Das Einmaleins der Rentenversicherung für Gründer



Es gibt ein paar Dinge, über die sich Existenzgründer im Klaren sein sollten, wenn es um ihre Rente geht. Wer sich für den Weg in die Selbstständigkeit entscheidet, darf nicht vergessen, dass er auch seine Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen muss. Dabei stehen einem mehrere Optionen offen – und die Angebote sind vielfältig. Das Wichtigste zur Rentenversicherung für Selbstständige im Überblick.

Was viele nicht wissen, ist dass eine ganze Reihe von Berufen, die selbstständig ausgeübt werden können, in der Solidargemeinschaft verbleiben. Sie bleiben also pflichtversichert

. Zu ihnen gehören unter anderem:

  • Pflegepersonal, das überwiegend ärztliche Anordnungen befolgen
  • Erzieher, Tagesmütter, Hebammen und Entbindungspfleger
  • Künstler und Musiker, ob als Kreative oder als Unterrichtende
  • Publizisten: dazu gehören Schriftsteller, Autoren und Journalisten
  • Handwerker und Hausgewerbetreibende
  • Lehrkräfte, die mit ihrer Tätigkeit mehr als 450 Euro im Monat verdienen. 
Zu dieser Gruppe gehören Nachhilfelehrer, Aerobic- oder Golftrainer und Coaches

Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Wenn beispielsweise Lehrer, Erzieher oder Pfleger selbstständig sind und versicherungspflichtige Arbeitnehmer, dazu zählen auch Azubis, beschäftigen, sind diese nicht mehr rentenversicherungspflichtig.

Viele Versicherungen klingen sicher und verlockend, aber nicht alle sind wichtig, dafür einige ganz besonders – wir bringen Licht ins Dunkle des Ansparens

Dennoch hat ein Verbleib in der gesetzlichen Rentenversicherung neben der späteren Rentenzahlung wichtige Vorteile: Sie sichert gegen viele Risiken des Berufslebens ab – ein Beispiel ist die vorgezogene Rentenzahlung bei Erwerbsminderung – und generiert Ansprüche von Hinterbliebenen auf Witwen- und Waisenrente. Die Leistungen sind:

  • Bei der Rentenberechnung werden etwaige Kindererziehungszeiten angerechnet. Dies ist auch dann der Fall, wenn in diesen Zeiträumen gar keine Beiträge eingezahlt wurden.
  • Entgegen der landläufigen Meinung ist die Rendite bei der gesetzlichen Rente durchaus attraktiv. Sie liegt bei stabilen drei Prozent.
  • Trotz steigender Lebenserwartung und längeren Ausbildungszeiten wird das Renteneintrittsalter lediglich um zwei Jahre angehoben.

Zusätzlich im Köcher: Die Rürup-Rente

Eine weitere Option für die Altersvorsorge von Existenzgründern und Selbstständigen ist die Rürup-Rente. Sie gewährleistet dem Einzahler eine Leibrente, also eine Rente bis ans Lebensende, und wird in der Ansparphase steuerlich gefördert. Nachteile, wie die fehlende Möglichkeit, Ansprüche zu vererben oder der Ausschluss einer Einmalzahlung, werden so ausgeglichen.

Ein Hinterbliebenenschutz auch ist möglich. 
In jedem Fall gilt: Eine Fachberatung in puncto gesetzliche und private Altersvorsorge ist gerade für Existenzgründer, Freiberufler und Selbstständige sinnvoll. Man kann sich entweder direkt bei der Deutschen Rentenversicherung, bei seinem Bankberater oder bei einem Finanzdienstleistungsunternehmen wie Swiss Life Rat holen.

Die freiwillige Versicherung: Für viele Selbstständige sinnvoll 


Wer bereits zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat und sich jetzt beruflich auf eigene Füße stellen will, kann sich als Selbstständiger freiwillig versichern. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn man bereits während der Ausbildung oder der Kindererziehung eingezahlt hat, aber die für den Erhalt von Leistungen notwendigen Mindestversicherungszeiten noch nicht vorweisen kann. So wird verhindert, dass sämtliche bisherigen Versicherungszeiten, in denen eingezahlt wurde, verfallen und kein Anspruch auf Erwerbsminderungs- oder Altersrente besteht. Dabei ist es möglich, Anzahl und Höhe seiner Beträge im Rahmen eines Mindest- und Höchstbetrages selbst zu bestimmen.

Wichtig ist: Als freiwillig Versicherter muss Monat für Monat eingezahlt werden, um den Anspruch auf Erwerbsminderungsrente zu behalten. Es darf hier keine Lücke entstehen. 
Zu den Voraussetzungen für eine freiwillige Versicherung gehören die Vollendung des 16. Lebensjahres und der dauerhafte Wohnsitz in Deutschland.

Option für Künstler und Publizisten: die Künstler-Sozialkasse



Die bereits eingangs in der Auflistung erwähnten Künstler und Publizisten haben eine besondere Option: Die Künstlersozialkasse, über die seit 1983 selbstständige Künstler und Publizisten in den Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung einbezogen werden. Das Besondere an ihr ist, dass Publizisten und Künstler nur etwa 50 Prozent der Beiträge selbst tragen. Die anderen 50 Prozent teilen sich der Staat und die Unternehmen, die künstlerische oder publizistische Leistungen beauftragen: Sie führen Sozialabgaben an die Künstlersozialkasse ab.

Weiterführende Informationen rund um die wichtigsten Versicherungen für Existenzgründer, Freiberufler und Künstler finde Sie auf Für-Gründer.de. Dort können Sie auch Ihren persönlichen Versicherungsbedarf prüfen.