsruhe, KIC InnoEnergy Germany und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Beste Geschäftsideen: Das Team von Enit Systems
Das Team von Enit Systems freute sich bereits beim Next Economy Award im vergangenen Jahr über eine Auszeichnung (Bild: Enit Systems)

Der erste Platz ging an ein Gründerteam, das scherzhaft schon als „die Zähler-Flüsterer“ bezeichnet wurde. Enit Systems hat eine Software entwickelt, die man mit dem Stromzähler verbindet. Sie deckt Stromfresser auf und reduziert in der Folge die Kosten. Die Einsparungen liegen laut Enit Systems bei durchschnittlich mehreren Zehntausend Euro pro Jahr.

Enit Systems ist eine Ausgründung des Fraunhofer Instituts und hat seinen Sitz in Freiburg. Im vergangenen Jahr holte sich das Start-up bereits den Sieg beim Gründerwettbewerb IKT Innovativ und war unter den Finalisten des Next Economy Awards.

Mehr Wettbewerbe und ausgezeichnete Geschäftsideen

In Deutschland finden pro Jahr über 170 Gründer- und Businessplanwettbewerbe statt. Unser Leitfaden gibt einen Überblick über alle Ausschreibungen. Auf unserem Portal Für-Gründer.de geben wir außerdem zahlreiche Bewerbungstipps für die Teilnahme an einem Gründerwettbewerb. Dort findet ihr auch weitere Top Start-ups und Geschäftsideen.