Neue Rekorde durch Server und Eis, kulturMut startet



Der Juli beginnt aus Sicht der Crowdfinanzierung mit einer Menge Highlights und neuen Rekorden. Wir stellen erfolgreiche Finanzierungen vor und zeigen, welche Start-ups in deren Fußstapfen treten wollen. 200.000 Euro warten auf Kulturschaffende auf Startnext. Und wer ein Upcycling Café in Köln unterstützen möchte, liest aufmerksam bis zum Schluss.

Für den Terminkalender: Crowd Dialog am 20. November in München

CrowdSourcing, CrowdInnovation und CrowdFunding stehen am 20. November im Fokus auf der Crowd Dialog Konferenz in München. Auf die Besucher warten Vorträge wie:

  • Innovationsprozesse durch und mit der Crowd steuern
  • Wie können Städte, Gemeinden und öffentliche Träger die Crowd nutzen?
  • Personal Talent Groups auf Abruf – Lösung für den Fachkräftemangel
  • CrowdSourcing als Weg zu neuen Arbeits- und Organisationsformen
  • CrowdFunding als Alternative zu Mezzanine und Co.
  • Immobilien CrowdFunding – Abgrenzung und Perspektiven
  • CrowdFunding/Investing für Film- Kunst und Kultur

Als Referenten werden nahezu alle relevanten Branchenvertreter vor Ort sein. Tickets gibt es hier im Verkauf. Start-ups und Gründer können an der Poster-Session teilnehmen und so ihr Idee vorstellen.

Übrigens: für Kurzentschlossene findet morgen noch das Crowdinvesting-Symposium in München statt.

Crowd Day in Mecklenburg-Vorpommern

Und noch ein Event rund um die Crowdfinanzierung: am 14. August kommt die Szene in Bad Doberan zusammen und von 9 – 18 Uhr erwarten die Besucher Panel-Diskussionen und zahlreiche Workshops. Für-Gründer.de wird ebenfalls vertreten sein. Weitere Infos und die Anmeldung gibt es auf der Website des Crowd Day.

Protonet sammelt 3 Mio. Euro und stellt Rekordzeit auf

Der Server für den Schreibtisch von Protonet überzeugte auch bei der zweiten Finanzierungsrunde die Investoren auf Seedmatch. Ein Zwischenstand von 1,5 Mio. Euro nach 10 Stunden und 8 Minuten war laut Seedmatch ein Weltrekord. Schneller seien auch Projekte auf Kickstarter und Co. bisher nicht gewesen. Weltrekord hin oder her – beeindruckend ist diese Zahl auf jeden Fall. Und mit letztendlich 3 Mio. Euro war Protonet damit auch das bisher größte Funding auf Seedmatch. Protonet ließ damit den bisherigen Spitzenreiter auf Seedmatch E-Volo hinter sich. Zugleich schloss Seedmatch damit zur Emission von Urbanara auf Bergfürst auf.

Protonet selbst wurde bei dieser zweiten Finanzierungsrunde mit 11,9 Mio. Euro auf Seedmatch bewertet, nach 2 Mio. Euro in der ersten Crowdfinanzierungsrunde Ende 2012 als es 200.000 Euro von der Crowd gab. Neben den 3,2 Mio. Euro aus der Crowd flossen Protonet auch 900.000 Euro durch Business Angels zu, also etwas über 4 Mio. Euro innerhalb von 1,5 Jahren. Das ist eine ganze Menge und der Wachstumskurs ist ambitioniert – von 320.000 Euro Umsatz nach vorläufigen Zahlen für 2013 will das Start-up 2018 94 Mio. Euro Umsatz machen.

Kyl stellt auf Companisto einen neuen Rekord auf

Eis bzw. eisähnliche Produkte scheinen auf Companisto auch bei nicht so heißen Temperaturen für Investoren verlockend zu sein. Nachdem das Frozen Yoghurt-Unternehmen Wonderpots erstmals die Marke von 500.000 Euro auf Companisto knackte, steht das Start-up Kyl bei über 700.000 Euro und noch sind ein paar Tage übrig.

