Gewinne steigern: Hochpreisstrategien für Online-Händler



Im Wettbewerb mit anderen Onlineshops um den günstigsten – und damit auch den attraktivsten – Preis für Kunden fallen auch die Gewinnmargen. Dabei ist auch ein taktischer Zug denkbar, der die Konkurrenz aussticht, und zwar ein Richtungswechsel. Nach oben mit den Preisen lautet das Motto. Denken Sie nur mal an Amorelie oder Apple. Die beiden Anbieter sind auch nicht durch günstige Preise bekannt geworden. Wie Online-Händler funktionierende Hochpreisstrategien austüfteln, ist Thema der aktuellen Internethandel-Titelstory.

Gerne wären wir konsequent vernünftig, wenn es darum geht, das Preis-Leistungs-Verhältnis eines Produkts zu bewerten. Hat die Herstellung nur wenig gekostet, sollten wir nicht sehr viel mehr dafür im Verkauf bezahlen müssen. Und doch neigen wir dazu, für den Markennamen mit zu bezahlen. Ein populärer Vertreter dafür ist das iPhone von Apple. Ein Gerät der neuesten Version kostet ab 630 Euro. Seit Einführung des iPhones hat Apple bereits über 750 Mio. dieser Smartphones verkauft, dabei kann man ein ähnliches Gerät für unter 100 Euro von einem unbekannten Hersteller bekommen.

Ein anderes Beispiel liefert die Suche nach Haushaltsgeräten. Ob Spülmaschine, Waschmaschine oder Staubsauger, die Produktrecherche beginnt zuerst bei den großen Herstellern Miele, Siemens oder Bosch. Da damit schon unsere Eltern und Großeltern ihren Haushalt bestritten haben, sind wir uns sicher, dass Qualität seinen Preis haben muss. Also sind auch wir bereit, mehr auszugeben, wenn es sich um gute Qualität handelt. Und da liegt der Trick der Hochpreisstrategie: Zu sehen, dass etwas teuer ist, erweckt den Eindruck, dass es von sehr guter Qualität sein muss.

Mobile Commerce
Das aktuelle Titelthema des Internethandel Magazins handelt davon, die Preise im Onlineshop richtig zu erhöhen (Foto: William Iven via Unsplash)

Sollten Sie bereits einen Onlinehandel führen, ist es nicht unbedingt ratsam, gleich alle Produkte mit hohen Preisen zu versehen. Stattdessen bietet es sich an, einzelne Produkte nach und nach anzuheben. Aber wenn Sie gerade erst dabei sind, mit ihrem eigenen Onlineshop durchzustarten, sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht gleich mit hochpreisigen Produkten beginnen und sich im Wettbewerb über den Preisen der Konkurrenz etablieren.

Für alle, die jetzt mit dem Kopf schütteln, seien einige Praxisbeispiele aus der Start-up-Welt genannt, die sich mit der Hochpreisstrategie bewährt haben. Da gibt es beispielsweise die hochwertige Wäsche für Frauen mit großer Oberweite von SugarShape. Ein BH kostet ab 50 Euro, kann aber beim Design mitbestimmt werden.

SugarShape Onlineshop
Der Onlineshop SugarShape zeigt, wie man hochpreisige Produkte am Markt platziert (Screenshot: SugarShape)

Ein anderes Beispiel ist Amorelie, ein Onlineshop für Erotik-Lifestyle-Produkte. Auch hier zeigt sich eindrucksvoll, wie ein als schmuddeliges Geschäft geltendes Segment auf eine exklusive und hochpreisige Bühne gehoben werden kann. Ein völlig neuer Kundenkreis wurde hier plötzlich angesprochen, nämlich jener, der mit iPhones telefoniert und seine Wäsche in eine Miele-Waschmaschine wirft. Sich teure Produkte leisten zu können, gilt als ein erstrebenswerter Lebensstil, den man als Onlinehändler richtig nutzen sollte.

Shop-Betreiber erfahren in der aktuellen Ausgabe des Internethandel Magazins „Raus aus dem Preiskampf – mit drastischen Preiserhöhungen sofort in die Gewinnzone” wie sie gekonnt ihre Preise erhöhen, während Wettbewerber noch um den günstigsten Preis kämpfen.

Durchgeblättert: Das sind die Top-Themen im aktuellen Internethandel Magazin

Internethandel Magazin Durchgeblättert November 2015

Die weiteren Themen der Ausgabe sind zehn Erfolgsstrategien für das Social Media-Marketing, die Relevanz der Konkurrenzanalyse und hilfreiche Methoden, um Kaufabbrüche zu minimieren.

  • Außerdem im Heft: die Geschichte hinter Baby Stars: Mit „snu:mee” haben Joachim Hamann und Sven Martin ein Sleep & Sound-System für Babys entwickelt. Außerdem bieten sie Spieluhren, die bekannte Rock- und Popsongs spielen. Im Interview erzählen die Leipziger Gründer, wie ihre Gründungsphase ablief.

Zur Leseprobe der monatlich aktuellen Ausgabe: