3 Mio. Euro für Start-ups durch Crowdinvesting



3 Mio. Euro konnten Start-ups im ersten Quartal 2014 in Deutschland per Crowdinvesting einsammeln. Dies ist ein Ergebnis unseres aktuellen Crowdinvesting Monitors, der heute erschienen ist. Nachfolgend stellen wir Ihnen zentrale Ergebnisse daraus vor. Zudem ist auch in den ersten Apriltagen einiges passiert, was wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

Crowdinvesting konnte in den letzten Jahren deutlich wachsen. 2013 erreichte das Finanzierungsvolumen bereits 15 Mio. Euro – ein Plus um rund 250 % gegenüber 2012. Auch in den ersten drei Monaten 2014 setzte sich dieser Trend fort.

In Summe nun knapp 22,7 Mio. Euro für Start-ups

Bis zum 31. März 2014 zählten wir 131 Finanzierungen für junge Unternehmen auf den analysierten Crowdinvesting Plattformen seit dem Start Ende 2011. Dabei wurden beachtliche 22,7 Mio. Euro an Risikokapital investiert.

Crowdinvesting Gesamt 31.3.2014 Für-Gründer.de
Q1 2014 Crowdinvesting Monitor von Für-Gründer.de

Das erste Quartal 2014 schlug dabei mit rund 3 Mio. Euro zu Buche. Dies bedeutet einen Anstieg um 66 % zum Vorjahreszeitraum als 1,8 Mio. Euro investiert wurden. Die Finanzierungssumme von 3 Mio. Euro entfiel auf 15 Start-ups. Somit ergibt sich ein durschnittliches Finanzierungsvolumen von 200.000 Euro. Dies unterstreicht den Trend zu größer werdenden Finanzierungen, der bereits im Jahresverlauf 2013 deutlich erkennbar war.

Zum Stichtag Ende März 2014 waren zudem weitere 19 Start-ups in noch laufenden Finanzierungsphasen. Dabei standen zu diesem Zeitpunkt rund 1,2 Mio. Euro auf der Habenseite.

Marktanteile in Bewegung – die großen Plattformen dominieren

Im ersten Quartal 2014 belief sich der Marktanteil der größten Plattformen – Seedmatch und Companisto – auf 80 %. Dies bedeutet eine weitere Konzentration des Marktes im Vergleich zu 2013. Zudem haben sich bei der ausschließlichen Betrachtung im ersten Quartal 2014 auch zwischen Companisto und Seedmatch die Anteile verändert und Companisto hat die Führung übernommen. Man darf gespannt sein, wie sich dies über das Gesamtjahr 2014 entwickelt. In Bezug auf die genannten 1,2 Mio. Euro, die zum Stichtag auf noch laufende Projekte entfielen, erreichte Seedmatch hingegen wieder einen Anteil von 58 %. Companisto lag bei dieser Betrachtung bei 28 %.

Crowdinvesting Marktanteile Q1 2014 Monitor
Marktanteile gemäß Für-Gründer.de Crowdinvesting Monitor Q1 2014

Die insgesamt seit 2011 investierten 22,7 Mio. Euro verteilten sich wie folgt auf die Plattformen:

  • Seedmatch: 11,3 Mio. Euro
  • Companisto: 4,5 Mio. Euro
  • Bergfürst: 3,0 Mio. Euro
  • Innovestment: 2,4 Mio. Euro
  • Weitere: 1,5 Mio. Euro

Bisher geringe Zahl an Ausfällen bei crowdfinanzierten Start-ups

Nach den Problemen und Insolvenzen bei Bluepatent, SporTrade, Zapitano und betandsleep gibt es nun ein weiteres crowdfinanziertes Start-up, das den Gang in die Insolvenz gehen muss. Dabei handelt es sich um foodieSquare, die sich erst im Herbst 2013 erneut Kapital auf Seedmatch besorgt hatten. Insgesamt sind in zwei Runden über 530.000 Euro in foodieSquare geflossen. Nimmt man alle gescheiterten Start-ups zusammen, summiert sich das vermutlich komplett ausgefallene Kapital auf 4 % der bisher eingesammelten 22,7 Mio. Euro. Dies ist nach wie vor noch ein sehr kleiner Wert – auch wenn dieser in Zukunft mit Sicherheit wachsen wird.

Der Crowdinvesting Monitor Q1 2014

In Ergänzung dieser zentralen Fakten steht Ihnen auch eine umfangreichere Präsentation zur Verfügung: Crowdinvesting Monitor Q1 2014.