Protonet Kyl
Sorgen für Furore auf Seedmatch und Companisto: Protonet (links) und Kyl (rechts)

Weitere erfolgreiche Start-ups im Juni

  • Auf Companisto verlief die Finanzierung von fotovio erfolgreich. Zum Abschluss standen knapp 150.000 Euro zu Buche.
  • Seedmatch verzeichnete den erfolgreichen Abschluss bei Ovularing mit 300.000 Euro – und wie bereits erwähnt Protonet.
  • Auf bankless24 finanzierte sich das Unternehmen 3D-Kennzeichen mit 100.000 Euro.
  • Die Sprachschulen von Lingoschools kamen auf Fundsters erfolgreich ins Ziel und sammelten fast 155.000 Euro ein.

Und diese Start-ups wollen die Crowd überzeugen

Natürlich gibt es auch aktuell wieder eine Reihe an Start-ups, die sich per Crowdinvesting finanzieren wollen. Dazu gehören:

  • FrontRowSociety: „alle guten Dinge sind drei“, dachten sich wohl die Gründer von FrontRowSociety und starteten auf Seedmatch nun die dritte Crowdfinanzierung. Das ist ebenfalls eine Premiere. Das Modelabel setzt nicht nur bei der Finanzierung auf die Crowd, sondern auch bei der Auswahl der Entwürfe, die es in die Produktion schaffen. Knapp 100.000 Euro sind es bereits: mehr im Investmentprofil erfahren.
  • Knicket: Suchmaschinen gibt es mittlerweile für nahezu alle Bereiche. Die schier unendliche Anzahl an Apps dürfte die Macher von Knicket bewogen haben dem Spektrum eine App-Suchmaschine hinzuzufügen. Diese soll die Auswahl der passenden App deutlich erleichtern. Die Investoren haben haben nicht lange nach einem Haken gesucht und bereits über 100.000 Euro investiert: erfahren Sie mehr über Knicket.
  • KrassFit: keine Lust auf den Hindernislauf in Großkonzernen hatten wohl die Ex-McKinsey Berater und Gründer von KrassFit. Statt sich selbst auf Hindernislauf zu begeben, organisieren sie diese für Firmen und deren Mitarbeiter sowie Sportenthusiasten. Die halbe Strecke auf dem Investment-Parkour hat KrassFit schon zurückgelegt: weitere Informationen im Investmentprofil.
  • Lexvisors: Rechtsberatung bis zu 75 % günstiger verspricht das Start-up Lexvisors. Innovative technische Lösungen sollen Privatpersonen und Unternehmen eine umfassende Rundum-Rechtsberatung ermöglichen – so das Unternehmen auf der Plattform Fundsters. Geringere Kosten sind zwar gut für die Kunden, aber gleichzeitig bedeuten sie auch geringere Provisionen für die Plattform. Die Investoren zögern auch noch ein wenig. Am Dienstag waren es knapp 35.000 Euro: zum Investmentprofil auf Fundsters.
Crowdinvesting Startups Juni
Einige der Start-ups, die sich derzeit per Crowdinvesting finanzieren wollen
  • Lumindo: LED-Licht für den B2B-Bereich ist das Produkt von Lumindo, das auf bankless24 Investoren sucht. Nach einem vormals erfolgreichen Investment auf Innovestment scheint auch den Investoren auf bankless24 ein Licht aufgegangen zu sein und so erreichte das Unternehmen schnell die Schwelle von 100.000 Euro. Das Maximum liegt bei 120.000 Euro: mehr erfahren.
  • Secucloud: das Unternehmen verspricht Sicherheit im Internet für Privatanwender und kleine Unternehmen wie auf Konzernniveau – und bezieht sich hoffentlich nicht auf die zahlreichen Fälle von Datenklau bei vielen großen Unternehmen, die dieses Jahr bereits bekannt wurden. Für Secucloud ist es die zweite Runde auf Seedmatch und derzeit ist es nicht mehr weit bis zum Maximalwert von 300.000 Euro: das Investmentprofil auf Seedmatch.
  • von Wilmowsky: Platz nehmen und es sich bequem machen. Dazu laden die Sofas ein, die es im angeblich ersten Onlineshop für handgefertigte Design-Sofas mit dem einprägsamen Namen VON WILMOWSKY gibt. Ein Start-up ist das Unternehmen allerdings nicht mehr, schließlich besteht es bereits seit 2009 und verzeichnete 2013 nach eigenen Angaben einen Umsatz von 3 Mio. Euro. Bleibt zu hoffen, dass die Beteiligung der Investoren in den nächsten Jahren nicht nachgibt, wie die Sitzflächen der meisten Sofas: mehr über VON WILMOWSKY erfahren.

