Alle Mann festhalten: Green Economy ist im Aufwind



Sie wollen die Umwelt schonen, Energie einsparen und die Ressourcen effizienter nutzen: Start-ups der Green Economy. Mehr als jedes zehnte Unternehmen der von uns gekürten Top 50 Start-ups aus dem Wettbewerbsjahr 2015 hat den Schwerpunkt „green“. Wir stellen drei Wettbewerbe und drei der erfolgreichsten Start-ups einer rasant wachsenden Branche vor.

  • Zum Hintergrund: Wir haben für das Jahr 2015 insgesamt 810 Geschäftsideen, die bei 145 Gründerwettbewerben prämiert wurden, unter die Lupe genommen und daraus unsere Top 50 ermittelt. Dabei prüften wir auch, aus welchen Branchen die besten Ideen stammen. Neben dem Blick auf die Green Economy haben wir auch die Bereiche Fintech, IKT und Life Sciences näher untersucht. Alle Ergebnisse können Sie hier genauer nachlesen.

Bereits seit vielen Jahren stehen Maßnahmen gegen den Klimawandel und die globale Erderwärmung hoch oben auf der Agenda der Politik. Dass neue Geschäftsmodelle gemeinsam einen großen Teil zu den angestrebten Zielen beitragen können, haben Start-ups längst für sich erkannt. Erneuerbare Energien, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft sind Kernthemen für Unternehmen aus dem Bereich der wachsenden Green Economy.

Laut einer Studie des Borderstep Instituts in Zusammenarbeit mit der Universität Oldenburg wurden im Zeitraum von 2006 bis 2013 in Deutschland rund 170.000 Unternehmen mit dem Schwerpunkt Green Economy gegründet. Das entspricht rund 14 % aller Gründungen in diesem Zeitraum.

Damit fördern die grünen Start-ups nicht nur die Innovationskraft in Deutschland, sondern dienen auch als Jobmotor: Über 1,1 Millionen Arbeitsplätze wurden durch sie in diesem Zeitraum neu geschaffen.

Riesenrad
Bitte festhalten, bei der Green Economy geht’s jetzt aufwärts

Wettbewerbe suchen Grüne Gründer

Gründerwettbewerbe aus dem Bereich Green Economy würdigen die Arbeit dieser Unternehmen öffentlichkeitswirksam und unterstützen sie dabei, sich weiterzuentwickeln. Vor diesem Hintergrund ist beispielsweise 2014 der Green Alley Award entstanden, der in Zusammenarbeit zwischen Green Alley Investment und der Crowdinvesting-Plattform Seedmatch ins Leben gerufen wurde. Bewerben können sich Teilnehmer nicht nur aus Deutschland, sondern aus ganz Europa. Mit insgesamt 20.000 Euro an Geld- und Sachleistungen werden grüne Gründungsideen beim Green Alley Award belohnt, die innovative Lösungen zum Thema Kreislaufwirtschaft liefern.

Zu den größten deutschlandweiten Wettbewerben im Bereich grüne Wirtschaft zählt der Next Economy Award, der im Jahr 2015 erstmals Start-ups auszeichnete, die mit innovativen Geschäftsmodellen für soziale und ökologische Verbesserungen in der Gesellschaft sorgen. Der Wettbewerb ist unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie entstanden. Zu gewinnen gibt es ein Paket aus Kommunikations- und Sachleistungen im Wert von 25.000 Euro.

„Mit dem StartGreen Award stärken wir Gründerinnen und Gründer der Green Economy den Rücken und ermutigen die grüne Gründer-Community, sich zu vernetzen“, so beschreibt sich der StartGreen Award, welcher vom Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit ausgerichtet wird, auf seiner Website. Der Award ist mit insgesamt 20.000 Euro sowie Sachpreisen dotiert und zeichnet neben Gründern auch Gründungsförderer aus dem Bereich der Green Economy aus.

