20 Inkubatoren und Acceleratoren, die Gründer kennen sollten



Wer als innovativer Gründer tatkräftige Unterstützung von Experten zur Seite haben möchte, sollte die Bewerbung bei einem Inkubator und Accelerator in Betracht ziehen. Die Zahl der Start-up-Brutkästen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Dabei haben sich deren Struktur und Angebot immer wieder verändert. Wir präsentieren daher heute die 20 wichtigsten Inkubatoren und Acceleratoren in Deutschland, die jedes Start-up kennen sollte.

Bei der Umsetzung der eigenen Geschäftsidee gibt es vieles zu beachten. Unerfahrene Gründer können trotz eines tollen Konzepts scheitern, da sie beispielsweise die Marktgegebenheiten falsch beurteilen oder der Zugang zu Lieferanten und Kooperationspartnern fehlt. Und dann ist da natürlich noch das liebe Geld, ohne das es als Gründer in den ersten Jahren mit niedrigen Umsätzen schwierig wird, zu überleben.

Inkubatoren und Acceleratoren unterstützen Start-ups in der Anfangsphase

Gründer, die mit einer innovativen Geschäftsidee noch ganz am Anfang stehen, können zu deren Finanzierung zwar auf einen Business Angel oder VC-Fonds zurückgreifen. Das eingebrachte Know-how und der Zugang zu einem nützlichen Netzwerk halten sich hier allerdings in Grenzen. Stattdessen empfiehlt es sich für Start-ups in der Anfangsphase, sich bei einem Inkubator oder einem Accelerator zu bewerben. Dabei handelt es sich um Organisationen, die Start-ups meist mit einer kleinen Kapitalspritze helfen, ihren Fokus bei der Unterstützung jedoch auf Coaching, Mentoring und der Bereitstellung einer Infrastruktur legen.

Nicht selten wird außerdem der Zugang zum Markt erleichtert und der Rückgriff auf ein breites Netzwerk an Experten ermöglicht.

Nachfolgend stellen wir die wichtigsten Acceleratoren und Inkubatoren in Deutschland vor, sodass man als Gründer schnell entscheiden kann, welcher der Anbieter am besten zur eigenen Idee passen könnte.

Inkubatoren und Accelerator
Die Teilnahme an einem Inkubator oder Accelerator bietet Start-ups weitaus mehr als nur Kapital

Accelerator-Programme für Start-ups in Deutschland

Bei einem Accelerator handelt es sich um eine Institution, die es einem Start-up ermöglicht, ein Accelerator-Programm zur „beschleunigten“ Umsetzung und der Verbesserung der eigenen Geschäftsidee zu durchlaufen. Innerhalb eines festgelegten Zeitraums zwischen häufig drei bis sechs Monaten werden die Start-ups intensiv von Experten bei der Ideenentwicklung und -umsetzung betreut. Häufig werden Büroräume und ein gewisses Grundkapital zur Verfügung gestellt. Für das Start-up ist solch ein Accelerator-Programm in der Regel kostenlos. Manchmal müssen jedoch kleine Anteile am Unternehmen an den Accelerator abgegeben werden. Meistens wird ein Accelerator von einem Konzern initiiert, um so die Nähe des Unternehmens zur Start-up-Szene zu ermöglichen.

Diese Accelerator-Programme in Deutschland sollte man als Start-up kennen:

