Auszeichnung der Kultur- und Kreativpiloten 2014



Dieser November gehört Deutschlands Kultur- und Kreativwirtschaft. Einerseits kamen sämtliche Akteure der Branche zur Jahreskonferenz zur Kultur- und Kreativwirtschaft in Berlin zusammen und andererseits feierte man die feierliche Auszeichnung der 32 Kultur- und Kreativpiloten. Wir geben eine Aufstellung der aktuellen Titelträger und präsentieren einen filmischen Einblick.

Die 32 Kultur- und Kreativpiloten des fünften Jahrgangs arbeiten an der Entwicklung digitaler Techniken, setzen neue journalistische Formate um oder sind Künstler und Unternehmer in einem. Mit der Auszeichnung zum Kultur- und Kreativpiloten wurden auch jetzt wieder bundesweit die besten Kreativunternehmen für ihre Ideen gewürdigt. Insgesamt 32 Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft erhalten den Titel für ihre Arbeit. Zur Bewerbung aufgerufen wurden die Teilnehmer mit dem Leitspruch „Tu es.“ und 869 kamen der Aufforderung nach – das waren immerhin 300 mehr als 2013.

Mit dem Gründerwettbewerb wird unter anderem das Ziel verfolgt, die Kreativwirtschaft Deutschlands zu stärken, indem Menschen mit kreativen Begabungen dazu motiviert werden, ihr Können unternehmerisch zu nutzen. Der feierlichen Auszeichnung und Übergabe der Trophäe durch Brigitte Zypries und Günter Winands, Abteilungsleiter bei der Staatsministerin für Kultur und Medien, folgen in den kommenden Monaten Workshops und beratende Gespräche mit Gründerexperten. Die Titelträger profitieren fortan für ein Jahr vom Know-how zahlreicher Unternehmer und anderer Macher.

  • Wir sprachen rückblickend mit Christoph Backes über den Wettbewerb und die Jahreskonferenz. Backes ist Initiator der Auszeichnung Kultur- und Kreativpiloten Deutschland und Vorstand des Bremer u-institut, das den Wettbewerb organisiert und die Piloten in ihrem Jahr begleitet.

Für-Gründer.de: Wie viele Bewerbungen gingen in diesem Jahr bei Ihnen ein und wie zufrieden sind Sie mit der Resonanz?

Christoph Backes vom u-institut: 869 Kreativunternehmen haben sich 2014 um die Auszeichnung beworben – ein Rekordergebnis im Vergleich zu den letzten Jahren und allein 300 mehr als im vergangenen Jahr. Dieses große Interesse zeigt uns, dass die Auszeichnung „Kultur- und Kreativpiloten“ die Szene anspricht und Wirkung zeigt.

Für-Gründer.de: Welche Kriterien waren federführend bei der Auswahl der Gewinner?

Christoph Backes vom u-institut: Es gibt bei uns keine starren Auswahlkriterien. Die Geschäftsideen, die bei uns eingereicht werden, sind teilweise so neu, dass vorgefertigte Raster bei der Bewertung nicht greifen. Deshalb ist es wichtig, jede Unternehmung für sich zu betrachten. Wir sind weniger an Businessplänen interessiert, als an den Menschen und den Unternehmern hinter den Ideen. 96 Bewerber haben wir zu persönlichen Gesprächen eingeladen. Hier konnten sie sich und ihre Unternehmen näher vorstellen. Die Jurymitglieder kamen aus ganz unterschiedlichen Kontexten und konnten somit auch diverse Sichtweisen einbringen.

Auszeichnung Kultur und Kreativpiloten
2014 wurden zum ersten Mal in der Geschichte der Kultur- und Kreativpiloten Trophähen verliehen. Quelle: BMWi, Foto: Andreas Kerman

Für-Gründer.de: Was genau erwartet die 32 Kultur- und Kreativpiloten in den kommenden zwölf Monaten? Womit werden sie konkret unterstützt?

Christoph Backes vom u-institut:

Für die Titelträger schaffen wir ein Jahr lang Freiräume, erzeugen Aufbruchstimmung, geben Denkanstöße, bewirken Erfahrungsaustausch und stiften Aufmerksamkeit.

„Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“ ist mehr als eine offizielle Auszeichnung – für die Kreativpiloten ist es der Beginn einer gemeinsamen Geschichte. Im Verlauf des Jahres nehmen sie zusammen an mehreren Workshops teil und treffen dort Persönlichkeiten, die ihre Geschichten miteinander teilen, um sich gegenseitig unternehmerisch weiterzubringen. Erfahrungsaustausch steht hier an oberster Stelle.

Außerdem bekommt jeder Preisträger zwei Mentoren an die Seite, die das ganze Jahr über als Sparringspartner bereitstehen. Sie reflektieren die Ideen, geben Denkanstöße und schauen mit den Ausgezeichneten darauf, wie nächste Schritte aussehen.

Die Auszeichnung „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“ ist aber vor allem: Was die Teilnehmer der letzten vier Jahrgänge daraus gemacht haben und was zukünftige Titelträger daraus machen werden!

Für-Gründer.de: Welche Eindrücke und Ideen nehmen Sie aus der diesjährigen Jahreskonferenz der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft mit?

Christoph Backes vom u-institut: Es war ein guter Auftakt, um die Potenziale der Kultur- und Kreativwirtschaft auch in anderen Branchen und Sektoren bekannter zu machen. Klar wurde auch, dass es wichtiger wird, die Kultur- und Kreativwirtschaft nicht als eine Branche darzustellen, die Förderung braucht, sondern die unternehmerische Potenziale hat und gesamtgesellschaftlich Innovationen erhöht! Es war schön zu sehen, dass die Jahreskonferenz zu einer Art Klassentreffen all derjenigen wird, die daran arbeiten, die Branche aus der Nische in die Mitte der Gesellschaft zu bringen.

Für-Gründer.de: Wie soll es mit der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland weitergehen? Was ist für das Jahr 2015 geplant?

Christoph Backes vom u-institut: Die Innovationsdynamik in der Branche ist weiterhin hoch. Es wird vor allem darauf ankommen, wie die einzelnen Akteure ihren Mehrwert für wichtige gesellschafts- und wirtschaftspolitische Herausforderungen in aktuelle Debatten einbringen: Denn zum Beispiel braucht das gesamte Thema rund um die Energiewende die Kultur- und Kreativwirtschaft, um weiterzukommen und Lösungen zu finden; oder das Internet der Dinge und Smart Cities.

Die Innovationskraft der Kultur- und Kreativwirtschaft wird bei vielen Entwicklungen benötigt. Und zwar nicht im Backend für Verschönerungen, sondern als Innovator auf Augenhöhe am Entscheidertisch in der ersten Planungsrunde.

And the winner is… Das sind die Kultur- und Kreativpiloten 2014

Drei der Preisträger haben wir uns für eine nähere Betrachtung herausgesucht. Dabei handelt es sich um Spieleentwickler, einen Kulturlieferanten und eine Online-Castingplattform.

Causa creations – Spielspaß kombiniert mit gesellschaftlichen Inhalten

Die Spieleentwickler Georg Hobmeier und Tilmann Hars haben sich bei Causa creations hochwertigen Independent Games verschrieben, und verknüpfen gesellschaftliche Themen mit Spielspaß. Sie entwickeln Spiele für Organisationen und Unternehmen, die ihr Anliegen mithilfe von Spielen einer bestimmten Zielgruppe kommunizieren wollen. Die Spiele sind so Informationskampagne und Unterhaltung zugleich. In ihrem Spiel „Burn The Boards“ arbeiten die Spieler zum Beispiel in einem indischen Recyclingbetrieb.

