Zinsland: Sparschwein köpfen und in Immobilien investieren



Gerade haben Deutschlands Sparer so viel Geld auf ihren Konten wie nie zuvor. Gleichzeitig hat sich das ersparte Kapital allerdings auch noch nie so schlecht verzinst. Warum sollte man dem weiterhin tatenlos zusehen? Das haben sich wohl auch die Gründer von Zinsland, einer Crowdinvesting-Plattform für Immobilien, gedacht. Denn sie wollen den Anlegern von heute eine neue Möglichkeit bieten, ihr Geld zu investieren, anstatt es brachliegen zu lassen.

Für-Gründer.de: Hallo Herr von Stechow, was ist Zinsland und wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Carl-Friedrich von Stechow, Zinsland: Die Idee ist aus einer bestehenden Firma entstanden, die schon seit 2005 Immobilienfinanzierungen betreibt: die Civum GmbH, für die ich seit 2012 arbeite. Die Anlagegelder kamen bis zu dem Zeitpunkt immer nur von vermögenden Privatpersonen.

Wir wollten den Kreis der Anleger öffnen und vor allem den Anlageprozess einfacher und transparenter über das Internet gestalten. Pathetisch gesagt, wollen wir die Immobilienanlageklasse demokratisieren.

 Das Gründerteam: Moritz Eversmann, Carl-Friedrich v. Stechow, Stefan Wiskemann
Das Gründerteam: Moritz Eversmann, Carl-Friedrich v. Stechow und Stefan Wiskemann (Foto: Zinsland)

Für-Gründer.de: Für wen eignet sich denn ein Immobilien-Crowdinvestment?

Carl-Friedrich von Stechow, Zinsland: Es eignet sich für all diejenigen, die auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten sind. Die deutschen Sparer haben derzeit so viel Geld auf ihren Konten wie nie zuvor. Gleichzeitig hat sich das Ersparte allerdings auch noch nie so schlecht verzinst. Das ist doch geradezu absurd. Der Anleger sollte ein wenig Freude an solchen Investments haben. Viele unserer Anleger vertrauen einfach lieber auf sich selbst, als auf Vertrieb geschulte Bankberater.

Für-Gründer.de: Die Anlageklasse „Immobilie” scheint dem VC-Investing so langsam den Rang abzulaufen. Warum, glauben Sie, ist das so?

Carl-Friedrich von Stechow, Zinsland: Da kommt derzeit einiges zusammen: Die Immobilie ist das klassische Anlageprodukt und schon immer Liebling deutscher Sparer gewesen. Neu ist, dass mit den Vorteilen des Crowdinvesting der Zugang zu diesem Produkt für private Anleger über das Internet viel transparenter und schlanker angeboten werden kann, als es bisher möglich war.

Hinzu kommt der Trend, dass man sich heutzutage generell eher im Internet über Anlagen schlau macht, als zu einem Bankberater zu gehen. Außerdem ist der Immobilienmarkt in Deutschland aktuell in Zeiten niedriger Zinsen einfach unheimlich attraktiv.

Für-Gründer.de: Worauf sollten Anleger bei der Prüfung eines Investments achten?

Carl-Friedrich von Stechow, Zinsland:

  • Die Anleger sollten sich alle zur Verfügung gestellten Informationen gründlich durchlesen.
  • Bei seriösen Plattformen sind diese klar und verständlich aufbereitet.
  • Außerdem sollten die Betreiber transparent Frage und Antwort stehen bezüglich der zu finanzierenden Objekte.

Für-Gründer.de: Mit welchen Renditen kann man bei Zinsland rechnen, wann und wie erhält man sein Geld zurück?

Carl-Friedrich von Stechow, Zinsland: Derzeit bieten wir Renditen zwischen 5 % und 7 % pro Jahr an. Der Anleger erhält nach Ende der Laufzeit seine Investitionen samt Zinsen zurück. Der Zeitraum der Investition ist relativ kurz, sodass die Anleger in einem überschaubaren Zeitrahmen ihr Geld reinvestieren können.

Für-Gründer.de: Kommt eine vollständige Finanzierung durch die Crowd nicht zustande, übernehmen auf Zinsland professionelle Immobilien-Investoren den Restbetrag der Finanzierung. Welche Idee steckt dahinter?

Carl-Friedrich von Stechow, Zinsland: Wie bereits erwähnt, beschäftigen wir uns schon seit Langem mit der Finanzierung von Immobilienprojektentwicklungen. Projektentwickler brauchen zuverlässige Ansagen bei der Finanzierung ihrer Projekte. Daher steht jede Finanzierung fest, bevor wir diese online anbieten. Für den Anleger heißt das, dass sein Geld in jedem Fall angelegt wird, egal wie viel aus der Crowd investiert wird.

Für-Gründer.de: Wie funktioniert das Geschäftsmodell von Zinsland – sprich, wie verdienen Sie Ihr Geld?

Carl-Friedrich von Stechow, Zinsland: Der Projektentwickler zahlt uns eine Gebühr für die Vermittlung des Kapitals. Der Anleger hingegen zahlt keinen einzigen Euro an Gebühr.

Für-Gründer.de: Wie wirkt sich das bereits teilweise in Kraft getretene Kleinanlegerschutzgesetz auf Zinsland aus?

Carl-Friedrich von Stechow, Zinsland: Anleger müssen bestimmte Angaben über ihre Vermögensverhältnisse machen bzw. angeben. Das ist zum Schutz der Anleger gedacht. Außerdem gibt es Begrenzungen bei der Anlagesumme:

Wenn man über 10.000 Euro investieren möchte, muss man mit einer Firma investieren und kann nicht als Privatperson auftreten.

Für-Gründer.de: Wie sehen Ihre Ziele bzw. die nächsten Schritte für die kommenden zwölf Monate aus?

Carl-Friedrich von Stechow, Zinsland: Wir wollen mindestens vier weitere Projekte über die Plattform finanzieren. Ein derzeit attraktives Projekt befindet sich in Berlin.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Interview!

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