  • Allianz Digital Accelerator
    Betreiber: Allianz
    Dauer: keine Angabe
    Konditionen: Ein marktübliches Gehalt wird bezahlt
    Fokus-Themen: Ideen mit Versicherungsbezug
    Angebot: Coaching, Mentoring, Büroräume, Kostenübernahme
  • Axel Springer Plug&Play Accelerator
    Betreiber: Axel Springer
    Dauer: 3 Monate
    Konditionen: 25.000 Euro für 5 % Unternehmensanteile
    Fokus-Themen: Innovationen, technologiebasierte und intelligente Geschäftsmodelle
    Angebot: Coaching, Workshops, Vorträge, Networking
  • Berlin Hardware Accelerator
    Betreiber: betahaus
    Dauer: 14 Tage
    Konditionen: kostenlos
    Fokus-Themen: Ideen mit Hardware-Fokus
    Angebot: Coaching, Networking, Büroräume
  • German Accelerator
    Betreiber: Bundesregierung
    Dauer: 3 bis 6 Monate
    Konditionen: kostenlos
    Fokus-Themen: Start-ups, die den Markteintritt in den USA planen
    Angebot: Büroräume, Coaching, Networking, Marketing, kleines Taschengeld
  • Microsoft Ventures Accelerator Berlin
    Betreiber: Microsoft
    Dauer: 4 Monate
    Konditionen: kostenlos
    Fokus-Themen: Software-Start-ups
    Angebot: Coaching, Zugang zu Software, Büroräume
  • ProSiebenSat.1 Accelerator
    Betreiber: ProSiebenSat.1
    Dauer: 3 Monate
    Konditionen: 25.000 Euro Investment und 500.000 Euro für TV-Werbung gegen eine variable Beteiligung
    Fokus-Themen: Medien, Unterhaltung, E-Commerce, Internet der Dinge, Gesundheit, FinTech und Smart Home sowie im B2B-Bereich Ad-Tech und Onlinevideo.
    Angebot: Büroräume, Coaching, Mentoring, Networking
  • SpinLab – The HHL Accelerator
    Betreiber: Leipzig Graduate School of Management
    Dauer: bis zu 6 Monate
    Konditionen: kostenlos
    Fokus-Themen: Keine Einschränkungen
    Angebot: Büroräume, Coaching, Mentoring, Networking
  • Startupbootcamp Berlin
    Betreiber: u.a. Deutsche Bahn, Airbus und Mercedes-Benz
    Dauer: 3 Monate
    Konditionen: 15.000 Euro für 8 % Unternehmensanteile
    Fokus-Themen: Intelligente Verkehrssysteme und Energie
    Angebot: Über 400.000 Euro an Partnerleistungen, Coaching, Mentoring, Networking, Büroräume
  • Wayra! München
    Betreiber: Telefónica
    Dauer: 6 bis 9 Monate
    Konditionen: 40.000 Euro für 7 bis 10 % Unternehmensanteile
    Fokus-Themen: Internet und neue Technologien
    Angebot: Networking, Mentoring, Coaching, Büroräume
  • YOU IS NOW Accelerator
    Betreiber: Scout24
    Dauer: 3 Monate
    Konditionen: 15.000 Euro, kostenlos
    Fokus-Themen: Digitale Geschäftsmodelle
    Angebot: Mentoring, Büroräume, Networking, Coaching

Diese Inkubatoren für Start-ups gibt es in Deutschland

Ein Inkubator ähnelt einem Accelerator in vielen Punkten, manchmal ist eine Unterscheidung gar nicht möglich. Inkubatoren sind meistens auf einen längeren Zeitraum ausgelegt und die Summe des investierten Kapitals fällt in der Regel höher aus.

Diese Inkubatoren sollten einem Gründer in Deutschland bekannt sein:

  • DvH Ventures
    Mit DvH Ventures bieten die Verlagshäuser der DvH Medien eine Mischung aus Inkubator und Venture Capitalist. Start-ups erhalten Kapital, Kontakt zum Netzwerk und Zugang zu einer großen Leserschaft.
  • Hanse Ventures
    Hanse Ventures ist eigentlich schon fast ein Company Builder, der eigene Ideen, aber auch Ideen der Gründer gemeinsam mit den eigenen umsetzt.
  • hub:raum
    Der von der Deutschen Telekom betriebene Accelerator und Inkubator hub:raum bietet Start-ups mit skalierbaren Geschäftsmodellen Unterstützung an.
    Dauer: 9 bis 12 Monate
    Konditionen: 100.000 bis 300.000 Euro für 10 bis 15 % Unternehmensanteile
  • Main incubator
    Der Inkubator der Commerzbank setzt auf FinTech-Unternehmen und unterstützt neben einem Investment mit Infrastruktur, Know-how und Kundenzugang.
    Dauer: 6 Monate oder länger
    Konditionen: individuell verhandelbar
  • Project A Ventures
    Project A Ventures geht immer mehr in Richtung Company Builder. Start-ups mit einer Geschäftsidee mit disruptivem Potenzial können sich dennoch für eine Finanzierung und tiefgreifende Unterstützung bewerben.

Company Builder stark im Kommen

In letzter Zeit haben viele Inkubatoren ihr Geschäftsmodell angepasst, indem sie ihren Fokus auf den Aufbau eigener Unternehmen gesetzt haben: Also mehr eigene Ideen umsetzten und mehr eigene Mitarbeiter in die entsprechenden Geschäftsführerpositionen entsenden. Man kann sich bei einigen dieser sogenannten Company Builder mit seiner Idee zwar immer noch bewerben, allerdings fällt die Entscheidungsfreiheit für die Gründer hier deutlich kleiner aus, da ein großer Teil der Unternehmensanteile abgegeben werden muss.

Das sind die wichtigsten Company Builder in Deutschland:

Für studentische Gründer empfiehlt sich einen Blick auf unsere Übersicht der Hochschul-Inkubatoren. Möchten Sie mit deutlich mehr Kapital richtig durchstarten, dann könnte ein Business Angel oder ein Venture Capital-Unternehmen der richtige Ansprechpartner sein. Nutzen Sie zur Investorenansprache ein Pitch Deck, das viele Kapitalgeber sogar dem Businessplan gegenüber bevorzugen.

Tags: