23,8 Mio. Euro für Hochschulgründer aus dem Programm EXIST-Gründerstipendium



Hochschulgründungen nehmen Fahrt auf: 2015 hat das Förderprogramm EXIST-Gründerstipendium 23,8 Mio. Euro an 199 Gründungsprojekte vergeben. In den Vorjahren war die Zahl der Anträge bzw. Bewilligungen noch deutlich niedriger. Wir werfen einen genaueren Blick auf die geförderten Hochschulgründer.



364 Förderanträge für das EXIST-Gründerstipendium gingen im vergangenen Jahr im EXIST-Büro ein: 199 der Start-ups erfüllten alle Kriterien und werden seither unterstützt. Die Hochschulgründer überzeugten, wie in den Vorjahren, meist mit Ideen aus den Bereichen Software und Internet. Aber auch Medizintechnik, Kommunikation und Dienstleistungen stehen ganz oben auf der Liste der geförderten Geschäftsfelder.

Diese Hochschulgründer haben es geschafft

Wissenschaft, Medizin, Hightech – klingt abstrakt? Wer denkt, dass die Chancen auf ein Gründerstipendium steigen, je komplexer die Idee ist, der täuscht sich. Im Fokus der EXIST-Förderung stehen zwar technologieorientierte und innovative Ideen, diese können aber auch ganz alltäglich sein. Entscheidend hierfür sind jedoch der Grad der Alleinstellung und die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Gesamtkonzeptes.

Erfolgreich gefördert wurde 2015 beispielsweise Vazoo, eine Ausgründung der Universität Bremen. Die Gründer haben Deutschlands ersten Preisvergleich speziell für Düfte und Kosmetik ins Leben gerufen. CampusRitter aus Hamburg überzeugten mit einer Fachbuchvermietung, die lange Wartezeiten, wie sie in der Fernleihe vorkommen, vermeidet. Das Start-up Betterspace aus Kassel bietet eine auf Hotel- und Büroräume zugeschnittene App an, die dabei hilft, bis zu 30% Energie einzusparen.

Im vergangenen Jahr haben wir die drei EXIST-geförderten Start-ups PerformaNat, ReMoD und Tandemploy besucht. Im Video können Sie deren Ideen kennenlernen und erfahren, wie die Gründerinnen von EXIST profitiert haben.

In diesem Beitrag stellen wir Buddy-Watcher, hüma und Invenox vor. Die drei Start-ups haben mit der Hilfe von EXIST drei echte Offline-Innovationen geschaffen.

So viel gibt’s beim EXIST-Gründerstipendium

Die Teammitglieder all dieser Start-ups haben für die Dauer von einem Jahr einen Zuschuss für ihre Lebenshaltungskosten sowie intensive Coachingmaßnahmen und Zugaben für Sachausgaben erhalten.

Seit der Aufstockung des Programms Ende 2014 erhalten EXIST-Gründerstipendiaten als

  • Studierende 1.000 Euro pro Monat,
  • technische Mitarbeiter 2.000 Euro monatlich
  • Absolventen mit Hochschulabschluss 2.500 Euro im Monat
  • und promovierte Gründer monatlich 3.000 Euro.

Zusätzlich werden bei einem Team ab zwei Personen Kosten für Sachausgaben und Coachings von 35.000 Euro gefördert.

Große Teams, wenige Gründerinnen

Männer sind, wie allgemein beim Thema Existenzgründung, auch bei EXIST gründungsfreudiger. 82% der geförderten Personen im Jahr 2015 waren männlich. Lediglich 18% waren Gründerinnen. Blickt man auf die Gesamtzahlen, die seit 2007 erhoben wurden, so sind die Werte aus dem vergangenen Jahr aber verhältnismäßig erfreulich. Denn in der Gesamtbetrachtung liegt der Anteil der Gründerinnen vier Prozentpunkte niedriger, also bei 14%.

Gründen im Team ist bei EXIST beliebt: 86% der geförderten Start-ups zählen drei Teammitglieder – das ist auch die höchstmögliche Anzahl an Personen, die im Rahmen eines Stipendiums pro Gründungsvorhaben gefördert werden können. 9% der Teams agieren als Duo. Nur 5% wagten den Schritt in die Selbstständigkeit allein.

Aachen vor Berlin

Während in der Liste der Gesamtförderungen seit 2007 die Technische Universität (TU) München (129 Anträge, 87 Bewilligungen) gefolgt von der Freien Universität Berlin (107 Anträge, 72 Bewilligungen) und der TU Berlin (99 Anträge, 77 Bewilligungen) die Rangliste anführt, tauchte 2015 eine weitere Hochschule ganz vorn im Ranking auf. Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen belegt mit 20 Anträgen und 12 Bewilligungen im vergangenen Jahr gemeinsam mit der TU München Platz 1. Die erfolgreichste Universität im Hinblick auf die Bewilligungsquote ist die Technische Universität Berlin, dicht gefolgt vom Karlsruher Institut für Technologie und der Humboldt-Universität zu Berlin.

Alle Kernfakten zum EXIST-Gründerstipendium 2015 haben wir in der nachfolgenden Infografik zusammengefasst.

Infografik EXIST 2015
Das war das EXIST-Gründerstipendium für Hochschulgründer im Jahr 2015. (Quelle: EXIST, Grafik: Für-Gründer.de)

Auch 2016 haben Hochschulgründer wieder die Möglichkeit, das EXIST-Gründerstipendium zu beantragen. Für weitere Informationen lesen Sie hier den Schnellcheck 10 Fragen zum EXIST-Gründerstipendium oder informieren Sie sich direkt bei EXIST über die Voraussetzungen, den Ablauf und den Antrag.