BPW Berlin-Brandenburg: mehr als ein Gründerwettbewerb



Preisgelder im Gesamtwert von 50.000 Euro werden beim Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) vergeben. Die teilnehmenden Gründungsinteressierten und Start-ups können in jeder der drei Wettbewerbsphasen einsteigen und sogar zwischen zwei Wettbewerbsmethoden wechseln. Was auf den ersten Blick kompliziert erscheint, ist ganz einfach und sogar von großem Vorteil für Berliner und Brandenburger Gründer.

Wir hakten bei den Initiatoren, Christina Arend von der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB), Dirk Maass von der Investitionsbank Berlin (IBB) und Sven Weickert von den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg (UVB), und stellen alle Einzelheiten zum Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg nachfolgend vor. Damit ist der Weg frei für Ihre erfolgreiche Bewerbung!

Für-Gründer.de: Die Deutschen Gründer- und Unternehmertage in Berlin nahmen Sie abermals zum Anlass, die neue Wettbewerbsrunde beim Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) einzuläuten. Wie verlief die Auftaktveranstaltung?

Christina Arend, ILB: Wir starten nun schon seit 2010 auf den Deutschen Gründer- und Unternehmertagen (deGUT) in die neue Runde des BPW. Auch um Synergien zu nutzen und sichtbarer zu machen. Schließlich organisieren die beiden Landesförderbanken IBB und ILB sowohl die deGUT als auch den BPW. Und auch die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg als dritter BPW-Organisator sind in die Planung der deGUT eingebunden.

Christina Arend von der ILB
Christina Arend ist bei der ILB Ansprechpartnerin für die Existenzgründungsinitiativen BPW und deGUT (Foto: ILB)

Dirk Maass, IBB: Und der Zulauf wird immer größer. Die Auftaktveranstaltung war sehr gut besucht. Viele kamen, um den BPW kennenzulernen und sich über sein Angebot zu informieren. Mit dabei war Jörg Niemeier, vor 20 Jahren Gewinner der ersten Wettbewerbsrunde, heute Geschäftsführer der ATN Automatisierungstechnik Niemeier GmbH mit 30 Mitarbeitern und internationaler Ausrichtung. Ein sehr gutes Testimonial für 20 Jahre BPW.

Sven Weickert, UVB: Ein weiterer Anziehungspunkt war natürlich auch der Vortrag „Vom Glück des Gründens“ des deGUT-Repräsentanten Dr. Florian Langenscheidt. Er begeisterte das Publikum mit seinen Erfahrungen als Gründer, Unternehmer und Business Angel. Wir brauchen mehr dieser guten Vorbilder, die zur unternehmerischen Selbstständigkeit motivieren.

Für-Gründer.de: In welche Phasen ist der Wettbewerb generell unterteilt und welcher Schritt erfolgt nun als nächstes?

Christina Arend, ILB: Die Teilnehmer können ihr Geschäftskonzept in drei Phasen zum Wettbewerb einreichen und erhalten jeweils ein Juroren-Feedback, mit dem sie ihr Konzept weiterentwickeln können.

Der Online-Abgabetermin für die erste Phase ist am 13. Januar 2015. Ab Dezember kann man sich im Bereich „Mein BPW“ für die Einreichung zum Wettbewerb registrieren und dort sein Geschäftskonzept hochladen.

Sven Weickert, UVB: Für alle, die ein Geschäftskonzept als Case-Study im Rahmen einer Hochschulvorlesung entwickeln, gibt es zudem die Wettbewerbskategorie BPW Study. Hier erfolgt die Abgabe dann jeweils zum Ende des Winter- und Sommersemesters. Der BPW fördert damit die Gründungslehre und den Gründernachwuchs an den Hochschulen der Region.

Für-Gründer.de: An wen richtet sich der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg konkret? Was muss der ideale Bewerber mitbringen?

Dirk Maass, IBB: Teilnehmen können alle, die eine gute Idee haben und deren Umsetzung in Berlin oder Brandenburg planen. Sofern das Unternehmen bereits besteht, darf die Gründung bei der Teilnahme am BPW nicht länger als zwölf Monate zurückliegen. Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Branche die Geschäftsidee angesiedelt ist. Auch Nebenerwerbsgründungen, Geschäftsfelderweiterungen und Gründungen im Rahmen einer Unternehmensnachfolge sind zum Wettbewerb zugelassen. Wir sind für alle offen!

Dirk Maass von der IBB
Bei der IBB zuständig für den BPW Berlin-Brandenburg ist Dirk Maass (Foto: IBB)

Für-Gründer.de: Seit der vergangenen Wettbewerbsrunde finden gleichzeitig die Kategorien BPW Plan und BPW Canvas statt – was ist die Idee dahinter?

