Verspielt bis nachhaltig: fünf Geschäftsideen, die Preise verdienen



Über 800 Start-ups und Gründerteams haben 2015 eine Auszeichnung erhalten. Bekommen haben sie diese von insgesamt 145 Gründerwettbewerben, die von uns analysiert wurden. Aus allen prämierten Geschäftsideen haben wir darüber hinaus die Top 50 ermittelt. Hierzu gehören Deutschlands beste Geschäftsideen mit den meisten Auszeichnungen und höchsten Preisen.



Aus diesen Top 50 stellen wir Ihnen in drei Teilen insgesamt 15 Geschäftsideen aus dem Jahr 2015 vor. Los ging es vor einigen Wochen mit dem ersten Teil. Darin präsentierten wir eindrucksvolle Ideen aus IT, Medizintechnik und dem Handwerk. Heute haben wir folgende Ideen im Programm: Holz mit Glaseigenschaften, hochgenaue Geobilder, Sonden aus dem 3D-Drucker, grüne Chips für den Mobilfunk sowie eine Möglichkeit, Videospiele ohne Programmierkenntnisse zu entwickeln.

Alethia-Wood lässt Holz und Glas verschmelzen

Das Jungunternehmen Alethia Wood schafft es dank einem speziellen Plasmaverfahren, Holz mit Glas zu verbinden. Damit werden die schützenden Eigenschaften von Glas auf den nachwachsenden Rohstoff Holz übertragen. Da unter normalen Umständen Holz bei der Beschichtung mit heißen Glas sofort Feuer fangen würde, wird mithilfe von Plasma eine schützende Schicht erzeugt. Anschließend kommt flüssiges Glas in kleinsten Tröpfchen darauf. Diese sind so fein, dass man sie auf dem Holz weder sehen noch spüren kann.

Gegenüber klassischen erdölbasierten Beschichtungen ist die Lösung von Alethia-Wood umweltfreundlich, gesundheitlich unbedenklich und gleichzeitig kostengünstig.

TerraLoupe verarbeitet Geobilddaten

TerraLoupe beschäftigt sich mit der Verarbeitung von großen Mengen hochgenauer Geobilddaten. Selbst Objekte, wie zum Beispiel Hausdächer oder Bordsteine werden klassifiziert, präzise vermessen und in ein virtuelles 3D-Modell inklusive einem exakten Höhenmodell eingebaut. Die Software bildet damit die Grundlage für Anwendungen wie das autonome Fahren oder bei der Katastrophenhilfe. So könnte man beispielsweise nach einem Erdbeben analysieren, welche Wege noch frei sind und diese Daten an Einsatzkräfte vor Ort weiterleiten. Zu den Kunden gehören aktuell Versicherungen, die mit der Software von TerraLoupe mit Informationen aus von Schaden betroffenen Landstrichen versorgt werden können.

terraloupe
Derartige Luftbilder dienen als Grundlage für die Berechnung der 3D-Modelle (Foto: terraloupe.de)

Vectoflow druckt Sonden für den Windkanal

Die Gründung aus der Technischen Universität München von Vectoflow stellt Mehrloch-Staudrucksonden im 3D-Druckverfahren her. Genutzt werden diese zum Beispiel im Windkanal von Autoherstellern oder in der Luft- und Raumfahrttechnik.

Durch das 3D-Druckverfahren wird eine einteilige Fertigung der Sonden ermöglicht, wodurch diese robuster und pflegeleichter werden. Außerdem ermöglicht es eine flexible Gestaltung der Form, wodurch die Sonden passgenau für den jeweiligen Einsatzort konstruiert werden können. Damit sind auch besonders kleine Sonden mit wenigen Millimeter Durchmesser möglich. Eine eigene Software ermöglicht die Auswertung der Strömungsdaten.

Windkanal mit Sonden von Vectoflow (Bild: vectoflow.com)
Windkanal mit Sonden von Vectoflow (Bild: vectoflow.com)

Gamebook Technology: eigene Games ohne Programmierwissen

Ein Spiel entwickeln, ohne eine einzige Zeile Programmcode zu schreiben? Mit der Gamebook Technologie der Experimental Game GmbH soll das möglich sein. Das Start-up wurde 2010 unter anderem von Professor Thomas Langhanki, Dozent an der Mediadesign Hochschule in Berlin, gegründet und beschäftigt sich mit der Konzeption und Umsetzung einer kompletten Produktionsumgebung für episodische interaktive Formate.

Wer mit der Gamebook Technologie ein Spiel entwickelt, schreibt wie der Autor eines Drehbuchs ein Skript, in dem die Handlung und die Charaktere beschrieben werden. Das Drehbuch wird von der Software interpretiert und wie von einem virtuellen Regisseur in Szene gesetzt. Das heißt, die eigentliche Programmierung des Spielecodes läuft im Hintergrund. Man kann sich also auf den kreativen Part der Spieleentwicklung konzentrieren.

Genius & Evil heißt das erste Spiel, das mit Hilfe der Gamebook Technology entstehen soll (Bild: Experimental Games GmbH)
Genius & Evil heißt das erste Spiel, das mit Hilfe der Gamebook Technology entstehen soll (Bild: Experimental Games)

Das erste Computerspiel, das mithilfe der Gamebook Technologie entstehen soll, wird von Experimental Game selbst produziert und handelt von einem zehnjährigen Jungen, der davon träumt, ein Superschurke zu werden. Die interaktive Sitcom soll Mitte 2016 erscheinen.

Innsystec: Chip für grüne Mobilfunktechnik

Nicht nur Handys sind ein Stromfresser. Noch höher ist der Energiebedarf der Mobilfunksendeanlagen im Hintergrund. Durch die stetig steigende Nutzung von Smartphones nimmt die Datennutzung und damit auch der Energieverbrauch rasant zu. Innsystec ist eine Hochschulausgründung der RHTW Aachen und entwickelt einen Chip für das Senden und Empfangen von Mobilfunkdaten.

Die Signalverarbeitung und Leistungsverstärkung werden so geschickt miteinander kombiniert, dass der Energieverbrauch signifikant sinkt. Das Start-up Innsystec spricht von einer Energieeinsparung von rund 15 %. Das schont die Umwelt und spart sowohl Betreibern als auch den Nutzern Kosten.

Innsystec sorgt für eine energieeffiziente Mobilfunkzukunft (Bild: Innsystec.com)
InnSystec sorgt für eine energieeffiziente Mobilfunkzukunft (Bild: Innsystec.com)
  • Wenn Sie selbst noch auf der Suche nach einer Geschäftsidee sind oder wissen möchten, ob Ihre Geschäftsidee ebenfalls das Zeug dazu hat, Preise abzuräumen, sollten Sie einen Blick in unsere Sonderausgabe Gründerwettbewerbe in Deutschland werfen. Darin finden Sie weitere spannende Geschäftsideen und einen Leitfaden zur erfolgreichen Bewerbung bei einem Wettbewerb.