Blick in die Zukunft: sechs Geschäftsideen von der CeBIT 2016



Vom 14. bis 18. März zog es Technologiebegeisterte wieder nach Hannover zur CeBIT. Unter dem Motto „Digitale Zukunft schon heute erleben“ zeigten junge Start-ups und etablierte Unternehmen ihre innovativen Produkte und Dienstleistungen. Wir haben einen Blick speziell auf die digitalen Innovationen der Gründerwelt geworfen und zeigen, was wir dort entdeckt haben.

Bis 2015 war für einige Jahre die Halle 16 der CeBIT die Hauptanlaufstelle für die Start-up-Szene. Hier ließen sich stets die Macher von CODE_n für eine Woche nieder, um 50 Start-ups aus Europa vorzustellen, die es in die Finalrunde des Gründerwettbewerbs geschafft haben. Ziel war es, die maximale Aufmerksamkeit zu erlangen und die Start-ups ins Blickfeld von Journalisten, Konzernvertretern, Politikern und Meinungsmachern zu rücken – mit Erfolg. Doch damit war in diesem Jahr Schluss. Die Ausrichtung von CODE_n soll abseits der CeBIT eine neue sein. Von einem eigenen Start-up-Festival ist die Rede.

Aber was hatte die CeBIT den Start-ups nun zu bieten? Bereits 2015 startete die CeBIT in einer anderen Halle, nämlich Nummer elf, eine weitere Plattform für Gründer und Start-ups. Mit Scale11 fiel im Vorjahr also schon der Startschuss für etwas, das in diesem Jahr dann richtig groß rauskommen sollte: eine neue Bühne für Start-ups, die sich vor den Medien, der Politik, Investoren und Gründungsinteressierten präsentieren können.

Scale11 auf der CeBIT 2016
In Halle 11 der CeBIT 2016 konzentrierte man sich mit Scale11 auf junge, innovative Unternehmen

Insgesamt 350 Unternehmen haben sich in Halle 11, dem Schauplatz von Scale11 präsentiert. Darunter auch uns bekannte Akteure wie Sonnenrepublik, Cloud&Heat oder e-bility. Sechs der Unternehmen, alle natürlich Start-ups, stellen wir vor.

Box at Work: aus den Augen, nicht aus dem Sinn

Wer ein Hobby hat, weiß, wie schnell man Dinge anhäufen kann. Die Gründer von Box at Work nehmen Zug-Sammler, Fotografen und Buchliebhaber als klassische Beispiele für Menschen mit schnell aufkommender Platznot. Wohin mit den Sachen, die nicht entsorgt werden sollen, aber in den eigenen vier Wänden einfach nur noch im Weg herumstehen? Die Antwort heißt: Lagerraum mieten, vielmehr noch, Lagerboxen in einem Lagerraum mieten.

Und so einfach geht’s: Mindestens zwei Boxen für 4 Euro je Box pro Monat mieten und liefern lassen. Nachdem man sie gefüllt hat, werden sie wieder abgeholt, verschlossen und eingelagert. Braucht man den Inhalt zurück, kann man ihn per App gegen eine Gebühr innerhalb von 24 Stunden nach Hause liefern lassen.

Besonders praktisch dürften Menschen das Angebot von Box at Work finden, die zum Beispiel ein Zimmer in einer WG untervermieten wollen und einige Gegenstände für die Zeit ihrer Abwesenheit einlagern wollen.

fileee: Ordnungsliebe für Ordnungsfaule

Worin einige wenige Ordnungsfanatiker aufgehen, ist für die meisten Menschen eine lästige Aufgabe: Dokumente sortieren und abheften. Dennoch führt kaum ein Weg daran vorbei, sich seiner Papierflut zu stellen. Um das Ganze etwas einfacher zu machen und sicherlich auch mit etwas Spieltrieb zu verbinden, haben die Gründer von fileee eine Box in der Größe eines Schuhkartons entwickelt, in der die Dokumente – ganz gleich von welchem Versicherer, Amt oder Anbieter – vermeintlich wild aufeinander gestapelt werden, ohne das die Ordnung verloren geht.

Und so funktioniert’s: Neues Dokument scannen, zum Beispiel mit der optional nutzbaren Handyscan-Halterung, digital speichern, über die App mit Tags versehen und schließlich ablegen. Braucht man zu einem späteres Zeitpunkt das Dokument wieder, sieht man in der App nach, auf welcher Höhe im Boxstapel sich das Blatt befindet, zieht es heraus und kann es später einfach wieder oben drauf werfen.

Das Produkt befindet sich noch in den Startlöchern. Wenn 2.000 Vorbestellungen zusammengekommen sind, geht die Box in Produktion.

