Geschäftsideen zum Fest der Geschenke: raise, jifiti, giftstarter



Im Schnitt geben Deutsche über 14 pro Jahr 400 Euro für Geschenke aus, davon alleine 275 Euro zu Weihnachten. Ein großer Teil davon landet jedoch wieder im Geschäft oder im schlimmsten Fall im Müll. Geschäftsideen aus Amerika wie giftstarter, jifiti und raise verändern die Art und Weise, wie wir das richtige Geschenk finden, gemeinsam größere Geschenke finanzieren und einfallslose Geschenkgutscheine wieder loswerden.

Nie wieder auf Geschenkgutscheinen sitzen bleiben: raise.com

Geschenkkarten sind laut einer Umfrage das beliebteste Weihnachtsgeschenk der Deutschen. Der Handelsverband Deutschland schätzt das Umsatzvolumen für diese Saison auf drei Milliarden Euro. Für die Einzelhändler ist das ein gutes Geschäft, denn je nach Schätzung werden zwischen 10 und 19 Prozent der Gutscheine niemals eingelöst und damit nahezu komplett als Gewinn verbucht. In den USA, wo Geschenkkarten besonders beliebt sind, sollen so von den Verbrauchern jährlich 20 Milliarden US Dollar verbrannt werden. Dazu kommen die ganzen Leute, die sich den Gutschein lieber auszahlen lassen und das Geld woanders ausgeben würden, wenn doch Gutscheine nicht vom Umtausch ausgeschlossen wären.

Kein Kaffeetrinker? Auf Raise.com macht man ungenutzte Geschenkkarten zu Geld (Bild: Raise.com)
Kein Kaffeetrinker? Auf Raise.com macht man ungenutzte Geschenkkarten zu Geld (Bild: Raise.com)

Gerade Letzteren kann raise.com helfen. Das Start-up aus Chicago hat einen peer to peer Marktplatz, vergleichbar mit eBay, für vergünstigte Geschenkgutscheine entwickelt. Wer seinen Gutschein nicht einlösen, sondern weiter verkaufen möchte, kann dies auf raise.com tun. Die Ersparnis für die Käufer liegt zwischen 5 und 40 Prozent. Die Höhe des Rabattes legt der Verkäufer beim Einstellen seines Angebots selber fest. raise.com erhält im Erfolgsfall eine Provision von 15 Prozent.

Mit ihrer App für mobile Endgeräte richtet sich Raise.com an spontane Schnäppchenjäger. Noch im Laden können die Nutzer nachschauen, ob es vergünstigte Geschenkkarten gibt und so bei ihrem Einkauf sparen. Raise.com experimentiert aktuell sogar mit einer automatischen Benachrichtigung beim Betreten des Geschäfts. Zu den aktuellen Geschäftszahlen schweigt sich das Unternehmen aus, verlautbarte jedoch, dass seine Kunden diese Weihnachten allein 10 Millionen US-Dollar sparen werden. Das Geschäft mit den ungewollten Geschenkgutscheinen scheint also zu brummen und so konnte Raise.com vergangenes Jahr auch 18 Millionen US-Dollar in einer Series A Finanzierungsrunde einsammeln.

Nie wieder das falsche Geschenk auswählen: Jifiti

Obwohl das Verschenken von Gutscheinen lieblos wirken kann, ist ihre Beliebtheit bei den Geschenkgebern ungebrochen groß. Jifiti hat nun einen sehr einmaligen Ansatz gewählt, die Flexibilität von Geschenkgutscheinen mit dem warmen Gefühl eines richtigen Geschenks zu verbinden.

Jifiti ermöglicht es Käufern ein Geschenk in einem klassischen Ladengeschäft auszusuchen, dessen Barcode mit der Smartphonekamera einzuscannen, den Artikel über die App zu bezahlen und dem Beschenkten eine Nachricht über den Einkauf zukommen zu lassen. Dieser kann das Geschenk dann selber im Geschäft einlösen und sich für die passende Größe und Farbe oder ein höherwertiges Geschenk entscheiden.

Die amerikanisch/israelische Geschäftsidee hat vergangenes Jahr eine Millionen US-Dollar Kapital einsammeln können und entwickelt neben der eigenen Seite auch White-Label Lösungen für Unternehmen wie Ikea und Dreamworks.

Nie wieder dem Geld hinterherrennen: Giftstarter

„Oh, ich hab das Geld gerade nicht bar dabei. Ich gebe es dir das nächste Mal, wenn wir was zusammen trinken gehen.“ Wer schon einmal dafür verantwortlich war, ein Gruppengeschenk zu organisieren, der dürfte derartige Ausreden nur allzu gut kennen. Abhilfe möchte Giftstarter schaffen.

Der Name der amerikanischen Geschäftsidee klingt wohl nicht zufällig so ähnlich wie Kickstarter, denn die Gründer aus Seattle übertragen das Crowdfundingprinzip auf Geschenke und versprechen das Schenken als Gruppe so einfach wie möglich zu gestalten. Zuerst wählt eine Person aus der Produktdatenbank von Giftstarter ein Geschenk aus. Die Auswahl an Produkten ist dank einer Zusammenarbeit mit E-Commerce Unternehmen wie Amazon groß. Hat man sich für ein Geschenk entschieden, erstellt Giftstarter eine eigene Seite, die man mit den anderen Gruppenmitgliedern teilt.

Mit einem Klick auf den Link erhalten diese Informationen über das Geschenk. Ein weiterer Klick führt zu einem Zahlungsformular. Unterstützt werden aktuell nur Kreditkarten. Sobald die komplette Summe für das Geschenk zusammen ist, gibt Giftstarter automatisiert die Bestellung auf und versieht das Paket mit einer Geschenkkarte, in der die Beteiligten mit jeweils einem Gruß und einem Foto aufgeführt sind.

So sieht Giftstarter die alte (komplizierte) Welt der Gruppengeschenke
So sieht Giftstarter die alte (komplizierte) Welt der Gruppengeschenke

Entfällt also in Zukunft dank Giftstarter das Geld-hinterher-rennen bei Gruppengeschenken? Einen Haken hat die Plattform leider. Es fällt eine Servicegebühr von 8 Prozent an. Dabei dürfte Giftstarter, auch wenn die Amerikaner auf ihrer Webseite keine Auskunft darüber erteilen, bereits an den Verkaufsprovisionen durch die Partnerschaft mit Amazon und Co mitverdienen. Dass das Geschäftsmodell trotzdem funktionieren kann, zeigt leetchi.com, das seit 2009 einen ähnlichen Service bietet und zu einem der erfolgreichsten Start-ups aus Frankreich gezählt wird.

Sie sind bereits richtig in Weihnachtsstimmung? Hier finden Sie weitere festliche Geschäftsideen.

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