Christina Arend, ILB: Zwei Wege führen beim BPW in die Selbstständigkeit: Bei BPW Plan erstellen die Teilnehmer in drei Stufen einen Businessplan, von der Gründungsidee über das Marketing bis hin zur Finanzierung. Bei BPW Canvas werden gemäß der Methode des Business Model Canvas Stichpunkte zu neun zentralen Bestandteilen des Geschäftsmodells auf einem Chart dargestellt und mit erläuternden Texten hinterlegt. Pro Wettbewerbsjahr gibt es drei Canvas-Zyklen, in denen Teilnehmer ein vollständiges Canvas-Modell erstellen, einreichen und weiter optimieren können.

Für-Gründer.de: Man darf auch von der einen zur nächsten Wettbewerbsphase zwischen den Methoden wechseln – wie wurde diese Möglichkeit von den Teilnehmern angenommen?

Dirk Maass, IBB:

Die Teilnehmer können nicht nur zwischen den Methoden wechseln, sondern auch beide gleichzeitig bearbeiten. Beide Möglichkeiten wurden im vergangenen Wettbewerb bereits gut angenommen.

Für-Gründer.de: Allgemein gefragt: welche Methode ist für welche Art von Gründer bzw. Start-up die bessere?



Sven Weickert, UVB: Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Es kommt auf die eigene Herangehensweise und den Bedarf an. Das visuell orientierte Business Model Canvas-Verfahren eignet sich sehr gut, um im Team das Geschäftsmodell zu entwickeln. Es ist auch geeignet, um potenziellen Investoren einen schnellen Überblick über das Projekt zu geben. Der ausführliche Businessplan kommt dann zum Einsatz, wenn es um die Details in der Finanz-, Marketing- oder Unternehmensplanung geht. Der Detailliertheitsgrad hängt hier auch stark vom Finanzierungsvolumen ab.

Für-Gründer.de: Ein Einstieg in den Wettbewerb ist in jeder Wettbewerbsphase möglich – in welcher Phase herrscht der größte Andrang?

Christina Arend, ILB: Wir haben traditionell in der ersten Wettbewerbsphase die höchste Anzahl an Teilnehmern und eingereichten Konzepten. Wichtig ist zu sagen, dass sich die Teilnehmer nicht über die einzelnen Phasen qualifizieren müssen. Es ist zum Beispiel auch möglich, erst in der zweiten oder dritten Phase einzusteigen oder auch Phasen auszulassen. Ein früher Einstieg lohnt sich jedoch, um von Anfang an vom umfassenden Wissens- und Beratungsangebot und dem großen BPW-Netzwerk zu profitieren.

Für-Gründer.de: Wie werden die Teilnehmer während des Wettbewerbs konkret unterstützt?

Dirk Maass, IBB: Alle Teilnehmer können kostenlos an über 130 Seminaren, Webinaren und Foren teilnehmen, das Netzwerk mit über 350 Beraterinnen und Berater für spezifische Fachfragen nutzen und andere Gründer kennenlernen. Der BPW ist also viel mehr als nur ein Wettbewerb. Mitmachen lohnt sich in jedem Fall.

Sven Weickert, UVB: Ausführliche Inhalte, Leitfragen und Bewertungskriterien finden Teilnehmer in unserem BPW-Handbuch. Im Downloadbereich auf ww.b-p-w.de gibt es darüber hinaus Beispiel-Businesspläne und Finanzierungstabellen.

Sven Weickert von den UVB
Sven Weickert ist bei den UVB in der Abteilung für Bildungs- und Personalpolitik tätig (Foto: UVB)

Für-Gründer.de: Was gibt es zu gewinnen?

Christina Arend, ILB: Die besten Geschäftsideen werden mit insgesamt über 50.000 Euro Preisgeld prämiert. Bei BPW Canvas erhalten die drei Erstplatzierten in jeder Phase 3.000 (1. Platz), 2.000 (2. Platz) bzw. 1.000 Euro (3. Platz). Bei BPW Plan sind es in der ersten Phase jeweils 2.000 Euro, in der zweiten Phase 3.000 Euro und in der dritten Phase schließlich 8.000 (1. Platz), 6.000 (2. Platz) bzw. 4.000 Euro (3. Platz).

Für-Gründer.de: Welche praktischen Tipps haben Sie für Gründer, die sich beim BPW 2015 bewerben wollen?

Sven Weickert, UVB:

Kurz gesagt: Am besten gleich anmelden und das große Angebot an Wissen, Beratung, Netzwerk und Wettbewerb für die eigene Gründung nutzen.

Für-Gründer.de: Vielen Dank, dass Sie uns Rede und Antwort standen.

Weitere Informationen zum Businessplan Wettbewerb Berlin-Brandenburg sowie weitere Gründerwettbewerbe in ganz Deutschland finden Sie auf Für-Gründer.de.

Termine des Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg im Überblick
1. Abgabetermin: 13. Januar 2015
2. Abgabetermin: 10. März 2015
3. Abgabetermin: 12. Mai 2015
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