Wer ist dieser Coworking und warum hat er so viel Space?



Allein im eigenen Büro arbeiten bei überzogenen Mietpreisen? Das war gestern! Das Konzept des Coworkings setzt sich auch in Deutschland immer mehr durch. Wir verraten Ihnen, was einen Coworking Space ausmacht und stellen einige Coworking Spaces in der Bundesrepublik vor.  

Beim Coworking teilen sich verschiedene Gründer und Freiberufler ein Büro in einem Gemeinschaftsgebäude. Dies hat die Vorteile, dass man dem Homeoffice entfliehen, die im Coworking Space vorhandene Infrastruktur nutzen und neue Kontakte knüpfen kann.

Vor allem so elementare Dinge, wie Drucker, Scanner, Telefon, Internetanschluss und Einrichtungsgegenstände sind bereits vorhanden und bewahren Gründer zunächst vor hohen Anschaffungskosten. Neben kostengünstigen und flexiblen Arten der Anmietung, die häufig in Tages- bzw. Monatsraten für einen Arbeitsplatz eingeteilt sind, werden Gründer vor allem durch die Anwesenheit Gleichgesinnter angelockt. Eine ähnliche Alternative bieten übrigens auch Gründerzentren.

Einige Coworking Spaces bieten zudem noch weitere Services an. Neben den Arbeitsplätzen selbst können beispielsweise Meeting- und Konferenzräume mitsamt Beamer und Getränkeservice gemietet werden. Ein Lounge oder Barbereich, der zum Kaffee oder Brunch mit Kollegen oder Externen einlädt, befindet sich meist auch in den Räumen des Coworking Spaces. Einige Anbietet bieten zusätzlich oder im Paket auch Services zur Einrichtung von Geschäftsadressen, Postfächern und Hotlineservices bzw. Sekretärdienste an. Eine Kaffeeflatrate erfreut sich ebenfalls an zunehmender Beliebtheit.

Coworking in Deutschland: ein Trend hat sich etabliert

Natürlich ist Coworking nicht für jeden das Richtige. Menschen, die mehr Ruhe zum Arbeiten benötigen und weniger Kommunikation am Arbeitsplatz wollen, werden beim Coworking wahrscheinlich nicht glücklich. Auch gibt es nicht in jeder Stadt Coworking Spaces und der Platz in den vorhandenen Coworking Spaces ist oft begrenzt. Bei dringend anstehenden Meetings kann ein ausgebuchter Konferenzraum ebenfalls zum Problem werden. Und natürlich entstehen beim Coworking ebenfalls Kosten.

Aber die wachsende Zahl der Coworking Spaces spricht für sich. Bereits rund 230 Anbieter gibt es mittlerweile allein in Deutschland, Tendenz steigend. Wichtiger Faktor für den Erfolg dieser neuen Büros sind Synergieeffekte, die durch die Anwesenheit Gleichgesinnter geschaffen werden. Das ist besonders für junge Gründer in der Anfangsphase der Gründung hilfreich. Durch Gespräche mit anderen Gründern können diese Know-how sammeln und von anderen aus der Branche lernen.

Im Folgenden stellen wir Ihnen von Nord nach Süd einige Coworking Spaces der Bundesrepublik vor.

Berlin: Networking in der Hauptstadt

Die mobilesuite ist aus der Berliner Coworking Space-Landschaft gar nicht mehr wegzudenken. Die Räumlichkeiten liegen mitten in Prenzlauer Berg. Der schicke Look des Büros gibt dem Coworking Space einen ganz besonderen Charme. Neben der sehr flexiblen Möglichkeit der Arbeitsplatzanmietung und Nutzung der Konferenzräume richtet die mobilesuite auch Geschäftsadressen oder gar „Virtual Offices“ inklusive Telefonservice an. Die Buchung dieser Services kann auch unabhängig von der Buchung eines Arbeitsplatzes erfolgen.

In der mobile suite in Berlin Prenzlauer Berg treffen motivierte Gründer auf Gleichgesinnte und treiben ihre Ideen zielstrebig voran.(Quelle: work-like-you-want.com)
In der mobilesuite in Berlin (Foto: mobilesuite)

Als bekannter Hotspot in der Berliner Innenstadt beherbergt mobilesuite auch häufig Events, wie Pitches oder Netzwerkevents, für die lokale Gründerszene. Die Preise variieren je nach Leistung von 29 bis 199 Euro monatlich für die Coworking-Angebote. Separat ist auch der Telefonservice ab 9,99 Euro monatlich nutzbar. Hinweis der Redaktion: mobilesuite ist seit 2017 Office Club.

