Franchise-Umsatz steigt bei sinkender Franchisenehmerzahl



Dass die Gründung via Franchising ein beliebtes und gleichzeitig lukratives Geschäftsmodell ist, zeigt die neueste Studie zur Franchisewirtschaft in Deutschland. Steigende Umsätze und das Wachstum der Anbieterzahl von Franchisesystemen lässt das Franchising trotz Rückgang bei den Franchisenehmern in einem guten Licht dastehen. Größter Wachstumstreiber ist der Bereich Fitness und Gesundheit. Die neuesten Kennzahlen im Überblick.

Auch wenn die deutsche Franchisewirtschaft im Jahr 2014 hauptsächlich wegen Streitigkeiten zwischen der Fast-Food-Kette Burger King und ihrem größten Franchisenehmer im Rampenlicht stand – dem Franchising in Deutschland geht es nach wie vor gut. Die Umsätze steigen deutlich, die Anzahl der Franchisegeber macht einen Sprung nach oben und die Beschäftigtenzahl in der Branche steigt weiter. Zu diesem Ergebnis kommen die neuesten Umfrageergebnisse des Deutschen Franchise-Verbands.

Franchise-Umsatz 2014 bei über 73 Milliarden Euro

Lagen die Wachstumsraten beim Franchise-Umsatz in den vergangenen zwei Jahren bei durchschnittlich etwa 2 %, konnte 2014 eine deutliche Umsatzsteigerung um rund 17 % erzielt werden. Damit liegt der Umsatz in der deutschen Franchisewirtschaft mittlerweile bei 73,4 Milliarden Euro pro Jahr. Auch die Zahl der Beschäftigten in der Branche weist ein leichtes Plus auf. Waren es 2013 noch 525.000 Beschäftigte, wurden 2014 bereits 541.040 Beschäftigte gezählt, was einem Anstieg um 3 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Auch der Zehn-Jahres-Vergleich beeindruckt: 2004 waren in der deutschen Franchisewirtschaft etwa 406.000 Mitarbeiter beschäftigt und der Umsatz betrug gerade einmal 28 Milliarden Euro.

Franchisewirtschaft 2014
Die deutsche Franchisewirtschaft auf einen Blick: Auch langfristig gesehen ist das Wachstum hoch
(Quelle: Deutscher Franchise-Verband)

Zahl der Franchisenehmer erstmals wieder rückläufig

Dass der Aufbau eines eigenen Franchisesystems ein lukratives Geschäft sein kann, beweist der Zuwachs bei den Franchisegebern im vergangenen Jahr: Mit insgesamt 1.075 Franchisesysteme stieg die Zahl 2014 um 8 % gegenüber zum Vorjahr. Die Jahre zuvor wurden Wachstumsraten von maximal 1 % erreicht.

Allerdings – und hier kommen wir zum größten Manko bei der Entwicklung der Franchisewirtschaft – zeigt sich gerade bei der Zahl der Franchisenehmer ein Abwärtstrend. Konnte man in den vergangenen zehn Jahren noch einen gleichmäßigen Anstieg mit jährlichen Wachstumsraten von 5 bis 10 % beobachten, sank die Zahl der Franchisenehmer 2014 um über 5 % auf 72.384 Franchisenehmer.

Ursache für den Rückgang sieht der Geschäftsführer des Deutschen Franchise-Verbands, Torben L. Brodersen, in der positiven wirtschaftlichen Entwicklung:

Einerseits wächst der Markt mit neuen, innovativen und attraktiven Franchisekonzepten und viele Franchisegeber konkurrieren untereinander immer stärker um die besten Franchisenehmer. Andererseits fehlt es immer mehr an Unternehmensgründern, da bei der aktuell stabilen Arbeitsmarktlage nur sehr schwer Personen zu finden sind, die ihre „sichere“ Festanstellung gegen eine Selbstständigkeit tauschen wollen.

Franchisenehmer in Deutschland
Die Zahl der Franchisenehmer in Deutschland sinkt seit zehn Jahren zum ersten Mal
(Quelle: Deutscher Franchise-Verband)

Dass trotz der sinkenden Franchisenehmerzahl so ein deutliches Umsatzwachstum erzielt werden konnte, erklärt Brodersen mit dem sogenannten Multi-Unit-Franchising. Viele Franchisesysteme würden nämlich wachsen, indem bestehende Franchisenehmer neue Betriebe eröffnen oder bestehende Standorte von vertraglich auslaufenden Franchisepartnerschaften übernehmen.

Entwicklung der Franchisewirtschaft nach Branchen

Der Deutsche Franchise-Verband betrachtet in seinen Umfrageergebnissen auch die Entwicklung einzelner Branchen innerhalb der Franchisewirtschaft und kam dabei zu folgender prozentualen Verteilung der Umsätze – in absteigender Reihenfolge: Dienstleistung (38 %), Handel (27 %), Hotel und Gastronomie (19 %), Fitness und Gesundheit (9 %) und Handwerk (7 %).

Franchisewirtschaft 2014 nach Branchen
Umsatzverteilung nach Branchen in der Franchisewirtschaft 2014 auf einen Blick (Quelle: Deutscher Franchise-Verband)

Die schwächste Branche in der Franchisewirtschaft findet sich also im Handwerk wieder. Auch gegenüber dem Vorjahr musste die Branche einbüßen: Waren es 2013 noch 11 % vom Gesamtmarkt, spielt das Handwerk heute eine deutlich geringere Rolle. Die Bereiche Handel sowie Hotel und Gastronomie sind gegenüber 2013 geringfügig gestiegen und fallen im deutschen Franchise-Markt weiterhin stark ins Gewicht.

Der Dienstleistungssektor dominiert mit mehr als einem Drittel deutlich den Franchise-Markt. Außerdem auf Wachstumskurs sind Franchisesysteme mit sozialer Ausrichtung. Diese Art des Franchisings legt seinen Fokus nicht auf das gewinnorientierte Handeln, sondern stellt den sozialen Nutzen in den Vordergrund. Ein Beispiel für solch ein Social Franchisesystem ist die wellcome gGmbH, die ehrenamtliche Helfer zur Entlastung junger Eltern vermittelt.

Entwicklung der Franchisewirtschaft nach Branchen
Der Bereich Gesundheit und Fitness spielt auch beim Franchising eine immer wichtigere Rolle
(Quelle: Deutscher Franchise-Verband)

Fitness und Gesundheit werden immer relevanter beim Franchise

Ein weiterer spannender Trend keimt im Bereich Fitness und Gesundheit auf, der mittlerweile 9 % des Franchise-Markts ausmacht. Der neue Kurs wird zum einen durch unsere alternde Gesellschaft begünstigt, da der Bedarf an Pflege- und Betreuungsangeboten weiter steigt. Gleichzeitig spielt eine gesunde Lebensweise für immer mehr Menschen eine große Rolle, und zwar über alle Altersgruppen hinweg.

Gesunde Ernährung und viel Sport stehen dabei im Vordergrund. Anbieter von Fitnessstudios oder Ernährungsberatung sind gefragt. Beispiele sind:

Wenn Sie selbst Franchisenehmer werden möchten, finden Sie weitere bekannte Franchise-Unternehmen – auch mit niedrigem Startkapital – in unserer Franchise-Übersicht. Weitere Franchiseangebote gibt es auch bei den Top 10 Franchisesystemen.

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