Und was macht Innovestment?

Kennern der Crowdinvesting-Szene dürfte eine Plattform in der Aufzählung fehlen. Dabei handelt es sich um Innovestment, wo es im zweiten Quartal keine Aktivitäten gab und aktuell keine neuen Start-ups zu finden sind. Wir haben bei Innovestment nachgefragt und Christin Friedrich nannte uns folgenden Grund:

Innovestment will ein rechtssicheres Finanzierungskonzept für Unternehmen und eine echte Investitionsmöglichkeit für Investoren bieten. Aus diesem Grund konzentrierten wir uns im 2. Quartal auf die Finalisierung des Rechtskonstrukts und die Entwicklung neuer Features. Wir werden im 3. Quartal wieder Start-ups in der Frühphase platzieren.

Wir sind gespannt auf das neue Konzept und die neuen Start-ups!

Alles neu macht der Mai – bzw. Juni: Startnext im neuen Look

Startnext präsentiert sich nun in einem neuen Look auf der Startseite – in großformatigen Videos erzählen Projektinitiatoren über ihre Erfahrungen mit Crowdfunding. Außerdem ist und bleibt Startnext anders als Kickstarter oder Indiegogo provisionsfrei und stellt damit doch nicht das Gebührenmodell um. Stattdessen können Projektinitiatoren nach der Kampagne entscheiden, ob sie einen Teil des eingesammelten Kapitals an Startnext geben wollen – oder nicht. Natürlich haben auch die Unterstützer die Möglichkeit, nicht nur interessante Projekte, sondern auch Startnext selbst zu unterstützen. Damit fallen lediglich Transaktionsgebühren für die Projekte an.

Startnext goes Crowdinvesting: die Plattform verstärkt mittlerweile die Bemühungen neben Crowdfunding auch Investitionsmöglichkeiten anzubieten. Aktuell findet sich Clicc in dieser Rubrik. Das Start-up stellt Solarzellen im Mini-Format her, die nach Belieben erweitert werden können. Clicc hat sich unter dem Namen Sonnenrepublik vor einer Zeit auch auf Innovestment bereits Kapital von der Crowd geholt: zu Clicc auf Startnext.

kulturMut 2014: Kulturschaffende aus dem Rhein-Main-Gebiet können sich ab sofort auf Startnext für das Projekt kulturMut 2014 bewerben und ihre Projekte vorstellen. Die Crowd entscheidet dann, wie die durch die Aventis Foundation zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 200.000 Euro vergeben werden. Alle Infos finden Kreative hier.

Nature cUP: das erste grüne Upcycling-Café

Einen Supermarkt ohne Verpackungsmüll haben wir bereits vor einiger Zeit vorgestellt. Nun zieht das Café Nature cUP nach. Dabei stehen nicht nur die angebotenen Produkte im Fokus, die übrigens komplett vegan sein sollen. Auch auf die Einrichtung fällt ein Hauptaugenmerk der Gründer. Diese soll zu mindestens 90 % aus Upcycling-Materialien bestehen. 30.000 Euro sollen es mindestens auf Startnext werden, damit das Café in Köln eröffnet werden kann. Weitere Infos gibt es von den Gründern selbst im Video:

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