Drei Start-ups mit einem grünen Daumen

Unter den besten Start-ups aus allen Wettbewerben des Jahres 2015 ist in etwa jedes zehnte Start-up dem Bereich Green Economy zuzuordnen.

Die meisten davon setzen sich mit dem Thema Energie auseinander. Hierzu zählen auch Little Sun, Aquakin und Betterspace. Little Sun soll in Ländern, in denen es keinen stabilen Zugang zu Strom gibt, teure und umweltschädliche Kerosinlampen ersetzen. Die LED-Solarlampe in Form einer kleinen gelben Sonnenblume ist von einem dänischen Künstler gestaltet worden. Das Material ist recycelbar sowie wasser- und UV-resistent. Jeder Verkauf in den USA, Australien, Kanada, Japan oder Europa subventioniert einen vergünstigten Kauf in der Dritten Welt. 2015 wurde das Berliner Start-up beim GreenTec Award in der Kategorie Lifestyle ausgezeichnet und hat als Sonderpreisträger des KfW-Awards GründerChampions ein Preisgeld von 1.000 Euro erhalten.

Die Gründer von Little Sun
Die Gründer von Little Sun (Foto: Little Sun)

Aquakin ist ein Start-up aus Fürth, das 2013 gegründet wurde. Als Anbieter von Kleinwasserkraftwerken setzt das Unternehmen dort an, wo etablierte Anbieter von Wasserkraftwerken keine Lösungen finden können. So haben die Gründer von Aquakin beispielsweise ein tragbares Kleinwasserkraftwerk entwickelt, das überall dort Energie erzeugt, wo Wasser fließt, also beispielsweise in einem Fluss in freier Natur. Bereits bei geringen Fallhöhen kann damit elektrische Energie erzeugt werden und zwar von allen Menschen – egal, wo sie gerade auf der Welt sind. Vor allem für Outdoor- und Campingfans kann das hilfreich sein: egal, ob zum Betrieb von Beleuchtungsmitteln, technischen Geräten wie Handys oder Tablets oder aber auch für kleinere Camping-Kühlboxen.

Im vergangenen Wettbewerbsjahr haben sich die Gründer von Aquakin in drei Wettbewerben mit fünf Auszeichnungen durchgesetzt und ein Preisgeld von 11.500 Euro erarbeitet. So gewannen sie in allen drei Wettbewerbsrunden des Businessplan Wettbewerbs Nordbayern sowie beim Next Economy Award und beim Gründerwettbewerb WECONOMY.

Betterspace ist ein System, das die Heizungsnutzung in Hotels optimiert. Die externe Steuerung soll die Umwelt entlasten und zugleich Heizkosten senken. Das Start-up aus Kassel hat in seinem Gründungsjahr 2015 zwei Auszeichnungen im Rahmen des KUER Gründungswettbewerbs und eine im UNIKAT-Ideenwettbewerb ergattert. Das damit verbundene Gesamtpreisgeld betrug 1.300 Euro.

Höhepunkt noch längst nicht erreicht

Die Analyse verdeutlicht, dass mit der wachsenden Anzahl an grünen Start-ups auch das Interesse von Institutionen und Wettbewerben an diesem Bereich in Deutschland steigt. Die Green Economy boomt, hat ihren Höhepunkt aber wohl längst noch nicht erreicht. Aufgrund der anhaltenden Brisanz des Themenfeldes ist also davon auszugehen, dass auch in den kommenden Jahren der Anteil der grünen Start-ups immer höher wird und damit auch die Bedeutung von Gründerwettbewerben in diesem Bereich weiter wächst. Wir sind gespannt auf die grünen Konzepte des Jahres 2016.

Die Wettbewerbslandschaft unter der Lupe

Neben der Betrachtung der Green Economy haben wir auch die Häufigkeit anderer Branchen bei Deutschlands Gründerwettbewerbe geprüft. Neben der Green Economy ist auch die IKT-Wirtschaft stark vertreten. Fintech ist erstaunlicherweise kaum zu finden. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, bekommen Sie alle näheren Informationen dazu in unserem PDF.