Hamburg: Gemeinsam kreieren

Der Hamburger Coworking Space-Anbieter Shhared bringt zusammen, was zusammen gehört. Montag bis Freitag versammeln sich von 8 bis 18 Uhr Gründer in den Büros von Shhared. Die Gründer Hamburgs können in den Räumlichkeiten im Bezirk Altona Arbeitsplätze für einen halben oder ganzen Tag, einige Wochen oder Monate einmieten. Aber auch im 6er oder 12er-Pack ist die Buchung möglich. Die flexible Preisgestaltung richtet sich ganz nach den Bedürfnissen der Gründer.

Neben der Arbeitsplatznutzung bietet Shhared auch Telefon-, Post- und Druckservices an. Neben dem Alltagsgeschäft gibt es zusätzlich noch verschiedene Events und Workshops, welche die Betreiber von Shhared veranstalten. Weitere Informationen gibt es auf der Website.

Frankfurt am Main: Coworking in der Zentrale

Die Zentrale bietet motivierten Selbstständigen die Möglichkeit, in Frankfurt am Main zwischen Kreativen, Freigeistern und Unternehmern zu arbeiten. Als „Café-Atmosphäre gepaart mit der Ruhe eines Arbeitsraums“ beschreibt der Coworking Space die Stimmung in seinen Räumlichkeiten. Neben der notwendigen Infrastruktur und verschiedenen Konferenz- und Meetingräumen bietet die Zentrale auch eine Bibliothek sowie Zeitschriftenabos relevanter Publikationen an.

Regelmäßig finden in der Zentrale Events und Workshops statt, die Gründern ermöglichen, ihr Wissen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. In den Pausen zwischen Vorträgen oder beim Kaffee am Automaten seinen schon einige erfolgreiche Ideen geboren worden. Die verschiedenen Tarife variieren von 30 Euro am Tag bis 300 Euro im Monat. Wer mehr erfahren möchte, schaut auf der Website vorbei.

Köln: Auf die Plätze, fertig, Start!

Egal ob im Team oder allein, der Inkubator STARTPLATZ ist auch Coworking Space und bietet neben seinen Büroräumen auch Konferenz- und Meetingräume. Als Sammelort für Start-ups finden bei STARTPLATZ regelmäßig Workshops, Vorträge und themenspezifische Events statt. In der Metropolregion Köln finden hier tagtäglich Gründer Platz, um ihre Ideen voranzutreiben. Außerdem ist auch in Düsseldorf ein STARTPLATZ mit den gleichen Services zu finden.

Da der bereits etablierte Inkubator viele Branchengrößen unterstützt hat, können Nutzer des Angebots auf das umfassende Fachwissen und Know-how des Teams bauen. Im Basistarif geht es bei 20 Euro monatlich los und geht bis zum mietbaren Teambüro. Sehen Sie selbst, was den Inkubator ausmacht.

Stuttgart: Gemeinsam arbeiten im Schwabenländle

Auch in Stuttgart ist Coworking im Trend. Zahlreiche Anbieter ermöglichen es den Selbstständigen, sich auszutauschen und miteinander zu verbinden. ProfiTABLE vergibt Arbeitsplätze an Kreative, Freiberufler und Gründer im Herzen Stuttgarts. Dieser Coworking Space unterscheidet sich dabei von denen anderer Städte.

Hier werden die Arbeitsplätze, im Gegensatz zum üblicherweise in den Vordergrund gestelltem Ansatz der Flexibilität, an Coworker mit dem Interesse an einem festen Arbeitsplatz vergeben. Auf diesem Wege sollen gemeinschaftliche Projekte besser entstehen können und Teamgeist gefördert werden. Die Preise sind entsprechend höher und werden für gewöhnlich im Team übernommen. Mit einer Pauschale ab 370 Euro bietet der Coworking Space eine ganze Reihe von Services für Selbständige an. Mehr Informationen finden Sie auf der Website des Anbieters.