HierBeiDir: was die können, können wir auch

Da der Onlinehandel den Einzelhandel an vielen Stellen bereits überholt und hinter sich gelassen hat, müssen Einzelhändler Strategien entwickeln, um sich den E-Commerce zunutze zu machen. Ein Teilumzug ins Internet ist notwendig, aber für viele alteingesessene Einzelhändler nicht die leichteste Aufgabe.

Dabei behilflich sein kann die Onlineplattform HierBeiDir. Hierbei handelt es sich um ein Portal, das Einzelhändlern einen lokalen Online-Marktplatz bietet. Neben einer monatlichen Grundgebühr zahlen Ladeninhaber einen gewissen Prozentsatz pro Onlineverkauf an die Plattformbetreiber. Im Gegenzug bekommen Sie Reichweite des Onlinehandels.

HierBeiDir
HierBeiDir unterstützt lokale Einzelhändler beim Verkauf über das Internet

pijaca.io: einen Onlineshop zum Mitnehmen, bitte

Einige unter uns sind sehr kreativ und können schöne Dinge mit ihren Händen erschaffen: Töpferkunst, handgemachter Schmuck oder sogar individuelle Möbelstücke entstehen aus der Schaffenskraft mancher Menschen. Doch leider wird nicht jeder bekannt für seine kreativen Einzelstücke, weil einige von ihnen nicht wissen, wie sie ihre Produkte an den Mann oder die Frau bringen. Klar, man könnte Märkte besuchen, aber das kostet viel Zeit und Kraft.

Für jeden, der mehr verkaufen möchte, aber nicht weiß, wie man einen Onlineshop aufbaut und die Logistik meistert, gibt es das Full-Service-Angebot von pijaca.io. Von der Software über den Kundenservice bis hin zur Lagerung, der Verpackung und dem Versand ist alles mit drin. Sogar das Retourenmanagement und die Buchhaltung sind Teile des Angebots.

Sminno: Fahrrad-Soundsystem

Mit Cesa Cruise wird Fahrradfahrern ein Armaturenbrett fürs Rad geboten. Eine (für Modelle von 3 bis 6,4 Zoll kompatible) Smartphone-Halterung und ein Lautsprecher machen das Endgerät zu einer multifunktionalen Unterstützung im Fahrradverkehr.

Ausgestattet mit den Cesa-Produkten können Radfahrer ihren Weg beleuchten, über die Freisprecheinrichtung telefonieren, Musik hören und sich den Weg navigieren lassen. Vereint wird alles in der hauseigenen App von Sminno. Gefertigt werden die Produkte ausschließlich in Deutschland.

Vimcar: digitales Fahrtenbuch

Auto aufschließen, setzen, Handschubfach öffnen, Fahrtenbuch herausholen, blättern und schreiben. Mit diesem Szenario beginnt jede Fahrt, wenn man ein Fahrtenbuch führen muss. Ist die Fahrt vorbei, wiederholt sich beschriebene Szenario in umgekehrter Reihenfolge. Damit verbringt man also viel Zeit – zu viel Zeit. Leichter und schneller geht es mit der digitalen Variante von Vimcar.

Und so funktioniert’s: Fahrtenbuchstecker von Vimcar in die OBD-Buchse des Fahrzeuges stecken, mit der App fürs Smartphone verbinden und alle Fahrten digital dokumentieren. Was üblicherweise mehrere Minuten dauert, kann so laut eigener Angabe in 46 Sekunden bewerkstelligt werden. Final kann man seine Daten vom System exportieren und zu einem PDF bündeln lassen.

Weitere zehn Start-ups, die ihre digitalen Geschäftsideen auf der CeBIT 2016 präsentierten, sind:

  • footbot: Handliches Gerät zur Verbesserung der Luftqualität
  • shareDnC: Vermittlung von freien Büroflächen
  • Iltis & Wiesel bieten mit dem re:frame Smart Displays in Bilderrahmen
  • Tagibear: Social Media-Management für Events
  • Mila: Vermittlung von technischem Support in der Nähe
  • dihva: Einheitliche Smart Home-Lösung für alle Geräte
  • Open as App: Cloud-Lösung zur Erstellung eigener Apps
  • AVClipTracker: Anwendungen zur Vereinfachung von Videoproduktionen
  • greenergetic: Solar-Anlagen online planen und bestellen
  • quasoo: Plattform zur Erstellung von Marktplätzen

Bildergalerie zur scale11 auf der CeBIT 2016

Weitere Geschäftsideen aus den verschiedensten Bereichen finden Sie auf unserem Portal Für-Gründer.de.