Geschäftsideen, die unsere Welt ein wenig besser machen



13 Start-ups sind im Finale des ersten Next Economy Awards, Deutschlands Preis für grüne Gründer. Sie haben sich mit ihren Geschäftsideen aus 175 Bewerbern hervorgetan und treten Ende November in einem Live-Pitch gegeneinander an. Sie alle haben zwei Dinge gemeinsam: Geschäftsmodelle, die für soziale und ökologische Verbesserungen sorgen und die Chance auf Preise im Wert von 25.000 Euro. Wir stellen die nominierten Start-ups vor.

Mit 175 Bewerbern für die erste Ausschreibung des Next Economy Awards sind die Initiatoren sehr zufrieden. „Die hohe Wettbewerbsbeteiligung zeigt, dass wir mit dem Next Economy Award richtig liegen. Wir füllen eine Lücke bei Gründern, die auf Nachhaltigkeit setzen, und ergänzen den Deutschen Nachhaltigkeitspreis um ein spannendes neues Feld”, sagt Stefan Schulze-Hausmann, Initiator der beiden Preise. Die Preisverleihung des Next Economy Awards findet direkt nach dem Pitch im Rahmen des 8. Deutschen Nachhaltigkeitstages am 26. November 2015 in Düsseldorf statt.

Finalisten des Next Economy Awards in der Kategorie Food

  • Apisystems: Bienensauna, die Schädlinge durch Wärme bekämpft und Bienen schützt

Weltweit werden Bienenvölker von einer speziellen Milbenart, der Varroamilbe, befallen. Diese gilt als Hauptverursacher für das massenhafte Bienensterben. Mit Gift oder Säure gegen die Milbe zu kämpfen, schadet Bienen zusätzlich — ganz im Gegensatz zu Wärme. Die sogenannten Bienensaunas können Imker ohne großen Aufwand oder hohe Kosten einsetzen. Bienen schwitzen sich hier gesund, während wärmeempfindliche Milben vernichtet werden. Das Video zeigt, wie eine Bienensauna funktioniert.

  • FoodLoop: Onlineplattform zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen

Die Gründer von FoodLoop haben eine App entwickelt, mit der Supermärkte Rabattaktionen für Lebensmittel kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums planen und verkünden können. Damit soll aktiv der Lebensmittelverschwendung entgegengewirkt werden. Verbraucher können zugleich noch ein Schnäppchen machen.

TunaTech ist eine Ausgründung der Gründerhochschule Heinrich Heine Universität in Düsseldorf. Das Unternehmen hat Hormonimplantate entwickelt, die die Nachzucht von anspruchsvollen Fischspezies, wie dem atlantischen Blauflossenthunfisch, ermöglicht. Durch kontrollierte Thunfischzucht soll sich der wildlebende Bestand in den Meeren erholen und gleichzeitig der wachsende Bedarf gedeckt werden.

TunaTech
Auf dem japanischen Markt gilt der Blauflossenthunfisch als hochwertigste aller Thunfischarten und erzielt Höchstpreise von bis zu 1,3 Millionen Euro pro Tier. (Foto: TunaTech)

Finalisten des Next Economy Awards in der Kategorie „Renewables”

  • Aquakin: Anbieter von Kleinstwasserkraftwerken

Alles rund um Energiegewinnung durch Wasser: Das Produktportfolio von Aquakin reicht von der Kleinstturbine für die mobile Energiegewinnung in Bächen und Flüssen bis hin zur fischfreundlichen Wassermühle, die Strom für vierzig Haushalte produziert. Erst neulich hat Aquakin den Businessplan Wettbewerb Nordbayern gewonnen.

  • OneShore Energy: Umrüstung von Stromversorgungssystemen auf erneuerbare Energien

Durch eine Software von OneShore Energy wird eine standardisierte und validierte Planung und Betriebsführung von Solar-Diesel-Hybrid-Anlagen ermöglicht. Das schafft Transparenz für Kunden und Investoren. Finanzierungskosten können durch das niedrigere Investitionsrisiko reduziert werden und Kunden bis zu vierzig Prozent Diesel einsparen.

  • SINN Power: Kraftwerke, die aus Meereswellen Strom erzeugen

Das Wellenkraftwerk von SINN Power sorgt für günstigen, zuverlässigen und erneuerbaren Strom. Dieser wird aus Meereswellen erzeugt und eignet sich für küstennahe Siedlungen und Verbraucher auf entlegenen Inseln. Erste Auslieferungen gehen ab 2016 an Touristenresorts und Hotels. Aber auch Privatkunden und Gemeinden in Entwicklungsländern sind potenzielle Kunden.

SINN Wellenkraftwerk
Das Grundprinzip ist simpel: Durch die Auf- und Abbewegung der Wellen werden die einzelnen Schwimmkörper angehoben. (Foto: SINN Power)

Finalisten des Next Economy Awards in der Kategorie „Resources”

  • ancorro: neuartige Veredelungsverfahren für die Hochtemperaturindustrie
  • DexLeChem: umweltfreundliche Produktionsprozesse für die chemisch-pharmazeutische Industrie
  • Enit Energy IT Systems: Energiemanagement-Systeme für kleine und mittlere Unternehmen
  • Hydrogenious Technologies: innovative Anlagen zur Wasserstoffspeicherung

Finalisten des Next Economy Awards in der Kategorie „Digitality”

  • awamo: cloudbasierte Managementlösungen für Mikrokredite in Entwicklungs- und Schwellenländern

Durch eine biometrische Identifikation werden Mikrokredite in Entwicklungs- und Schwellenländern durch awamo erstmals für jedermann verfügbar. Der Prozess von der Identifikation der Kreditnehmer bis zur Rückzahlung sowie das Kredit- und Risikomanagement werden vollständig digitalisiert.

  • easierLife: Schutz für Senioren durch Haushaltsgegenstände
easierlife
easierLife ist eine App für Angehörige, die besorgt um ältere Familienmitglieder oder Bekannte sind. (Foto: easierlife)

Die App von easierLife informiert Angehörige und Betreuer über das Wohlbefinden älterer Menschen. Dabei wird auf vernetzte und einfach zu installierende Sensoren zurückgegriffen, die an vorgegebenen Orten im Haushalt der Person angebracht werden. Diese registrieren beispielsweise das Öffnen einer Tür und informieren Angehörige über Unregelmäßigkeiten.

Design for Circularity integriert ein QR-Tool in Kleidungsstücke und ermöglicht dadurch Transparenz, Vernetzung und Kommunikation zwischen Designern, Konsumenten sowie Recyclingfirmen.

Weitere Gründer- und Businessplanwettbewerbe

In Deutschland finden pro Jahr über 120 Gründer- und Businessplanwettbewerbe statt. Unsere Publikation, die Anfang 2015 erschienen ist, gibt einen Überblick über alle Ausschreibungen (zur Publikation). Auf unserem Portal Für-Gründer.de geben wir zahlreiche Bewerbungstipps für die Teilnahme an einem Gründerwettbewerb.