KULTUR.BOXquartalsweise frisch serviert

Abseits des Mainstreams wollen die Gründer der KULTUR.BOX Kulturgüter einem breiteren Publikum zugänglich machen, die sonst nur Szenekennern vorbehalten waren. Inspiriert von der Gemüsebox mit regionalen Lebensmitteln, die nach Hause geliefert wird, planen die Macher von KULTUR.BOX, alle drei Monate frische, kulturelle Kost aus der Region an den Kunden zu liefern. Abonnenten erhalten jedes Quartal per Post eine Box, die neben Büchern, Musik, Filmen und Magazinen auch Eintrittskarten zu Veranstaltungen oder Ausstellungen enthält. Auch Kunstobjekte werden mal drin sein.

onlinecast – Projektmanagement für Castings

Castingprozesse bei Filmen, Serien oder Werbeproduktionen sind langwierig und bedeuten jede Menge Arbeit. Jedes Vorsprechen und alle Auswahlen müssen genau koordiniert und mit zahlreichen (Video-) Dateien versehen werden, bevor eine Wahl getroffen wird. Im Vorfeld werden etliche Dateien digital von A nach B gesendet. Um die Prozesse effizienter zu gestalten, hat Martin Douglas, der selbst seit 15 Jahren in der Branche tätig ist, den Dienst onlinecast entwickelt. Die Internet-Plattform bietet eine Cloud-Lösung für das komplette Management von Casting-Projekten aller Größenordnungen. Langfristig sollen auch alle Castingteilnehmer ein Profil erstellen können, um so eine Datenbank zur effizienteren Rollenverteilung zu erstellen.

Im Video haben wir die Prämierung der Titelträger festgehalten:

Neben den drei vorgestellten Titelträgern konnten sich auch 29 weitere Vorhaben die Auszeichnung ergattern und erhalten zwölf Monate lang Unterstützung bei der Realisation ihres Projekts. Die weiteren Gewinner sind:

  • 3Steps – Kreativagentur und Initiatoren des Kulturprojekts River Tales
  • ARMES DEUTSCHLAND – Internetformat für politische Nachrichten
  • ARYA – App als Hilfe zur Therapie von Depressionen
  • ATELIER PMP – Parfümerie als Kunstforum
  • BLUESPOTS PRODUCTIONS – Theaterensemble mit variablen Veranstaltungsorten
  • brabbl – Online-Tool zur Optimierung von öffentlich Netz-Diskussionen
  • Bureau Baubotanik – Architektur mit lebenden (pflanzlichen) Elementen
  • EDGE – Projection Mapping per Videoserver und angepasster Hardware
  • endboss projects – Projektschmiede aller Bereiche
  • Ensemble Ruhr – professionelles Kammerorchester im Ruhrgebiet
  • FLOID Produktdesign – Möbel inspiriert von der Skateboardszene
  • Follow the Money – investigativer Wirtschaftsjournalismus
  • GSC GameScienceCenter – Zukunfts-Museum mit Interaktionsmöglichkeiten
  • hoch E – Design- und Strategiebüro zur Entwicklung erfolgreicher Designlösungen
  • Klangfiguren/NOWA – soundreaktive Lichtchoreografien für alle Einsatzbereiche
  • Nagual Sounds – Echtzeitdatenumwandlung in Musik
  • nat-2 – traditionelles Schuhdesign übersetzt in die Moderne
  • Newniq – Online-Plattform für Designer mit Vorab-Kauf zur Produktionsrealisation
  • Peter Dahmen Papierdesign – Pop-up-Karten in allen denkbaren Größen
  • Philomena Höltkemeier Story Consulting – Storytelling im Bewegtbilder-Bereich
  • Red Bug Books – digitale Jugendbücher und Graphic Novels
  • retune. – Austausch zwischen Designern, Künstlern und Ingenieuren
  • ROOM IN A BOX – faltbare Zimmereinrichtung aus Papier
  • Socialbit – Kreativ-Entwicklerschmiede für digitale Anwendungen
  • Starthilfe50 – Erklärfilme zum Umgang mit PC und Internet
  • Substanz – „Qualitätsjournalismus für die Generation YouTube“
  • Urban Invention – Verwandlung des urbanen Raums
  • urban pockets – Apps für Kinder zum digitalen Lernen
  • Verlag für Kurzes – Verlag für Mikrogeschichten

Weitere Informationen zum Gründerwettbewerb Kultur- und Kreativpiloten finden Sie auf Für-Gründer.de. Die Preisträger 2013 stellen wir ebenfalls im Blog vor.

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