Neue Finanzierungen im April

In rekordverdächtiger Zeit ging es auf Seedmatch beim Start-up Ledora zur Sache. Innerhalb von knapp unter 4 Tagen investierten 487 Kapitalgeber 500.000 Euro. Ein Anreiz dürfte wohl gewesen sein, dass das Unternehmen im Jahr 2013 nach eigenen Angaben bereits fast 800.000 Euro Umsatz erzielt hat. Zudem stammt Ledora aus Schwaben und somit sehen die Investoren ihr Geld dort gut aufgehoben. Ledora steht für innovative und hocheffiziente LEDs, die in Deutschland, genauer in Rottenburg, hergestellt werden. Nach Unternehmensangaben sind bereits 22 Mitarbeiter bei Ledora beschäftigt.

Das Start-up Foodist ist einerseits neu und andererseits bereits zum zweiten Mal auf Companisto im Rennen. Foodist ist ein Delikatessen-Abo und verschickt jeden Monat eine Box für 24 Euro an seine Kunden – wobei der Warenwert mindestens 30 Euro übersteigt. Damit ist sicherlich der vergleichbare Einkaufspreis im Supermarkt gemeint. Sonst wäre es wohl schwierig, profitabel zu arbeiten. Wie Foodist interessierten Anlegern mitteilt, sind die Abonnentenzahl und auch den Monatsumsatz um Faktor 4 gewachsen. Gestern waren es knapp über 120.000 Euro, die bereits investiert wurden. Noch sind 13 Tage Zeit für ein Investment in Foodist.

Ebenfalls schnell war die Finanzierung von Kerbholz auf der Plattform Fundsters im April beendet. Nach 4,5 Tagen war das Maximum von 100.000 Euro von 148 Investoren zusammengetragen. Kerbholz ist ein deutsches Modelabel aus Köln Ehrenfeld und wurde 2012 gegründet. Die vier Freunde designen und vertreiben Accessoires wie Sonnenbrillen und Armbanduhren aus natürlichen und nachhaltigen Materialien: mehr erfahren.

Vermutlich kaum einer weiß, dass mittlerweile 3D Autokennzeichen zugelassen wurden. Diesen neuen Markt möchte die 3D-Kennzeichen GmbH nutzen. Zur weiteren Finanzierung sucht sie daher auf bankless24 nach bis zu 120.000 Euro. Etwas über 13.000 Euro waren es gestern – Zeit für ein Investment ist noch bis zum 27. Mai 2014.

Heute Abend startet in Berlin zudem die deutsche Plattform von Fundedbyme aus Schweden. Dabei werden die ersten drei Start-ups vorgestellt. Dabei handelt es sich um

  • SKIWATER: ein Getränkeunternehmen, das ein neues Getränk aus Himbeeren und Bergquellwasser herstellen will
  • CLICC: das Start-up produziert handliche Solar-Ladegeräte für unterwegs und hatte sich bereits Anfang 2013 auf Innovestment finanziert.
  • U55 END OF THE LINE: dabei geht es um ein Adventure-Game im Berliner U-Bahn Untergrund

Seedmatch sucht die Grünen

Gemeinsam mit Green Alley aus Berlin veranstaltet Seedmatch den Wettbewerb InnoWASTEon. Gesucht werden innovative Ideen und Konzepte für die Green Economy. Folgende Leitfragen sollten bei den Start-ups im Fokus stehen:

  • Wie kann man Abfall als Ressource nutzen?
  • Wie können Produkte und Verpackungen so gestaltet werden, dass erst gar kein Abfall entsteht?
  • Wie kann man das Einsammeln von Abfällen, Ressourcen und Materialien verbessern und weiterentwickeln?
  • Wie können immer knapper werdende Ressourcen durch Methoden wie Recycling und Wiederverwertung geschont werden?
  • Wie können wir Menschen dazu motivieren, ihre Sicht auf Abfall zu ändern und bewusster mit Ressourcen umzugehen?
InnoWASTEon
Seedmatch und Green Alley suchen innovative grüne Konzepte

Bewerbungen sind bis zum 3. Juni 2014 möglich. Die drei Gewinner erhalten jeweils 5.000 Euro Preisgeld, ein Jahr mietfreie Büroräume und eine medienwirksame Pressekonferenz. Alle Details zum Wettbewerb und zur Bewerbung direkt bei InnoWASTEon.

Wir haben auch schon ein paar Empfehlungen aus unserem Blog: das Start-up Global Flow, CO2 reduzieren mit Get-Neutral, Fahrräder aus Bambus oder umweltbewußtes Verhalten mit ecotastic belohnen.

Companisto in Zürich

Bereits im letzten Update im März haben wir berichtet, dass Companisto internationalisieren will. Seit heute gibt es nun offiziell das erste Auslandsbüro von Companisto. Dafür hat sich die Plattform Zürich ausgesucht. Während man einerseits die Schweizer Start-ups Szene sehr interessant findet und so auf viele neue Bewerbungen hofft, ist andererseits natürlich auch ein Augenmerk auf finanzkräftige Investoren gerichtet. Davon soll es ja in der Schweiz auch einige geben. Und wie das Schweizer Start-up investiere.ch vorgemacht hat, fällt Crowdinvesting in der Schweiz auf fruchtbaren Boden.

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